Erfolgsmodell Schweiz Mit Forschung an die Weltspitze

Redakteur: Matthias Vogel

>> Forschen und Entwickeln sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg eines Technologieunternehmens. Bei ABB Schweiz sind Wissenschaftler kontinuierlich damit beschäftigt, Trends in der Energie- und Automationstechnik zu antizipieren und Innovationen hervorzubringen. Im SMM-Exklusiv-Interview erläutert der Leiter des Forschungszentrums in Dättwil Willi Paul, warum die Forschung für den Erfolg eines Technologieunternehmens bedeutend ist. Bei einer Aussage ist sich W. Paul 100%ig sicher: Elektrische Energie wird zukünftig immer wichtiger.

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Dr. Willi Paul (Mitte) stellt sich mit viel Engagement den Fragen von Matthias Böhm (rechts) und Matthias Vogel.
Dr. Willi Paul (Mitte) stellt sich mit viel Engagement den Fragen von Matthias Böhm (rechts) und Matthias Vogel.
(Bild: Thomas Entzeroth)

SMM: Thema unserer Jahreshauptausgabe ist «Erfolg». Was ist Ihre persönliche Definition von Erfolg?

Dr. Willi Paul: Ein Unternehmen ist dann erfolgreich, wenn es profitabel ist, die Kunden mit den Produkten und Dienstleistungen zufrieden sind, es Technologieführer im Markt und nicht zuletzt ein beliebter Arbeitgeber ist.

Jean Claude Biver (VR-Präsident des Luxusuhrenherstellers Hublot) sagte dem SMM gegenüber ohne Innovation keine Zukunft. Wie würden Sie den Stellenwert von Innovationen bei ABB einordnen?

W. Paul: Für ABB hat Innovation einen sehr hohen Stellenwert und ist Teil unseres Businessmodells sowie einer der 5 «Cultural Imperatives», die vom CEO vorgegeben werden. Darin enthalten sind nicht nur die Innovationen für Produkte, sondern auch z.B. für Geschäftsmodelle. Die technologischen Innovationen nehmen aber bei ABB eine zentrale Rolle ein, denn in vielen Gebieten ist ABB Technologieführerin.

Innovation benötigt eine Innovationskultur. Welche Voraussetzungen schaffen Sie, damit eine optimale Innovationskultur bei ABB entsteht?

W. Paul: ABB hat traditionell eine sehr ausgeprägte Innovationskultur. Ich denke, sie entsteht im Wesentlichen aus dem Bewusstsein, dass Innovation der Motor einer jeden Technologie-Firma ist und andererseits aus dem natürlichen Antrieb eines Ingenieurs oder Wissenschaftlers, Neues und Besseres zu schaffen. Bei ABB fördern wir diesen natürlichen Antrieb unter anderem dadurch, dass wir für Innovationsprozesse Zeit zur Verfügung stellen und Innovationsleistungen gebührend würdigen.

Was machen Sie, damit auch unrealistisch erscheinende Dinge erforscht werden?

W. Paul: Wir schaffen die nötigen Freiräume, um «verrückte Ideen» zu erforschen. Weiter wird das Bewusstsein gefördert und gestärkt, dass einige Technologieentwicklungen «scheitern» können und auch dürfen. Mit «Scheitern» meine ich, sie werden nicht unmittelbar in eine Produktentwicklung einfliessen, dennoch generieren auch diese Projekte im Allgemeinen wertvolles technologisches Wissen.

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