Mensch-Maschine-Schnittstellen Mit Apps Maschinen und Anlagen fernsteuern

Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Claudia Otto

Der Erfolg von Smartphones und Tablets hat zu einer Vielfalt an sogenannten Apps geführt. Im Industriebereich kann eine ortsunabhängige intuitive Bedienung von Maschinen mit Hilfe solcher Apps die Ressourceneffizienz erhöhen.

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Mit Smartphones und Tablets können Maschinen- und Anlagenbauer ihre Maschinen mobil bedienen sowie kontrollieren und per App Betriebsdatenerfassung, Diagnose, Wartung, Einrichten oder Programmierung durchführen.
Mit Smartphones und Tablets können Maschinen- und Anlagenbauer ihre Maschinen mobil bedienen sowie kontrollieren und per App Betriebsdatenerfassung, Diagnose, Wartung, Einrichten oder Programmierung durchführen.
(Bild: Bosch Rexroth/GFOS)

Einfach und schnell für Blechteile die wichtigsten Biegeparameter berechnen, jederzeit und überall? Die Trumpf GmbH + Co. KG in Ditzingen macht’s möglich. Mit der neuen Biege-App Bendguide stehen Mitarbeitern der Arbeitsvorbereitung, Konstrukteuren und Bedienern die wichtigsten Parameter jederzeit auf dem Smartphone oder Tablet-PC zur Verfügung: Presskraft, Gesenkweite, minimale Schenkellänge, Einbauhöhenkontrolle, Biege-Innenradius oder das Gewicht von Werkzeug und Blech lassen sich schnell berechnen. Zusätzlich erhalten die Anwender aktuelle News rund ums Biegen. „Tablets und Smartphones werden für die Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen an Bedeutung gewinnen“, prognostiziert Volker Schlotz, Leitung Branche Montage & Handling, Applikation und Engineering der Bosch Rexroth AG in Lohr.

Maschinen- und Anlagenbau fordert Apps heraus

Das ist sowohl in ihrer intuitiven Bedienbarkeit begründet als auch in ihrer zunehmenden Verbreitung. Automatisierungshersteller sind gefordert, für Steuerungen entsprechende Schnittstellen zur Verfügung zu stellen, damit sich zum Beispiel Apps für Aufgaben der Diagnose oder Bedienung realisieren lassen. Die mobile Bedienung von Maschinen und Anlagen an sich ist allerdings nicht neu, konstatiert Andreas Beu, Vorstand beim VDMA-Fachverband Software und Manager Embedded & Industrial Solutions am Münchner Standort der User Interface Design GmbH in Ludwigsburg: „Neu ist, dass nun Geräte eingesetzt werden sollen, die für den Konsummarkt entwickelt wurden. Neu ist ebenfalls, dass die Maschinen- und Anlagenbauer dabei auf eine offene Infrastruktur wie Internet, Mobilfunknetze, WLAN, Bluetooth und NFC aufsetzen.“

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Befragt, in welchen Bereichen die mobile Bedienung oder Kontrolle von Maschinen per Smartphones und Tablets die Effizienz steigern könnte, verweist Beu auf eine VDMA-Veranstaltung im Mai 2012 zum Thema Einsatz von Smartphones und Tablets in der Industrie.

Für komplexe Programmierungen ist das Tablet weniger geeignet

„Wir fragten die rund 120 Teilnehmer, ob sie sich vorstellen können, dass in naher Zukunft per App, die auf einem Smartphone oder Tablet läuft, Betriebsdatenerfassung, Diagnose, Wartung/Kalibrierung, Programmierung, Einrichten, Bedienen durchgeführt werden. Per Handzeichen wurde abgestimmt. Bei den ersten drei Tätigkeiten haben nahezu alle Teilnehmer die Hand gehoben, bei den Tätigkeiten vier bis sechs immerhin mehr als Hälfte.“ Seine Schlussfolgerung: Eine komplexe Programmierung kann auf einem Tablet in der Regel nur unzureichend abgebildet werden. Dort ist ein PC-Arbeitsplatz mit großem Bildschirm, Maus und Tastatur von Vorteil.

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