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Bearbeitungszentrum für neue Aufgabenbereiche Mit der Versa kam der Durchbruch

| Redakteur: Matthias Vogel

>> Fehlmann war 2008 – zumindest in der Region Schalksmühle – noch nicht so bekannt. Heute dagegen reicht die Affinität zu den Schweizer Maschinenbauherstellern so weit, dass man, um die Maschine zu platzieren, sogar ein Loch in die Decke schneidet. Mit dem neuen 5-Achs-Bearbeitungszentrum Versa und der Picomax 90 in Verbindung mit einer Erowa-Automatisierung sollen zunächst die Mitarbeiter entlastet, aber auch neue Aufgabenbereiche angegangen werden.

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Die Picomax 90 (l.) und die neue Versa (r.) werden von der Erowa-Automatisierung mit Werkstücken bestückt. Für die Picomax 90 waren hierzu nur geringfügige Modifikationen notwendig.
Die Picomax 90 (l.) und die neue Versa (r.) werden von der Erowa-Automatisierung mit Werkstücken bestückt. Für die Picomax 90 waren hierzu nur geringfügige Modifikationen notwendig.
(Bild: Fehlmann)

Beim angestellten Fräsen nutzt man die fünf Achsen schon. Demnächst soll aber noch das Simultanfräsen hinzukommen und dann verspricht man sich vom neuen 5-Achs-Bearbeitungszentrum Versa eine ganze Menge, denn beim Unternehmen 3D.High.Tec wird gefräst, was zu fräsen ist. Das heisst, wenn irgendwie möglich, umgeht man so das Erodieren. Eine Tatsache, die vor allem im Bau von Vorserienwerkzeugen liegt. Scharfe Kanten sind in diesem Stadium selten gefordert und auch das µm in der Ecke wird kaum gesucht. Vielmehr geht es darum, die Werkzeuge für Prototypen und die Vorserie in sehr kurzer Zeit (3 bis 4 Wochen) herzustellen. Deshalb hat man 2008 zunächst in eine Picomax 90 von Fehlmann investiert. Zu dieser Zeit war das Unternehmen in der Region noch nicht so bekannt, aber die positiven Stimmen von Geschäftspartnern dazu haben Geschäftsführer Thomas Poschmann und Musterbauleiter Daniel Schöffers überzeugt.

Alles aus einer Hand

Die Erfahrungen mit der Picomax 90 inklusive die engen Kontakte zu Fehlmann haben letztendlich Ende 2011 dazu geführt, in das 5-Achs-Bearbeitungszentrum Versa zu investieren. Dabei ging es den Verantwortlichen vor allem darum, das Fräsen zu automatisieren, weil die Nebenzeiten beim Bestücken der Picomax 90 mittlerweile grenzwertig waren. Die Mitarbeiter kamen deshalb nachts und am Wochenende extra ins Unternehmen, um die Fertigung kontinuierlich am Laufen zu halten. Das übernimmt seit November 2011 das Automatisierungskonzept von Erowa. Sowohl für die Picomax 90 wie für die Versa.

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Dazu Thomas Poschmann: «Wir hatten bis dahin noch keinerlei Berührung mit Erowa. Für uns war zu der Zeit aber klar, dass wir in die Automatisierung gehen müssen und dass es zur vorhandenen Picomax 90 eine weitere Maschine von Fehlmann wird. Deshalb war uns wegen der Schnittstellenproblematik wichtig, alles aus einer Hand zu bekommen. Wir haben uns das Konzept bei Fehlmann vor Ort angesehen und es hat uns überzeugt.» Ganz so einfach war es freilich nicht, denn das war ja der Beginn des 5-Achs-Fräsen. Deshalb wollte man sich mit «alles aus einer Hand» zunächst nur darauf konzentrieren und mögliche periphere Fehlerquellen ausgrenzen. Hinzu kam, dass die Werkshalle in Schalksmühle in der Höhe 3,05 m misst, die Versa aber baut 3,3 m hoch. Das heisst, um die Verfahrwege in «Y» zu ermöglichen, musste eine Aussparung in die Decke eingebracht werden. Das war es den Verantwortlichen allerdings wert, denn in der Kompaktheit ist die Fertigungszelle kaum zu übertreffen. Heute, acht Monate später, werden auf der Allroundmaschine Elektroden, Formeinsätze oder andere Werkstücke aus nahezu allen Materialien gefertigt. Dabei sind in Schalksmühle grosse Fräser nicht unbedingt gerne gesehen. Das Maximum liegt bei 16 mm, darüber geht man äusserst selten. Daniel Schöffers sieht seine Favoriten da eher bei kleinen Kugelfräsern: «Wir haben beispielsweise für einen Kunden mit unterschiedlichen Versuchen einen Einsatz mit HRC 52 für einen Lichtwellenleiter gefertigt. Es wurde gefräst und poliert, anschliessend poliererodiert und zum Schluss nur gefräst. Unsere Messungen haben ergeben, dass das beste Ergebnis im reinen Fräsen erzielt werden konnte. Das war ein 0,3-mm-Kugelfräser. Und die Versa. Demzufolge wurde später dann auch das Serienwerkzeug gebaut.»

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