Offline-Programmierung für rationelle Kooperation

Redakteur: Redaktion SMM

Die Firmengruppe Gerb gehört mit speziellen Schwingungsdämpfern weltweit zu den Spezialisten, die Maschinen und Bauwerke schwingungstechnisch in den Griff bekommen. Um ihre Werke fertigungstechnisch optimal zu vernetzen, setzt das Unternehmen drei Cloos-Schweissroboter mit Offline-Programmierung ein und tauscht erstellte Schweissprogramme einfach per E-Mail aus.

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Mit etwa 400 Mitarbeitern - 140 davon in Berlin - macht die Firmengruppe Gerb mit Fertigungsstandorten in Deutschland, Frankreich, Brasilien, Indien und China gut 40 Millionen Euro Jahresumsatz. Dass die berühmte Millennium-Bridge in London heute gefahrlos begehbar ist und wackelfreie Fernsehbilder von der Besuchertribüne des deutschen Bundestages übertragen werden können, geht auf das Kompetenzkonto von Gerb. Denn hier sind, wie in vielen anderen Gebäuden, deren spezielle Schwingungstilger im Einsatz. Die Feder- und Dämpferelemente gibt es in Ausführungen bis 1250 x 850 Millimeter Grundfläche und 650 Millimeter Höhe. Bis zu 1,5 Tonnen schwer sind diese Bauteile, die bis zu 210 Tonnen Tragfähigkeit haben. «Bei Ausführungen mit Dämpfung sorgt eine spezielle Visco-Masse zusammen mit exakt abgestimmter Dämpfergeometrie dafür, dass Schwingungen wirkungsvoll zur Ruhe gebracht werden», erläutert Fertigungsleiter Torsten-Uwe Tag beim Rundgang durch die Hallen.

Schweissprogramme werden per E-Mail überspielt

Gerb nutzt sein Werk in Frankreich auch als verlängerte Werkbank, wenn die Kapazitäten in Berlin nicht ausreichen. «Dazu haben wir zwei identische Schweissroboter hier und einen in Saint Nazaire installiert, um Aufträge hier wie da flexibel abzuwickeln», erklärt Fertigungsleiter Tag. Da die Cloos-Roboter mit der Roboplan-Software ausgestattet sind, lassen sich Schweissprogramme offline erstellen und per E-Mail an den anderen Standort übermitteln. «In der Praxis werden bis zu 90 Prozent der Programmierung nach der CAD-Konstruktion am PC erledigt», so Tag. Die restlichen Koordinaten und Schweissparameter werden direkt am Roboter eingepflegt. «Nach erfolgreichem Testlauf übertragen wir das Schweissprogramm per E-Mail nach Frankreich.» Da die Roboterzelle dort bis auf den Millimeter mit derjenigen in Deutschland übereinstimmt, seien die Anpassungen vor Ort minimal.

Die Federelementgehäuse werden aus der Gerb-CAD-Anlage ins Cloos-Roboplan-System übernommen und für die späteren Schweissvorgänge bearbeitet. Mit der anschliessenden Simulation der einzelnen Schweissbahnen lassen sich erste Verfeinerungen und Optimierungen vornehmen. Dabei werden die Bewegungen des Roboterarms und des Federelementgehäuses im Werkstückpositionierer unter Berücksichtigung der Schweissfolge so festgelegt, dass im Fertigungsprozess bei möglichst geringem Verzug optimale Schweissnähte entstehen. Automatisch errechnet das Programm die Koordinaten, mit denen dann die Robotersteuerung gefüttert werden kann. Vorteilhaft beim Umgang mit dem Cloos-Roboplan-System ist die Lauffähigkeit auf einem handelsüblichen PC und die einfache Bedienbarkeit. «Das Programm ist nach einer überschaubaren Schulungszeit ohne grosse CAD-Kenntnisse nutzbar», unterstreicht Torsten-Uwe Tag.