Compamed 2015 Miniaturisierung in der Medizintechnik

Redakteur: Anne Richter

Auch in diesem Jahr werden Zulieferer ihre Lösungen für verschiedene Anwendungen in der Medizintechnik auf der Compamed vom 16. bis 19. November 2015 in Düsseldorf präsentieren, diesmal komplett zeitgleich mit der Medica. Festzustellen ist, dass der Trend zur Miniaturisierung weiter anhält.

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Erstmals wird die Compamed komplett zeitgleich mit der Medica stattfinden: vom 16.11. bis 19.11.2015 in Düsseldorf.
Erstmals wird die Compamed komplett zeitgleich mit der Medica stattfinden: vom 16.11. bis 19.11.2015 in Düsseldorf.
(Bild: Messe Düsseldorf)

«Aus der engen Verzahnung von Entwicklungsprozessen auf Seiten der Zulieferer sowie auf Seiten ihrer Kunden erklärt sich der Erfolg der Compamed», bringt es Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, auf den Punkt, warum im Hinblick auf Medizintechnik-Innovationen neben dem Besuch der weltgrössten Medizinmesse Medica auch der der international führenden Fachmesse für den Zuliefermarkt der Medizintechnik eine einzigartige Chance darstellt für den Blick in die Zukunft und auf aktuelle Trends. Mit jährlich immer neuen Top-Werten in Bezug auf die Zahl der Aussteller und Besucher hat sich die Compamed längst zur international führenden Markt- und Kommunikationsplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie entwickelt. Erstmals wird die Compamed vom 16. bis 19. November 2015 komplett zeitgleich zur Medica stattfinden. Bislang endete die Compamed stets einen Tag früher. Neu sind ab diesem Jahr auch die Laufzeit-Wochentage Montag bis Donnerstag.

Das Plus an Zeit für Gespräche mit ihren Kunden aus der Medizintechnik-Industrie, nämlich massgeblich den rund 4500 Medica-Messe-Ausstellern, dürfte den erneut mehr als 700 Ausstellern der Compamed (in den Messehallen 8a und 8b) sehr entgegenkommen. Denn der Markt für Medizintechnik und Medizinprodukte ist ein sehr dynamischer. Der Innovationszyklus ist deutlich kürzer als in anderen Branchen. Dabei bildet oft bereits die Entwicklungskompetenz der Zulieferer den Ausgangspunkt für teils bahnbrechende Innovationen hinsichtlich einer effizienten und wirkungsvollen medizinischen Versorgung.

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Nanoroboter als Arznei-Taxi

Das gilt etwa für die weiter zunehmende Miniaturisierung. Ein besonders ausgefallenes Beispiel, das derzeit noch an Science-Fiction erinnert, sind Nanoroboter in der Blutbahn, die selbstständig Operationen durchführen. Entsprechende Vorstellungen hat das Max-Planck-Institut (MPI) für Intelligente Systeme (Stuttgart) mit zwei verschiedenen Mikroschwimmern entwickelt. Dabei handelt es sich einerseits um eine Art Muschel, die sich durch Öffnen und Schliessen fortbewegt, sowie um eine Schraube, die durch Rotation vorankommt. Ihr Durchmesser liegt bei nur 100 Nanometern, ihre Länge bei 400 Nanometern. Ein rotierendes Magnetfeld, das von aussen angelegt wird, bringt die Minischraube in Bewegung.

Das Herstellungsverfahren für die speziellen Schwimmer ist der 3D-Druck, der bei der Compamed für verschiedenste Anwendungen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Alle eingesetzten Materialien wie Polydimethylsiloxan sind biokompatibel und körperverträglich. Die Forscher stellen sich vor, dass die Nanoroboter eines Tages zum Beispiel Tumortherapeutika direkt bis in den Tumor bringen. «Theoretisch ist bei der Grösse unserer Konstruktion sogar eine Verwendung innerhalb von Zellen denkbar», erläutert Peer Fischer, Leiter der Arbeitsgruppe Mikro-, Nano- und Molekulare Systeme am MPI für Intelligente Systeme.

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