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Intuitive Benutzeroberfläche
Die Wahl fiel schliesslich auf Solidworks. Zum einen war die Kundenforderung ausschlaggebend, zum anderen wurden auch die persönlichen Eindrücke der Konstrukteure stark gewichtet, die die verschiedenen 3D-Systeme getestet und überwiegend noch keine Erfahrungen mit einer 3D-Software hatten. Überzeugt hat hier unter anderem die intuitive Benutzeroberfläche, welche die Umstellung von 2D auf 3D vereinfachte. Seit dem Einsatz der Solidworks-3D-CAD-Software konnte die ZMB die Entwicklungszeit um 20 Prozent reduzieren. Zudem wurden erhebliche Vorteile im Angebotsstadium verzeichnet, da Kunden mit anschaulichen 3D-Modellen besser von Ideen und Lösungen überzeugt werden können als mit 2D-Strichzeichnungen.
Laut Philipp von Arx, Leiter Konstruktion, gab es aber auch einen Wermutstropfen: «Schon bald nach der Einführung gab es grosse Probleme mit den Verknüpfungen und Referenzen unter den Teilen und Baugruppen. Teile wurden gelöscht, verschoben und geändert, wie dies im 2D so üblich war. Uns wurde klar, dass wir unsere Arbeitsweise schleunigst umstellen mussten.» Bis es so weit war, waren bereits viele Projekte zum Teil unbrauchbar. Der Solidworks Vertriebspartner C+E Forum, der auch schon die Implementierung der 3D-Software begleitete, hatte die Lösung: Solidworks Enterprise PDM.
Zugriff auf alle Daten mit PDM-System
Philipp von Arx: «Mit einem PDM-System können mehrere Benutzer am selben Projekt arbeiten. Werden Änderungen an einem 3D-Modell vorgenommen, so lassen sich diese nachverfolgen und falls Dateien verschoben werden, geht die Zugehörigkeit nicht verloren. Solidworks Enterprise PDM war wie für uns gemacht.» Installieren und loslegen, so beschreibt von Arx die Implementierungsphase. Nach der Installation durch C+E Forum ging es an die Einrichtung der Workflows und der Berechtigungen. Zudem mussten die Verzeichnisse und die Ablagen für Normteile sowie der Aufbau der Normteile neu organisiert werden. Die gravierendste Änderung für die Mitarbeiter war jedoch das Arbeiten im Rahmen eines Workflows nach dem entsprechenden Status der Dokumente.
Neben den reinen Konstruktionsdaten werden über Solidworks Enterprise PDM auch Daten aus dem ERP-System vorgehalten, die über XML-Dateien zur Verfügung stehen. Zugriff auf alle Daten rund um ein Produkt haben neben den Konstrukteuren auch Mitarbeiter aus dem Steuerungsbau, die über E3 Series, einem modularen CAD-System für die Elektrotechnik, zugreifen. Da unüberlegte Änderungen an den Einstellungen des PDM-Systems schwerwiegende Folgen für die Ablaufprozesse haben und sogar bis zum Stillstand der Konstruktionsabteilung führen können, sind nur der Systemadministrator sowie der Abteilungsleiter in der Konstruktion befugt, hier Anpassungen vorzunehmen. Ebenso geschützt sind die Dateien in der Normteilbibliothek. Auch sie sind nur für bestimmte Mitarbeiter frei zugänglich und bearbeitbar. Alle anderen haben nur Lesezugriff, um eine möglichst konsistente und fehlerfreie Bibliothek zu wahren.
