Härterei Gerster erweitert Dienstleistungen

Mit Beratung/Contracting die Lohnarbeit ergänzen

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Beweggründe für neue Strategie

Auf Anfrage, warum es zum Strategieentscheid seitens Härterei Gerster gekommen ist, antwortet F. Heimgartner: «Einerseits nimmt die Internationalisierung der Industrie laufend zu. Häufig sind nur noch die Entwicklungszentren in der Schweiz ansässig, da die Produktionsstandorte ins Ausland verlagert wurden. Dies veranlasste uns zu überlegen, wie wir den Kunden weltweit unsere Dienste anbieten können. Das Teilhaben an wichtigen Entwicklungsprozessen bedingt Experten beider Seiten vor Ort. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Standort Egerkingen als Kompetenz- und Praxiszentrum (Lohnhärterei) zu führen. Und damit wir den Auftraggebern in die ganze Welt folgen können, bedarf es flexibler Mitarbeiter.»

Jürg Moser, Leiter Anlagenmanagement bei Gerster: «Wir durften der international aufgestellten WMF AG, einem Besteckhersteller aus Deutschland, bis nach Asien folgen, um dort eine neue Ofenanlage aufzubauen.» Die Prozesse wurden in Europa gemeinsam entwickelt. Die Schulung der asiatischen Mitarbeiter fand auf den Anlagen in Egerkingen und später auf der neuen Anlage in Asien statt. «Nach der Übergabe von Gerster an die Operateure vor Ort gab es keinerlei Störungen. Die Produktion von Besteck mit der speziellen Wärmebehandlung läuft einwandfrei», so Hendrik Kuhn, Leiter Industrial Engineering bei WMF.

Konzerne zentral betreuen

Konzerne haben je nach Organisationsstruktur nicht an jedem Standort das volle Know-how und die Kapazität für Metallurgie und Wärmebehandlung. Somit stellen sich Fragen wie:

  • Berücksichtigung der Wärmebehandlung in der Konstruktionsphase
  • Ausbildung
  • Performance-Steigerung von Bauteilen durch richtige Material- und Verfahrensauswahl
  • Der Einsatz von Richten vor und nach der Behandlung u. v. m.

Mit dem weltweiten Beratungsmodell von Gerster wird es den Konzernen nun möglich, direkte Unterstützung vor Ort zu buchen. Die Ingenieure von Gerster ergänzen das Team und komplettieren die metallurgische Wärmebehandlungskompetenz des Kunden. «Die Beratungsmodelle stellen wir so einfach wie möglich auf. Der Kunde soll eine faire und transparente Beratung mit wenig administrativem Aufwand kriegen: Das heisst, wir verrechnen nach Stunden, nach Milestones oder nach weiteren sinnvollen Kriterien», erläutert Patrick Margraf, Projektleiter der Gerster Technologie AG, welche die Beratungsgeschäfte im Hause Gerster abwickelt.

Chancen für beide Seiten

Wo liegen die gemeinsamen Chancen von weltweit tätigen Kunden und der Härterei Gerster? F. Heimgartner: «Der Konzernkunde hat einen Ansprechpartner zum Thema metallische Werkstoffe und Wärmebehandlung, welcher die Qualitätsanforderungen weltweit sicherstellt. Sei dies als Lohnwärmebehandler, Auditierungsunternehmen oder aber als Contracting-Partner, der hilft, eine Anlagenbeschaffung zu evaluieren, zu beschaffen und in Betrieb zu nehmen.» Denn nicht immer lohnt es sich für den Kunden – wenn alles genau betrachtet worden ist, eigene Maschinen zu betreiben. F. Heimgartner schliesst: «Unsere Kenntnisse über die nötigen Hilfsprozesse und Aufwendungen geben ein realistisches Bild für einen fundierten Investitionsentscheid beim Kunden ab.» <<

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