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Vademecum des Schleifens Präzisionsschleifen: eine «Geheimwissenschaft»?

| Autor / Redakteur: Markus Meister / Matthias Böhm

Das Vademecum des Schleifens wurde als Arbeitshilfe und zur Unterstützung bei der Lösung von Problemsituationen für Arbeitsvorbereiter, Prozessverantwortliche und Operateure geschrieben. Das Buch thematisiert die unterschiedlichsten Fragestellungen zum Thema Schleifen.

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Eindringwinkel αec an der Kornschneide [1,6].
Eindringwinkel αec an der Kornschneide [1,6].
(Bild: Helmut W. Ott)

Das Vademecum des Schleifens [1] ist seit dem Frühjahr 2012 verfügbar. Geschrieben wurde es als Arbeitshilfe und zur Unterstützung bei der Lösung von Problemsituationen für Arbeitsvorbereiter, Prozessverantwortliche und Operateure. Im deutschsprachigen Raum ist kein vergleichbares Werk bekannt.

Davor kam, verfasst vom selben Autor, «Grindy – Eine kurze Geschichte über das Schleifen» [2] heraus und passend zum Vademecum wird ein Excel-Prozessberechnungsprogramm [3] mit Modulen für die Standardschleifverfahren, für Kühlmittel-Anlagen (Behältergrösse und/oder Rückkühlaggregate) und für die Düsendimensionierung angeboten.

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Das Buch animiert den Leser zu Fragen

Nach dem Erscheinen des Buches war damit zu rechnen, dass die Leser zu Fragen animiert werden, weil das Schleifen im Präzisionsbereich mit den «undefinierten Kornschneiden» schon immer von Zweifeln und Unsicherheiten begleitet war.

Die unterschiedlichsten Fragen zu den Inhaltsthemen und auch zu eigenen schleiftechnischen Problemen zeigen deutlich, was offensichtlich noch unklar ist und wo «der Schuh drückt». Weil man davon ausgehen kann, dass auch Leser der Fachzeitschrift «SMM» [8] ein Interesse an den Antworten haben könnten, werden diese auszugsweise hier publiziert. Man könnte es auch als Inhaltsergänzung zum Buch betrachten.

Und nun zu einer oft gestellten Frage: Warum fehlt vielen Schleifmaschinen die «schleiftechnische Intelligenz»? Die Zeit der Schützen-/Relais-Steuerungen ist längst vorbei. Zum Einsatz gelangen bei kleineren, einfacheren Schleifmaschinen SPS-Steuerungen (Speicherprogrammierbare Steuerungen). Moderne, leistungsfähige Maschinen sind dagegen fast ausnahmslos mit Steuerungen auf der Basis von «Industrie-PCs» konzipiert und mit modernsten Prozessoren, ausreichendem RAM (Random Access Memory) und auch mit Standard-Schnittstellen (RS232, USB usw.) ausgerüstet. Die Prozess-Programmierung erfolgt meist in der Arbeitsvorbereitung. Von dort gelangen die Daten über Kabel an die Maschine. Der Operateur verfügt über Eingriffsmöglichkeiten zur Feinanpassung, zur Korrektur oder wenn die Prozesssicherheit (Qualitätsansprüche, Genauigkeit, thermische Randzonenschäden usw.) nicht gewährleistet ist. Durch Zusatzmodule (zusätzliche Achsen z. B. für Spannvorrichtungen) sind solche Steuerungen nahezu beliebig erweiterbar. Man könnte somit diese Steuerungen problemlos auch mit hoher, schleiftechnischer «Intelligenz» ausrüsten – sofern überhaupt vorhanden.

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