Werkzeug- und Formenbau Neue Düse für Microwaterjet-Anlagen

Redakteur: Hermann Jörg

>> Mit den Microwaterjet-Anlagen zum Wasserstrahlschneiden lassen sich nun noch filigranere Arbeiten ausführen als bisher. Hersteller Daetwyler Industries und Entwickler Waterjet AG konnten den Durchmesser der Düse und damit des Wasserstrahls um einen Drittel auf 0,2 Millimeter reduzieren. Von dieser Optimierung profitieren nicht nur Käufer neuer Anlagen, denn bereits im Einsatz stehende Maschinen können nachgerüstet werden.

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Mit der neuen 0,2-mm-Düse können Microwaterjet-Anlagen noch präziser schneiden. (Bild: Daetwyler)
Mit der neuen 0,2-mm-Düse können Microwaterjet-Anlagen noch präziser schneiden. (Bild: Daetwyler)

joe. Als vor wenigen Jahren die ersten Anlagen zum Mikrowasserstrahlschneiden auf den Markt kamen, war der im Durchmesser von 0,5 auf 0,3 mm reduzierte Wasserstrahl ein wesentlicher Faktor für die mit einem Schlag um den Faktor zehn verbesserte Genauigkeit des Wasserstrahlschneidens. Erreicht werden von den Microwaterjet-Anlagen Positioniergenauigkeiten im µ-Bereich. Dank dieser extremen Präzision können über die gesamte Bearbeitungsfläche dieser Anlagen von 600 x 1000 mm Teile in einer Toleranz und Wiederholgenauigkeit von ± 1/100 mm gefertigt werden.

Neue Düse bringt auch Kosteneinsparungen

Die neue 0,2-mm-Düse und die damit verbundene Verringerung des Wasserstrahldurchmessers bietet den Anwendern nun klare Vorteile. So ermöglicht der kleinere Schnittspalt die Herstellung deutlich filigranerer Teile – besonders, wenn es sich um sehr komplexe Formen handelt. So werden vor allem kleinere Innenradien realisierbar. Auch bei Teilen, die sich bereits mit dem 0,3-mm-Strahl herstellen lassen, ist eine Qualitätsverbesserung unübersehbar. Selbst kleinste Bohrungen mit Durchmessern bis zu 0,3 mm lassen sich noch mit einem kreisend einstechenden Wasserstrahl erstellen.

Zudem ergeben sich erhebliche Kosteneinsparungen. Gegenüber der 0,3-mm-Düse sinkt der Wasserverbrauch von 0,4 auf 0,17 l/min, der Verbrauch des Abrasivs reduziert sich von 60 auf 16 g/min, und um einen Druck des Strahls von 4000 bar zu erzielen, reicht eine Pumpenleistung von 3 kW gegenüber 6 kW beim 0,3 mm dicken Schneidstrahl.

Nachrüsten problemlos möglich

Von der Neuentwicklung können alle Microwaterjet-Kunden profitieren. Denn die Technik für den 0,2-mm-Strahl lässt sich nachrüsten. Der Anwender muss lediglich den Schneidkopf austauschen, der als zentrales Element die Düse enthält, und feineres Abrasiv verwenden. Schon steht ihm die Möglichkeit zu noch feineren Schnitten offen.

Der im Durchmesser reduzierte Strahl ergänzt die generellen Vorteile des Mikrowasserstrahlschneidens für anspruchsvolle Werkstücke: keine Gefügeveränderungen, keine thermischen Belastungen, geringe mechanische Belastung, spannungsfreies Schneiden, geringe Schnittfugenbreite, minimale Nachbearbeitung, kaum Grat an der Schnittkante, frei wählbare Schnittqualität und Wegfall von Werkzeugkosten. <<

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