Murrplastik AG: Magnetketten erfolgreich im Einsatz
>> Die neue Magnetkette des Herstellers Murrplastik Systemtechnik GmbH, die ähnlich dem Prinzip einer Magnet-Schwebebahn arbeitet, wurde erstmals auf der Motek 2005 vorgestellt. Inzwischen ist sie harten Tests unterzogen, in Teilen verbessert und schliesslich im Kran- und Werkzeugmaschinenbau erfolgreich eingesetzt worden. Damit hat die schwebende Kette ihre Probezeit bestanden und ist serienreif, das zeigt auch das folgende Beispiel.
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joe. Das 1990 umfirmierte Unternehmen Caleg Schrank- und Gehäusebau GmbH aus Calau (D) entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Hersteller von Schaltschränken, Gehäusen und Bedienpulten in unterschiedlichsten Bauformen für den Maschinenbau, für die Aufzugsbranche und die Telekommunikation. Darüber hinaus werden auch Sonderkonstruktionen in kleinen und mittleren Serien für verschiedenste Anwendungen gefertigt. Durch den sukzessiven Ausbau der Angebotspalette hat sich die Firma inzwischen vom reinen Produktionsbetrieb zum universellen Dienstleister und Systemlieferanten gewandelt.
High-End Stanz- und Lasermaschine im Einsatz
Der Einsatz moderner Technik erlaubt, kurzfristig und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren. Schnell umrüstbare Maschinensysteme ermöglichen eine grosse Produktvielfalt und eine kostengünstige Fertigung komplizierter Baugruppen. Damit das so bleibt, wurden in den letzten Jahren grosse Teile des Maschinenparks erneuert. Zu den neuesten Errungenschaften gehört die Tru-Matic 7000 aus dem Hause Trumpf, eine High-End-Kombimaschine für anspruchsvolle Anforderungen, welche ganz auf die Bedürfnisse der Firma Caleg zugeschnitten ist. Kombimaschinen vereinen Stanz- und Lasertechnologie auf einer Maschine und nutzen die Vorteile beider Bearbeitungsarten. Standardkonturen und Umformungen bringt der Stanzkopf ein, komplexe Konturen werden mit dem Laser geschnitten. Die Kombimaschinen sind weitgehend automatisierbar und können in der Folge zuverlässig rund um die Uhr arbeiten.
Automatisierte Be- und Entladelösung
Ein wesentlicher Grundbaustein für die Automatisierung dieser Stanz- oder Kombimaschine ist der sogenannte Sheet-Master, eine Zu- und Abführeinheit nach Art eines Portalroboters. Er übernimmt das schnelle und prozesssichere Be- und Entladen der Maschine, das Abstapeln und Sortieren der Teile und stellt darüber hinaus die Verbindung zu anderen Automatisierungskomponenten wie Transportwagen und Lagertechnik her.
Beim Schrank- und Gehäusebauer bringt einer der beiden dort installierten Transportwagen das zu bearbeitende Blech aus dem rund 700 Europaletten fassenden Blechlager und stellt es dem Sheet-Master bereit, der seinerseits die Bleche - Material schonend mit Vakuumtechnik - der Bearbeitungsmaschine zuführt. Weiter entnimmt er die fertigen Teile, wiederum mit Unterdruck und flexibler Saugerpositionierung, und führt sie dem zweiten Transportwagen zu, der sie auf einer Palette ins Lager befördert. Auch der Abtransport des Restmaterials gehört zu seinen Aufgaben. Caleg bearbeitet unter anderem Bleche mit den Massen 3000 x 1500 mm. Das bedeutet nicht nur, dass die Kombimaschine und die Zu- und Abführführeinheit entsprechend ausgelegt sein müssen, sondern auch die horizontale Führungsbahn, auf welcher der Sheet Master entlangfährt. Dieser legt Weglängen bis zu 17 m zurück, ereicht eine Geschwindigkeit von 3 m/s und Beschleunigungen bis 5 m/s². Damit muss auch die waagerecht angeordnete Energieführungskette, die zur Versorgung des Portalroboters mit Energie, Daten, Unterdruck und Schmierstoff dient, für diese Weglängen und dynamischen Werte ausgelegt sein muss.
Mit dabei: Magnetketten von Murrplastik
Schon seit über zehn Jahren arbeitet das Unternehmen Trumpf, Weltmarkt- und Technologieführer im Bereich industrieller Laser und Lasersysteme, mit der Murrplastik Systemtechnik zusammen, wenn es um Energiezuführungen geht. So überrascht denn nicht, dass die Entwicklungsingenieure von Trumpf bereits seit über zwei Jahren die speziellen Murrplastik-Magnetketten mit Erfolg und ohne jegliche Störung beim Sheet-Master einsetzen. Produktmanager Helmut Jostmeier von Murrplastik erklärt dazu: «Damit hat die Magnetkette ihre Serienreife eindeutig bewiesen. Mehr noch: Mit der Magnetkette sind Fahrstrecken des Sheet-Masters von 20 m und mehr überhaupt erst wirtschaftlich möglich».
