Innovationen Mit dem CTI Medtech Event Innovationen stimulieren

Redakteur: Anne Richter

>> Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) unterstützt die wissenschaftsbasierte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschulen und stellt Plattformen zum Austausch zur Verfügung. Eine der Plattformen ist der CTI Medtech Event. Prof. Dr. Lutz Nolte, Leiter des Bereichs Medtech der KTI, dazu im Interview.

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Das CTI-Medtech-Team der KTI (von links nach rechts: Josef Brunner,  Hans-Jörg Zweifel,  Gabor Szekely,  Salathé René,  Peter Frey,  Ruth Freitag,   Lutz Nolte).
Das CTI-Medtech-Team der KTI (von links nach rechts: Josef Brunner,  Hans-Jörg Zweifel,  Gabor Szekely,  Salathé René,  Peter Frey,  Ruth Freitag,   Lutz Nolte).
(Bild: Uni Bern)

Die Schweizer Medizintechnik-Branche nimmt betreffend Innovationen weltweit eine Spitzenposition ein. Zu diesem Erfolg trägt unter anderem auch die Kommission für Technologie und Innovation als Förderagentur des Bundes bei. Prof. Dr. Lutz Nolte informiert im Interview über die Arbeit der KTI und die Ziele des Events.

SMM: Herr Nolte, die KTI ist die Förderagentur für Innovation des Bundes. Was tut die KTI konkret, gerade im Bereich Medtech?

Prof. Dr. Lutz Nolte: Die KTI unterstützt generell wissenschaftsbasierte Innovation in der Schweiz mit Fördergeldern, Beratung und Netzwerken zugunsten der Schweizer Volkswirtschaft. Aufeinander abgestimmte Förderinstrumente helfen, nachhaltige Werte für die Schweizer Wirtschaft zu schaffen. Um gezielt Innovationen im Bereich Medizintechnik zu fördern, hat die KTI bereits 1997 die «KTI Medtech Initiative» ins Leben gerufen. Diese unterstützt die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Medtech-Sektors und stimuliert den Transfer von Wissen zwischen Hochschulen und Medtech-Firmen. Der Bereich Medtech ist dabei Teil des Förderbereichs Life Sciences bei der KTI.

Wann spricht man von einer Innovation im Medtech-Bereich?

L. Nolte: Eine Innovation liegt grundsätzlich dann vor, wenn ein neues medizintechnisches Produkt entwickelt wird und von einem Unternehmen mit messbarem wirtschaftlichem Erfolg vermarktet wird. Der dazu notwendige Prozess setzt immer eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft voraus. Die KTI unterstützt innovationsfähige und -willige Hochschulen und Unternehmen mit Coachings, Wissenstransfer oder Förderbeiträgen in F&E-Projekten.

Die innovationsfähigen Firmen und Hochschulen reichen ein Gesuch bei der KTI ein: Was passiert danach?

L. Nolte: Die eingereichten Projekte werden von Expertinnen und Experten innerhalb von vier bis sechs Wochen vertieft unter anderem auf ihren Innovationsgehalt und ihre Marktchancen geprüft. Werden einem Projekt diese Kriterien bescheinigt, beteiligt sich die KTI an den Salärkosten der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Hochschulpartner.

Wie viele Projekte fördert die KTI im Bereich Medizintechnik?

L. Nolte: Die Zahlen belegen unsere Erfolgsgeschichte in diesem Bereich. Beim Start der Initiative 1997 wurden bei der KTI drei Fördergesuche eingereicht, mittlerweile liegen wir bei rund 55 Gesuchen bei der regulären Projektförderung pro Jahr. Die KTI unterstützt davon jährlich durchschnittlich etwa 35 Projekte. 2011 waren es allerdings bedeutend mehr: Mit den 100 Millionen Schweizer Franken, die die KTI wegen des starken Frankens als Zusatzkredit für die Innovationsförderung erhalten hat, konnten weitere 35 Projekte mit 15 Millionen Schweizer Franken gefördert werden. Dazu kommen jährlich zehn bis zwanzig Start-ups aus dem Medtech-Bereich, die an den Trainings- und Coachingangeboten teilnehmen.

Wie viele Medtech-Projekte wurden damit insgesamt seit 1997 unterstützt?

L. Nolte: Seit dem Beginn der Medtech Initiative konnten mehr als 340 Projekte mit einem Gesamtprojektvolumen von über 310 Millionen gefördert werden. Der Anteil der KTI-Förderung pro Projekt beträgt im Mittel 40 bis 45 Prozent. Hinzu kommen weitere Projekte, die aufgrund ihres zunächst geringeren medizinischen Fokus in den anderen KTI-Förderbereichen Enabling Sciences, Ingenieurwissenschaften und Mikro- und Nanotechnologien behandelt und gefördert werden.

Die KTI führt jährlich den CTI Medtech-Event durch. Mit welchem Ziel?

L. Nolte: Mit dem CTI Medtech Event will die KTI die Innovationstätigkeit im Medtech-Bereich weiter stimulieren und das Wissen sowie die Expertise der Schweizer Medizintechnik-Branche in den Feldern Forschung, Produktion, Distribution und Services zusammenführen. Die Forscher und Unternehmer erhalten mit dem Anlass eine Plattform, um Beziehungen zu knüpfen und Ideen auszutauschen – oder auch um neue zu generieren. Der Event ist übrigens kostenlos und wird von der KTI in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal durchgeführt.

Was dürfen die Teilnehmer am Event erwarten?

L. Nolte: Die Teilnehmer erhalten Information über neue innovative Technologien, interessante Projekte, neue Produkte und zukunftsorientierte Services. Das Programm beinhaltet nebst vielen interessanten Keynotes und einem Round Table mit Experten aus dem Medtech-Bereich auch den Verleih des alljährlichen CTI Medtech Awards. Mit diesem Award werden jene Firmen ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr die innovativsten Ideen im Medtech-Bereich auf dem Markt umgesetzt haben. Zudem werden natürlich auch in diesem Jahr wieder viele KTI-Medtech-Projekte auf Postern präsentiert und die besten darunter mit dem Best Poster Award prämiert.

Welche Zielgruppe soll der Event hauptsächlich ansprechen?

L. Nolte: Der CTI Medtech Event richtet sich in erster Linie an all jene Personen, die im Bereich Medtech und angrenzenden Gebieten tätig sind, seien es Forscher oder Dozenten an Hochschulen, CEOs, Entwickler und Investoren, aber auch interessierte Studenten und Start-ups. <<

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