Automatische Aktualisierung
Heute werden bei der ZMB nur noch freigegebene Zeichnungen beziehungsweise 3D-Modelle gefertigt. Änderungen lassen sich korrekt nachverfolgen und über die Benutzeroberfläche der ERP-Software können bereits freigegebene Zeichnungen eingesehen werden. Teile, die sich noch im Modellierungsprozess befinden, sind entsprechend mit «In Bearbeitung» gekennzeichnet. Werden Teile oder Artikel mit dem ERP-System abgeglichen, so wird dies den Mitarbeitern ebenfalls angezeigt. «Durch diese Funktionen ist jeder Mitarbeiter über den aktuellen Stand einer Zeichnung informiert. Ist eine Zeichnung fertig und freigegeben, so wird automatisch eine PDF-Datei erstellt, die über das ERP-System abgerufen werden kann», so Philipp von Arx. «Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Mitarbeiter haben immer Zugriff auf die neuesten Versionen und wir erreichen eine optimale Organisation der Konstruktionsdateien innerhalb des Auftrages.»
Festgelegte Workflows optimieren Entwicklung und Kontrolle
Bei einem der ersten Projekte, einer Füllmaschine für Verschlussstopfen, kamen die Vorteile von Solidworks Enterprise PDM besonders zum Tragen. Aufgabe der Maschine ist es, Feuchtigkeit absorbierendes Granulat in Verschlussstopfen zu füllen. Die Stopfen kommen als Schüttgut daher, werden von einer Kamera erfasst und von einem Roboter auf dem Rundtisch platziert. Dort werden sie mit Trockenpulver befüllt und mit Kartondeckel verschlossen. Zur formschlüssigen Fixierung werden die Stopfen erwärmt und wieder abgekühlt. Reste des Granulats werden mit einem Wendelförderer aus den Verschlussstopfen entfernt.
Drei Konstrukteure waren insgesamt rund 1500 Stunden mit der Umsetzung des Auftrags beschäftigt. Laut von Arx lag dabei aus konstruktiver Sicht gesehen die Herausforderung in der automatischen Formatumstellung mittels Servotechnik. Durch die enge Zusammenarbeit mit allen Abteilungen war es den Konstrukteuren möglich, auf Ideen und Erfahrungen beispielsweise der Mitarbeiter aus dem Steuerungsbau einzugehen und Anregungen oder Hinweise der Monteure bereits in der Konstruktionsphase einzubinden. Ferner wurden zusammen mit der Fertigung schon bei der Erstellung der Einzelteile die Kosten optimiert. Das PDM-System stellte dabei allen am Projekt beteiligten Personen die nötigen Informationen zum Verfügung. Über die festgelegten Workflows konnte die Entwicklungszeit im Vorfeld bestimmt und Termine eingehalten werden.
Alles aus einem Haus
Die Mitarbeiter in der Konstruktion erstellen mit der Solidworks-3D-CAD-Software heute zirka 12000 3D-Modelle und zu jedem 3D-Modell wird zusätzlich noch eine 2D-Zeichnung erstellt. Eine Datenmenge, die ohne Solidworks Enterprise PDM nicht mehr zu handhaben wäre. Mit dem Slogan «Alles aus einem Haus» beschreibt die ZMB daher nicht nur ihre eigenen Dienstleistungen, sondern auch die Produkte von Solidworks. «Mit der 3D-CAD-Software und der PDM-Lösung sind wir für die kommenden Jahre gut gerüstet», schliesst Toni Zaugg. «Wir liefern unseren Kunden Lösungen von A wie Anfang bis Z wie Zufriedenheit. Dank Solidworks können wir diesem Anspruch auch künftig gerecht werden.»
Autor
Carola von Wendland
Information
Solidworks Deutschland GmbH
www.solidworks.de
Vertretungen in der Schweiz
C+E Forum AG
Netzibodenstrasse 33, 4133 Pratteln
www.ceforum.ch
DPS Software AG
Bahnhofstrasse 24, 9444 Widnau
www.dps-software.ch
Solid Solutions AG
Hohlstrasse 534, 8048 Zürich
www.solidsolutions.ch
Anwender
Zaugg Maschinenbau AG
Parkstrasse 22, 5012 Schönenwerd
www.zmb.ch
