Ostschweizer Technologiesymposium 2015

OTS 2015: Erfolg am Werkplatz 4.0

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Eine Lawine, vor der man nicht weglaufen darf

Gleichwohl, wenn es um die komplexe Realisierung im Gesamten geht, dann muss man damit rechnen, dass bei der konkreten Umsetzung in Richtung Werkplatz 4.0 eine Lawine auf die Schweizer KMU zurollt. Prof. Wegener: Anders als bei einer Schneelawine müsse hier die Empfehlung gegeben werden, nicht wegzulaufen, sondern sich der Technologie-Lawine entgegenzuwerfen und deren Energie zu nutzen.

Internet-Identität

Industrie 4.0 ist sozusagen das Internet der Dinge: Produkte bekommen eine Identität im Internet, Produkte werden autonom. Sie sammeln Daten über ihr Umfeld, Maschinen lernen fühlen, können Entscheidungen treffen und entsprechend unabhängig und situativ agieren und produzieren.

Bereits heute Realität

In Zukunft wird, laut Prof. Dr. K. Wegener, das Werkstück mit der Maschine kommunizieren, die Maschine reagiert auf die Informationen des Werkstücks. Es findet eine Art Wechselbeziehung zwischen Werkstück und Produktionsanlage statt.

In Teilen ist das bereits heute Realität. In Zukunft werden aber alle Produktions-Daten extrahiert, man kann von überall drauf zugreifen und die Produktion verändern. Es ist eine Technologielawine, aber man darf nicht – wie oben bereits angedeutet – davonlaufen, man muss sich den Herausforderungen stellen.

Aktuelle Forschungsbeispiele

Wie das beispielsweise aussehen kann, zeigen aktuelle Forschungsbeispiele. In Zukunft werden adaptive Maschinen das Werkstück situativ fertigen: Das Werkzeug wird erfasst in der Ist-Form, mit der Sollform verglichen; die Maschine fertigt anschliessend das Teil komplett selbstständig. Die Fabrik der Zukunft – Fabrik 4.0 – organisiert sich selbst. Volkswagen hat in diesem Zusammenhang ein Forschungsprojekt «smart face» lanciert. Hier wird auf Chaosfertigung statt Linienfertigung gesetzt.

Ein entscheidender Aspekt wurde am Schluss der Podiumsdiskussion angesprochen: Wenn es mit der Industrie 4.0 weiter vorangehen soll, dann muss man auch darüber nachdenken, ob in der Schweiz die richtigen Leute ausgebildet werden. Es wird immer stärker in hoch- bis vollautomatisierte und vernetzte Prozesse gehen. Die Ausbildung muss sich entsprechend in die Richtung bewegen.

Eine Schutzmauer bauen, wie eingangs erwähnt, erscheint somit gänzlich unangebracht. <<

(ID:43570185)