Design & Engineering Mit Patenten dem starken Franken trotzen

Autor / Redakteur: Clarence Feldmann, Europäischer Patentanwalt / Luca Meister

>> Wie noch nie leidet die Schweizer Wirtschaft unter dem starken Franken. Neben dem Tourismus ist insbesondere die exportorientierte Industrie wie etwa der Maschinen- und Apparatebau stark betroffen. Auch kleine Unternehmen können sich in der schwierigen Marktsituation bewähren; indem sie patent- oder designrechtlich unterstützter Monopole für innovative Eigenprodukte anmelden.

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Awema AG: «Noch stärker als bisher in Patente zu investieren», so könnte das Rezept gegen die schwierige Marktsituation lauten. (Bild: Awema)
Awema AG: «Noch stärker als bisher in Patente zu investieren», so könnte das Rezept gegen die schwierige Marktsituation lauten. (Bild: Awema)

Während Grossunternehmen ihre Produktion in den Euroraum verlegen können, steht den KMU diese Möglichkeit kaum zur Verfügung. Besonders verheerend wirken sich Kursänderungen von Fremdwährungen auf Firmen aus, die kaum Eigenprodukte anbieten und von Lohnarbeiten leben. Sie sind von ihren Auftraggebern, die in Krisenzeiten tendenziell die Produktion vertikalisieren und nicht mehr auslagern, abhängig. Ohne eigene innovative Produkte haben sie wenig Möglichkeiten, dem Markt die Stirn zu bieten.

Die Frage ist drängend: Welches sind die Strategien, mit denen KMU auf solche währungsbedingten Verzerrungen reagieren und sich allgemein gegenüber konjunkturellen Krisen besser wappnen können? Ein erfolgversprechender Ansatz ist der Aufbau patent- oder designrechtlich unterstützter Monopole für innovative Eigenprodukte. Ein Patent oder ein Design ist ein zeitlich beschränktes Monopol, das dem Anmelder so genannte Ausschliesslichkeitsrechte vermittelt. Die Patente haben in den meisten Ländern eine Laufzeit von 20 Jahren, Designs sogar bis maximal 25 Jahre. Während diesem Zeitraum darf ein Konkurrent die geschützten Produkte in den geschützten Märkten weder herstellen, anbieten noch von dort aus in nicht geschützte Märkte exportieren.

Massiv stärkere Zunahme der Patentanmeldungen

Bereits während der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 haben exportorientierte KMU einen starken Rückgang der Exporte verspürt. Damals waren jedoch praktisch alle Währungen betroffen, weshalb die Krise nicht zu währungsbedingten Marktverzerrungen führte. Zudem war die Preisdifferenz zwischen den Euroländern und der Schweiz noch nicht (und nie) so hoch wie heute. Aber schon damals haben Firmen mit patent- oder designrechtlich geschützten Eigenprodukten dem konjunkturellen Einbruch besser getrotzt als so genannte «Service-Manufacturers», die von ausgelagerten Lohnarbeiten ihrer Kunden leben.

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