Mikrospritzgiessen für Lab-on-a-Chip

Redakteur: Anne Richter

>> Der Hersteller von Spritzgiessmaschinen Arburg zeigt auf der Medtec Europe 2013 in Stuttgart einen speziell ausgestatteten elektrischen Allrounder. Zusammen mit Z-Microsystems, einem Unternehmen, das Medizintechnik und Mikrospritzgiessen zusammenbringt, zeigt der Maschinenbauer die Herstellung einer Komponente für Lab-on-a-Chip-Applikation.

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Der auf der Medtec Europe 2013 präsentierte Allrounder ist GMP-konform in Edelstahl ausgeführt, mit einem Reinluftmodul ausgestattet und damit prädestiniert für einen Einsatz in der Medizintechnik.
Der auf der Medtec Europe 2013 präsentierte Allrounder ist GMP-konform in Edelstahl ausgeführt, mit einem Reinluftmodul ausgestattet und damit prädestiniert für einen Einsatz in der Medizintechnik.
(Bild: Arburg)

ari. Die Spritzgiessmaschine von Arburg, der elektrische Allrounder 370 A, mit 600 kN Schliesskraft und Spritzeinheit 70 arbeitet mit einem Zweifach-Werkzeug der Firma Z-Microsystems. Diese fertigt kundenspezifische Medizinkomponenten, die in der Analyse und Diagnostik (Lab-on-a-Chip und Mikrofluidik) eingesetzt werden. Spezialisiert ist Z-Microsystems auf die Produktion von Prototypen in der Entwicklungsphase bis hin zu Klein- und Grossserien. Das Exponat ist GMP-konform in Edelstahl ausgeführt, mit einem Reinluftmodul ausgestattet und damit prädestiniert für einen Einsatz in der Medizintechnik. Die Reinraumelemente von Ionstatex deuten die Möglichkeit für eine Produktion im Reinraum an.

Als Demoteile werden sogenannte Bottom Layer für eine Lab-on-a-Chip-Applikation hergestellt. Mit einem Top Layer, der über eine eigene Elektronik (Chip) für den Transport der Flüssigkeiten und die Ergebnisanzeige verantwortlich ist, wird das Lab-on-a-Chip vervollständigt.

Lab-on-a-Chip-Technologie als Zukunftsmarkt

Die Lab-on-a-Chip-Technologie gehört in den Bereich Mikrofluidik. Dort wirken Mikrospritzgiessen und Medizintechnik zusammen, um kleinste Einheiten zur unmittelbaren und schnellen Analyse von Flüssigkeiten in Grossserie zu Verfügung zu stellen. Zur Abformung der Mikrostrukturen auf den Layern ist höchste Präzision von Werkzeugen und Maschinen von ausschlaggebender Bedeutung. Deshalb setzt Arburg in diesem Bereich bevorzugt elektrische oder hybride Maschinentechnik ein, die die Anforderungen an die Ebenheit der Teile sowie die Reproduzierbarkeit der Fertigung vollständig erfüllt. Im Fall der auf der Medtec gezeigten Bottom Layer aus Polycarbonat (PC) beträgt das Teilegewicht 3,264 g bei einem Schussgewicht von 7,98 Gramm und einer Zykluszeit von 24 Sekunden.

Bei zunehmend kleiner werdenden Abmessungen der Lab-on-a-Chip-Analyseeinheiten werden der Mikrofluidik in der Medizintechnik nach allgemeiner Ansicht grosse Zukunftschancen vorausgesagt. Eines der möglichen Einsatzgebiete könnte mittelfristig etwa in der Lieferung von Daueranalyse-Ergebnissen etwa von Patienten mit chronischen Krankheiten liegen. <<

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