Montageeinrichtungen für Schienenfahrzeug-Baugruppen Praxisgerechte Lösung aus dem Baukasten

Redakteur: Silvano Böni

Der Stahl- und Apparatebauer L+M AG realisierte mit Hilfe von Antriebselementen der Nozag AG Montageeinrichtungen für Schienenfahrzeug-Baugruppen. Diese mussten die unterschiedlichen Anforderungen aus Fertigung, Montage und Logistik innerhalb eines Gesamtsystems erfüllen. Entstanden ist dabei eine Komplettlösung aus individuellem Apparatebau und standardisierten Antriebselementen.

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Drehvorrichtung auf einem Aufnahme-/Transportrahmen in der Montagephase; sehr gut ist die verdeckte und zugleich gut zugängliche Antriebslösung (rechts) von Nozag zu sehen.
Drehvorrichtung auf einem Aufnahme-/Transportrahmen in der Montagephase; sehr gut ist die verdeckte und zugleich gut zugängliche Antriebslösung (rechts) von Nozag zu sehen.
(Bild: Nozag)

Die L+M AG, ein zur Schweizer Wesco-Gruppe gehörendes Stahl- und Apparatebau-Unternehmen, zählt zu den gefragten Spezialisten für Systemlösungen in der Produktion und Montage von grossformatigen und schwergewichtigen Baugruppen für Schienenfahrzeuge. Als es um neue Ausrüstungen für die Aufnahme, den inner- sowie ausserbetrieblichen Transport und die Montage von Zug-Komponenten ging, erhielt L+M einen Grossauftrag zur Entwicklung, Konstruktion und Herstellung der benötigten Produktions- und Montage-Einrichtungen. Der Kunde formulierte dabei den Wunsch, die unterschiedlichen Anforderungen aus Fertigung, Montage und Logistik innerhalb eines Gesamtsystems erfüllen zu können, und gab gleichzeitig einen ambitionierten Zeitrahmen für die Umsetzung vor. Die Ingenieure von L+M machten sich ans Werk und entwickelten eine integrierte Komplettlösung. Ausgehend von der benötigten Montage- und Logistik-Kapazität besteht diese aus vier Drehvorrichtungen und sieben Aufnahme- und Transportrahmen.

Komplettlösung aus Individuellem

Die Drehvorrichtungen dienen dem Zusammenbau und der Endmontage verschiedener Zug-Komponenten. Weil es sich dabei um sperrige und schwere Bauteile oder Baugruppen handelt, kommt dem sicheren, ergonomischen Betrieb und dem flexiblen Einsatz eine besondere Rolle zu. Darüber hinaus sollte eine gute Zugänglichkeit gegeben sein, und die Konstruktion sowie der Antrieb der Drehvorrichtung dürfen die Montagearbeiten nicht behindern. Eine Drehvorrichtung sowie ein Aufnahme- und Transportrahmen wiegen 1100 beziehungsweise zusammen 1700 kg und inklusive der montierten Zug-Baugruppe sind es bis zu 3000 kg. Zur Ausrüstung kommen noch die Dokumentationen sowie Zertifikate. Dies betraf natürlich auch die von Zulieferern beigestellten Bauteile und Baugruppen: Schliesslich gab es bestimmte Vorgaben bezüglich technischer Ausführung, Mass-/Passgenauigkeit, der Kompatibilität der Drehvorrichtungen und Rahmen untereinander sowie der Leistung und Zuverlässigkeit der Zuliefer-Bauteile/Baugruppen.

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Heavy-Duty-Antriebstechnik

Für die antriebstechnischen Belange sicherte sich L+M die Unterstützung des Spezialisten Nozag AG. Dabei ging es hauptsächlich um den sicheren und zuverlässigen Antrieb der Drehvorrichtung um 2 x 90°. Die Anwendungs-Ingenieure von Nozag wählten für den Drehvorrichtungs-Antrieb eine praxisgerechte Lösung aus dem Baukasten und konnten den Antrieb mit Standard-Komponenten realisieren: einen 4-poligen Drehstrommotor mit Montagefuss, eine flexible Kupplung Baugrösse 095, ein Kegelradgetriebe RM24 (Typ RM24-1D, I = 1:1), ein Schneckengetriebe CHMR-110-80 (Typ CHMR, Grösse 110, Übersetzung i 80) und schliesslich eine Duplex-Rollenkette plus Kettenräder. Für die Drehfunktion ist die Motor-/Kegelradgetriebe-Kombination zuständig, die Kombination Kettenantrieb und Schneckengetriebe sorgt per Eigenhemmung dafür, dass sich die Drehvorrichtung nicht von selbst in Bewegung setzen kann. Nozag lieferte die Antriebslösung als einbau-/montagefertige Einheiten an L+M, die somit gegenüber dem Endkunden als Systemlieferant aus einer Hand verantwortlich zeichnet. <<

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