Lorch: MIG/MAG- ersetzt WIG-Schweissprozess Produktiv hochwertige Sichtnähte schweissen

Redakteur: Konrad Mücke

Mit dem MIG/MAG-Schweissprozess MicorTwin lassen sich anspruchsvolle Sichtnähte, die bisher aufwendiges WIG-Schweissen erforderten, deutlich produktiver und wirtschaftlicher schweissen. Zudem ist das für die Schweissfachkräfte wesentlich einfacher auszuführen.

Optisch anspruchsvoll: Bisher ausschliesslich mit WIG-Verfahren geschweisste Sichtnähte sind jetzt bei doppelter Geschwindigkeit und gleicher Nahtoptik mit MIG/MAG-Verfahren realisierbar.
Optisch anspruchsvoll: Bisher ausschliesslich mit WIG-Verfahren geschweisste Sichtnähte sind jetzt bei doppelter Geschwindigkeit und gleicher Nahtoptik mit MIG/MAG-Verfahren realisierbar.
(Bild: Lorch Schweisstechnik)

Bisher nutzte man ausschliesslich das WIG-Schweissverfahren, um Bauteile aus Aluminium, Edelstahl (CrNi) und Stahl (bei dünnen und miitteldicken Blechen) mit gleichmässig geschuppten, optisch anspruchsvollen Nähten zu schweissen. Allerdings ist das zeitaufwändig und wird häufig als zu kosten­intensiv beurteilt. Verglichen mit anderen Schweiss­verfahren ist es nicht wettbewerbsfähig.

Schnelles Verfahren für bildhübsche Nähte

Der jüngst von Lorch Schweisstechnik präsentierte MIG/MAG-Schweissprozess MicorTwin arbeitet bei doppelter Schweissgeschwindigkeit verglichen mit bisher üblichen WIG-Verfahren. Die Schweissnähte haben dabei eine dem WIG-Verfahren vergleichbare Nahtoptik. Über die Dynamikeinstellung kann die Nahtoptik sogar individuellen Wünschen angepasst werden. Der Schweisser kann von feiner bis grober Nahtschuppung wählen. Damit eignet sich dieses Verfahren vor allem für optisch anspruchsvolle Bauteile, die in mittleren und grossen Serien wirtschaftlich hergestellt werden sollen. Das betrifft beispielsweise Rahmen für Fahrräder und Möbelgestelle. Speziell beim Verbinden 1 bis 8 mm dicker Bleche sorgt das Verfahren für schöne, gleichmässig geschuppte Schweissnähte. Frank Knuf, verantwortlicher Entwicklungsschweisser bei Lorch, sagt dazu: «Ich hätte nicht gedacht, dass mit einem MIG-MAG-Prozess eine solche herausragende Nahtoptik bei dieser Geschwindigkeit möglich ist.»

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Einfaches, wirtschaftliches Schweissverfahren

Ein weiterer Vorteil des MIG/MAG-Verfahrens ist die einfache Handhabung. Die Schweissprogramme beim Verfahren MicorTwin sind für den gesamten Anwendungsbereich optimiert. Ohne aufwendiges Abstimmen kann der Schweisser wie bei einem üblichen MIG/MAG-Schweissprozess arbeiten. So kann er einfach, schnell und zuverlässig eine hochwertige Nahtoptik verwirklichen. Das sorgt für höchste Wirtschaftlichkeit. Zudem können zahlreiche Fertigungsbetriebe nunmehr bei gleichem Personal und Ausbildungsstand ihr Leistungsspektrum um das Schweissen optisch anspruchsvoller Schweissnähte erweitern. Das Personal kann effizienter arbeiten. Dazu sagt Maximilian Hipp, verantwortlicher Produktmanager für den MicorTwin bei Lorch Schweisstechnik: «Durch die einfache Handhabung des Schweissverfahrens MicorTwin kann nahezu jedes Unternehmen qualitative Sichtnähte produzieren bei hoher Produktivität. Hochspezialisierte WIG-Schweisser werden entlastet und MIG-MAG-Schweisser erhalten einen neuen Prozess, der einfach ist, aber höchste Qualität ermöglicht.» Zudem müssen einige Unternehmen keine doppelte Ausrüstung mehr vorhalten.

Nachrüsten möglich

Auf allen Schweissanlagen der Reihe MicorMIG, auf denen der Pulse-Prozess freigeschaltet ist, lässt sich das innovative MIG/MAG-Verfahren für optisch hochwertige Schweissnähte nachrüsten. So steht das Verfahren MicorTwin für Schweissgeräte aller Stromstärken von 300 bis 500 A zur Verfügung. Bei allen ab dem Produktionsjahr 2018 vom Hersteller bereitgestellten Schweissgeräten ist das Verfahren mit dem Einsetzen einer NFC-Karte integrierbar. - kmu - SMM

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