Die patentierte Magnetkette nutzt ein einfaches physikalisches Phänomen, nämlich den Magnetismus. An allen Gliedern der Magnetkette werden im Innenbogen zwei Magnete versetzt montiert, die so gepolt sind, dass sie sich abstossen, wenn sie sich gegenüberstehen. Das magnetische Feld der wie ein Parallelogramm geformten Magnete ist so stark, dass es auch bei hoher Zuladung des Obertrums für den nötigen Abstand sorgt. Die Magnetkette ist ein Serienprodukt, die passenden Magnete können nur aufgeclipst werden. Mit dieser Technik hat die Murrplastik Systemtechnik nach eigenen Angaben ein weltweites Alleinstellungsmerkmal.
Bisherige Nachteile langer Verfahrwege eliminiert
In der Vergangenheit war ein Nachteil langer Verfahrwege, dass sich bei horizontaler Anordnung jeweils der obere Kettenteil, das sogenannte Obertrum, mit seinem Gewicht auf das untere Kettenteil, das Untertrum, legt. Da das Untertrum stationär bleibt, das Obertrum aber mit dem beweglichen Maschinenteil verbunden ist, führt dies zwangsläufig zu erheblichem Verschleiss und lästigen Verfahrgeräuschen. Genau das wollte man bei Trumpf auf keinen Fall. Denn Kettenverschleiss bedeutet eine kürzere Standzeit der Energieführungskette, die Kette längt sich und die darin verlegten Leitungen und Schläuche werden dadurch stärker strapaziert. Die Folgen wären eine geringere Verfügbarkeit der meist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche arbeitenden Maschinen, unzufriedene Nutzer und ein unnötig früher Austausch der Kette samt Inhalt.
Hohe Dynamik bei geringerer Antriebsleistung
Auf einen niedrigen Geräuschpegel legt man bei Trumpf ebenfalls grossen Wert, denn Ergonomie wird grossgeschrieben. Deswegen steht die Tru-Matic 7000 bei Caleg auf Luftfedern, die verhindern, dass die Maschinenschwingungen in den Boden geleitet werden. Zudem werden für das Ablegen der Bleche vermehrt Bürstentische statt Kugelrolltische eingesetzt.
Die etwa 20 bis 30 mm hohen, nach oben stehenden Bürsten schonen nicht nur die Oberflächen des Materials, sondern tragen auch entscheidend zur Geräuschminderung bei. «So ist es nur folgerichtig, dass sich Trumpf für den Einsatz unserer leisen Magnetkette entschieden hat, die überdies mit deutlich weniger Antriebsleistung auskommt und dennoch hohe dynamische Werte zulässt», erläutert Helmut Jostmeier.
Magnetkette mit höheren Standzeiten
Bei komplexen Maschinen wie der Tru-Matic 7000 sind Service und Wartung sehr wichtig. Durch Teleservice hat der Hersteller hier die Möglichkeit, eine direkte Verbindung zwischen der Maschine und den Beratern am Firmensitz herzustellen. Per Ferndiagnose lassen sich so Fehler schnell beheben und Stillstandszeiten verringern. Vor-Ort-Einsätze sind damit oft nicht mehr notwendig. Wichtig sind auch turnusmässige vorbeugende Wartungen nach einer speziell ausgearbeiteten Checkliste. Käme zu diesen Arbeiten zusätzlich auch noch der Energieketten-Austausch wegen Verschleiss hinzu, würden die Arbeiten nicht nur länger dauern, sondern auch die Kosten in die Höhe treiben. Das aber entfällt bei der Magnetkette, denn sie bietet nachgewiesenermassen höhere Standzeiten, einen geringeren Servicebedarf und grössere Wartungsintervalle.
Partnerschaft zahlt sich aus
Etwas hat dieses Projekt auch deutlich gemacht: Caleg konnte nur deshalb eine innovative und massgeschneiderte Maschineneinheit erhalten, weil alle beteiligten Unternehmen partnerschaftlich und vertrauensvoll kooperiert haben. Trumpf hat mit seinem Zulieferer Murrplastik eine optimale Lösung erarbeitet und realisiert, der Anwender Caleg hat wiederum durch intensives Zusammenarbeiten mit dem Maschinenlieferanten genau das gewünschte System für seine Fertigung erhalten. <<
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