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Koordinatenmessgerät O-Inspect 322 Messen kann so einfach sein

Redakteur: Silvano Böni

Die O-Inspect 322 ist das kleinste Koordinatenmessgerät mit dem grössten Anwendungsspektrum im Programm von Carl Zeiss IMT: Das Gerät vereint taktiles Zeiss-Scanning und optisches Messen in einem Gerät zum attraktiven Preis. Damit gibt es diese Kombination in zwei Grössen: O-Inspect 322 und das bisherige Messgerät O-Inspect 442. Beide nutzen dieselbe Sensorik und Funktionen, unterscheiden sich lediglich in den Messbereichen.

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Besonders bei der O-Inspect ist die Kombination von optischem und taktilem Scanningsensor im Standardgerät, die 3D-Messungen und Scans mit minimalen Antastkräften erlaubt.
Besonders bei der O-Inspect ist die Kombination von optischem und taktilem Scanningsensor im Standardgerät, die 3D-Messungen und Scans mit minimalen Antastkräften erlaubt.
(Bild: Carl Zeiss)

Seit vielen Jahren erleichtert die O-Inspect 442 die Arbeit von Messtechnikern enorm:

Mit einem optischen und einem taktilen Sensor in einem Gerät erledigt die O-Inspect Messaufgaben, für die seither ein Sensorwechsel durchgeführt werden musste. Das erhöht die Produktivität und verringert die Messzeit. Nicht alle Betriebe benötigen jedoch ein Messvolumen von 400 x 400 x 200 Millimetern. In vielen Branchen sind die zu prüfenden Bauteile nicht mehr als handflächengross, etwa Handyschalen oder künstlicher Zahnersatz. Für die Messung dieser Bauteile gibt es die O-Inspect 322. Das Messvolumen ist mit 300 x 200 x 200 Millimeter etwas kleiner, dafür ist das Messgerät preisgünstiger. Häufig werden optische Messmaschinen in der Standardausstattung nur mit optischen Sensoren angeboten. Sind taktile Messungen notwendig, etwa um die Masse eines innenliegenden Zylinders zu bestimmen, muss der Betrieb auf eine andere Maschine umsteigen oder das taktile Messsystem als Option dazukaufen. Die O-Inspect 322 ist im Vergleich zu rein optischen Messsystemen preislich konkurrenzfähig, bringt die taktile Sensorik aber gleich als Standard mit – und das sogar mit Zeiss-Scanning. Die optische und taktile Sensorik ist fest eingebaut, die komfortable 3D-CAD-Software Calypso führt die Messdaten zusammen.

Von vornherein 3D

Wo andere Maschinen nur mit Einzelpunktantastungen und damit nur mit relativ hohen Antastkräften antasten können, erlaubt die O-Inspect auch Scans, bei denen der VAST-XXT-Tastkopf mit geringsten Antastkräften im Milli-Newton-Bereich feinfühliges Antasten ermöglicht. Damit sind echte 3D-Messungen mit Form- und Lageaussagen möglich, die Aussagen zu Form und Lage erlauben. Das ist wichtig, weil die allermeisten Präzisionsbauteile oder Kunststoffwerkstücke dreidimensional geformt sind. Optische Kamerasensoren erzeugen ein zweidimensionales Abbild, in dem hauptsächlich entlang der Ebene gemessen werden kann. Wenn nur das optische Verfahren in Frage kommt – etwa bei der Vermessung von Mikrostrukturen – so lassen sich zusätzlich Höheninformationen gewinnen, indem man aus einer Reihe von Bildern das Bild mit dem höchsten Kontrast auswählt. Der neue Autofokus Flex in Calypso wird dabei hin- und herbewegt und gewinnt schnell und hochgenau auch diese Höheninformationen. Sehr aufwändig – und deshalb bei den meisten optischen Messgeräten nicht enthalten – ist eine telezentrische Optik. Im Gegensatz zum Prinzip der Zentralperspektive ist der Abstand zum Gegenstand bei der Telezentrie irrelevant: Prüflinge mit unterschiedlichen Materialstärken im Bild der Kamera werden immer im richtigen Abbildungsmassstab gemessen. Vor allem Bauteile aus Kunststoffspritzguss, die aus verschiedenen Formen im Werkzeug der Spritzgussmaschinen stammen können, weichen in ihren Massen leicht voneinander ab. Obwohl die Bauteile auf den ersten Blick gleich aussehen, variiert ihre Entfernung zur Optik. Beide O-Inspect-Modelle besitzen standardmässig das aus der Mikroskopie stammende, telezentrische 12-fach-Zoomobjektiv Discovery, das diese Abweichungen über einen weiten Zoombereich ausgleicht. Für eine ausgezeichnete Abbildungsqualität sorgt neben dem Objektiv auch das adaptive Beleuchtungssystem, das Durchlicht sowie mehrere Auflichter unter verschiedenen Winkeln bietet, jeweils mit rotem und blauem Licht. Die Beleuchtung lässt sich perfekt an Form und Farbe des Prüflings anpassen.

Präzise auch bei anspruchsvollen Temperaturbedingungen

Sehr unempfindlich ist das Messgerät bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen. Wo andere Geräte klimatisierte Messräume erfordern, liefert O-Inspect über einen weiten Temperaturbereich verlässliche Messergebnisse und kann also auch fertigungsnah eingesetzt werden. Durch die Option TVA (Temperature Variable Accuracy) liegt die Standardbetriebstemperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius, Varianten bis 26 oder gar 30 Grad werden in Zukunft erhältlich sein. Der Bediener weiss stets, in welchem Toleranzfenster die Messwerte zu erwarten sind. Damit ist O-Inspect auch für Gegenden mit klimatisch schwieri-geren Umgebungsbedingungen bestens geeignet. <<

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