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Antriebe auf einem technisch hohen Niveau
Die Antriebe (z. B. AC-/DC-Servomotoren, Linearantriebe) und die Antriebs-/Führungsorgane (z. B. hydrostatische Führungen, Kugelumlaufspindeln, usw.) sind auf einem technisch kaum noch zu überbietenden Niveau angelangt. Die verfügbaren Motoren mit höchstauflösenden Resolvern oder anderen Messsystemen (z .B. hochgenaue Glasmassstäbe) verkraften kurzzeitig ein Mehrfaches des Nenndrehmoments und ermöglichen Tisch- oder Supportbeschleunigungen, welche dank schnell reagierender Steuerungen und entsprechender Programmierung mit 5–10 g ruckfrei (!) anfahren und bremsen, sowie höchste Vorschubgeschwindigkeiten zulassen können. Das nennt man «maschinenseitige Optimierung»! In dieser Hinsicht ist somit kein Argument gegen «intelligente» Steuerungen gerechtfertigt.
Es soll hier keineswegs der Eindruck entstehen, dass es nicht Schleifmaschinenhersteller gibt, die ihre «schleiftechnische Weisheit» bereits irgendwie in die Steuerung integrieren. Anlässlich von Hochgeschwindigkeitsversuchen beim Zahnrad-Vollschnittschleifen war zu beobachten, dass sich beinahe alle relevanten Prozessdaten einerseits auf dem Bildschirm und andererseits auf einem angeschlossenen Notebook, ausgerüstet mit eine Spezialsoftware, verfolgen und ausgeben liessen. Dank der ausgezeichneten Prozessüberwachung und der integrierten Steuerungsintelligenz liess sich der Leistungsbedarf genau verfolgen und sogar die zur KSS-Beschleunigung vom Scheibenantrieb «abgezweigte» Leistung genau protokollieren. Dieses Beispiel soll lediglich beweisen, wie gut man heute Schleifprozesse auch rechnerisch «im Griff» haben und relativ schnell beurteilen kann. Das wäre ja die Voraussetzung, wenn eine Steuerung «intelligenter» gemacht werden soll.
Zum Schluss noch eine Anmerkung: Schleifmaschinensteuerungen kann ein Anwender nicht «intelligenter» machen, als sie sind. Es gibt da aber einen Zwischenweg, nämlich die Prozessberechnung – ganz oder auch nur teilweise – am Computer [3]. <<
Quellenverzeichnis:
[1] Meister, Markus: Vademecum des Schleifens, Buch gebunden, 562 Seiten, Carl Hanser Verlag München, ISBN: 978-3-446-42618-4 oder www.markus-meister.ch
[2] Meister, Markus: Grindy – Eine kurze Geschichte über das Schleifen, Markus Meister, Wissen der Schleiftechnik, Selbstverlag, www.markus-meister.ch
[3] Markus Meister: Prozessberechnungsmodule PX in Excel für die Standard-Schleifverfahren und für das Kühlen, Wissen der Schleiftechnik, Selbstverlag, www.markus-meister.ch
[4] Ott, Helmut W.: Schleiftechnik, 8330 Pfäffikon, Schleiftechnische Broschüren – Ausgaben 2013, Vertrieb im Selbstverlag, hwo@bluewin.ch
[5] Ott, Helmut W.: Schleiftechnik, 8330 Pfäffikon, «Schleifen wie die Profis – Grundlagen der Schleiftechnik», Ausgabe 2008, Vertrieb im Selbstverlag
[6] Andrew, C., Howes T. D., Pearce, T. R. A.: Creep Feed Grinding, Holt, Rinehart and Winston Ltd. 1985
[7] Zeitschrift «SMM» Schweizer Maschinenmarkt: Vogel Business Media AG, 8800 Thalwil
[8] Zeitschrift Werkstatt und Betrieb WB 4/2009, «Wie Experten Potenziale ausreizen», 6. Schleiftagung in Fellbach (D), Publikation Carl Hanser Verlag, München
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