Kunststofftechnik Ohne Verschluss ist Schluss

Redakteur: Luca Meister

Von wegen Währungsbarriere und Hochlohnstandort: Es ist immer noch möglich, in der Schweiz Kunststoffteile rentabel herzustellen – das Produkt muss einfach intelligent sein. Das zeigt die Gudo AG aus Lupfig, die sich auf Verschlüsse und alles, was in irgendeiner Form damit zu tun hat, spezialisiert hat. Die Produkte des Unternehmens zeichnen sich aus durch clevere Mechanik und attraktives Design und kommen weltweit zum Einsatz.

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(Bild: Grafikplusfoto – Fotolia.com)

Ein Verschluss ist mehr als nur ein Verschluss. Bei einem Skischuh ist die Schnalle zwar nur ein verschliessendes Glied, sie trägt aber eine essenzielle Bedeutung. Der Sportler muss sich nämlich zu 100 Prozent darauf verlassen können, dass seine Skischuhe auch in stark beanspruchten Situationen und bei tiefen Temperaturen bestehen. Wenn ein Verschluss nicht einwandfrei funktioniert oder gar kaputtgeht, sind oft grosse Gefahren damit verbunden.

Es hängt also viel ab von kleinen Kunststoffkomponenten, die deswegen perfekt konstruiert und getestet werden müssen. Um solche Teile in der Schweiz preislich attraktiv herstellen zu können, müssen clevere Lösungen her. Wichtig ist es hier, mit wenigen Bauteilen auszukommen sowie die Montagekosten möglichst tief zu halten. Wenn das System zudem patentfähig ist, wurde alles richtig gemacht.

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Vielfältiges Portfolio, umfassende Leistungen

Gudo hat ihren Ursprung in der Entwicklung und Herstellung von Skischuhverschlüssen. Das Produktportfolio wurde seither kontinuierlich erweitert und umfasst heute eine breite Palette von Dreh- und Ratschenverschlüssen sowie erstklassigen Lösungen für Spezialverschlüsse. Die umfassenden Leistungen reichen von der Konzeptfindung über die Designentwicklung und das Prototyping bis hin zur Serienfertigung und Nachbetreuung. Dabei wird bei der Entwicklung der Kunststoffteile der Kunde von Beginn des Projektes an einbezogen.

Der Aargauer Zulieferer verfügt über einen Maschinenpark mit zehn Spritzgussmaschinen, die u. a. im 2K-Verfahren arbeiten – dieses Verfahren wird verwendet, wenn zum Beispiel ein weicher Kunststoff auf einen harten aufgespritzt wird. Dieses Verfahren gewinnt immer mehr an Bedeutung, da es technisch wie auch vom Design her grosse Flexibilität und hohes Innovationspotenzial in sich birgt. Ein gutes Beispiel ist der neu entwickelte Hufschuh, bei dem ein Element, das zur Dämpfung wie auch für den Komfort des Pferdes dient, direkt aufgespritzt wird. Dies ist nicht nur eine technisch elegante, sondern auch eine kostensenkende Lösung, da durch das 2K-Verfahren manuelle Arbeitsgänge reduziert werden – im Hochlohnland Schweiz ein wichtiger Punkt.

Mit cleveren Entwicklungen sparen

Enrico Maraffio, Geschäftsführer der Gudo AG: «Unsere Verschlusssysteme sind exakt auf das Kundenbedürfnis zugeschneidert. Ein Skischuhverschluss muss zum Beispiel neben der Funktion zum Verschliessen auch problemlos feinjustierbar sein. Zudem sorgen wir für eine möglichst einfache Anwendung und legen das Design produktionsfreundlich an, damit der Kunde von einem moderaten Preis profitiert.» So hat der Unternehmer aktuell eine Skischuhschnalle komplett neu entwickelt, die über ein Exzentermodul am Raster feinjustierbar ist. Den Schuh mit dem neuen Verschluss, der durch Einfachheit im Design und seine kostengünstige Herstellung besticht, hat er – gemeinsam mit einem renommierten Schweizer Skischuhhersteller – gleich selber auf der Piste getestet.

Zu den Stärken der Gudo AG gehört ihre innovative Entwicklungskraft, die stets auch den Komponentenaustausch und Montageaufwand berücksichtigt. Zudem wird seitens der Fertigung darauf geachtet, dass die Produktions-, Werkzeug- und deren Unterhaltskosten möglichst tief gehalten werden.

Auch für den Industriebereich lässt sich auf diese Weise mit einer offenen und produktionsfreundlichen Designhaltung punkten, erklärt Maraffio. «Wir werden oft für Lösungen angefragt, bei denen Dinge vereinfacht werden müssen, damit sie im Endeffekt rentabel bleiben. Zum Teil ist den Kunden nicht bewusst, wo sie Kosten einsparen können. Genau dort helfen wir weiter, produzieren gegebenenfalls Prototypen und perfektionieren das Produkt, bis es reif ist für die Fertigung.»

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