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Emil Frey modernisiert Hochregallager mithilfe von Siemens und Bürge-Fischer Prompt geliefert dank Modernisierung

Redakteur: Silvano Böni

Die Emil Frey AG betreibt in Härkingen ein Lager für Autoersatzteile. Durch den General­unternehmer Bürge-Fischer AG wurde der Hoch­regallagerbereich im laufenden Betrieb modernisiert – fünf neue Regalbediengeräte mit Steuerungen und Antriebstechnik von Siemens lagern nun Ersatzteilpaletten automatisch ein und aus.

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Fünf Regalbediengeräte mit Steuerungen und Antriebstechnik von Siemens lagern nach dem Umbau bei Emil Frey nun Ersatzteilpaletten automatisch ein und aus.
Fünf Regalbediengeräte mit Steuerungen und Antriebstechnik von Siemens lagern nach dem Umbau bei Emil Frey nun Ersatzteilpaletten automatisch ein und aus.
(Bild: Siemens)

Bereits 1935 versprach der Firmengründer Emil Frey seinen Kunden in einem Brief, «jederzeit prompt und gewissenhaft» Autoersatzteile aus seinem «reichhaltigen Lager» zu liefern. Ob er sich damals vorstellen konnte, dass fast 100 Jahre später im Ersatzteillager in Härkingen dreimal täglich rund 450 Grossteile-Bestellungen aus einem automatischen Hochregallager ausgelagert werden, um in wenigen Stunden die Garagenbetriebe in der ganzen Schweiz zu erreichen?

Das 1986 erbaute Hochregallager hatte seine Lebensdauer erreicht, immer öfter kam es zu Störungen und Betriebsunterbrüchen. Ersatzteile für die technischen Einrichtungen waren nicht mehr erhältlich, gleichzeitig musste die Leistungsfähigkeit des Lagers dringend erhöht werden. Deshalb entschied die Emil Frey AG, das Hochregallager von Grund auf zu modernisieren. Zusammen mit dem Automationsunternehmen Bürge-Fischer AG wurde der Umbau im laufenden Betrieb bewerkstelligt – denn dieses komplexe Unterfangen durfte die Lieferbereitschaft des Zentrallagers, das 50 Mitarbeiter beschäftigt, während der Umbauphase nicht beeinträchtigen. Eine spezielle Herausforderung war, dass die 18 m hohen Regale für Spezialpaletten (Gitterboxen 125 cm x 175 cm) gebäudetragend sind und unbedingt weiterverwendet werden mussten. Zudem war klar, dass das neue Konzept vollautomatisierte Regalbediengeräte (RBG) und eine neue Palettenförderanlage mit drei Kommissionierplätzen beinhalten muss. Das Mann-zur-Ware-Konzept wurde reversiert auf «Ware zum Mann,» was die Bearbeitungszeit pro Rüstzeile mehr als halbiert.

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Ein ausgeklügeltes System

Bei genauem Hinschauen im Lager fällt auf, dass die Artikel in einer Gitterbox nicht sortenrein gelagert werden. Da liegt zum Beispiel ein Auspufftopf mit Autobatterien und Kotflügel zusammen in einer Gitterbox. Auch können gleiche Artikel in verschiedenen Gitterboxen gelagert werden. Dies bezeichnet man als chaotische Lagerung, nur die Lagerverwaltungssoftware weiss, was wo eingelagert ist. Damit kann die Lagerkapazität optimal ausgenutzt werden. In 2800 Gitterboxen werden so gegen 11 000 Grossteile gelagert. Die eingesetzte Lagerverwaltungssoftware ist eine Eigenentwicklung der Emil Frey AG.

In drei Wellen werden täglich Bestellungen, welche bis 20 Minuten vor den fixierten Auslieferzeiten angenommen werden, von der Lagerverwaltungssoftware in der First-in-first-out-Reihenfolge zur Bearbeitung freigegeben. Die fünf Regalbediengeräte transportieren im perfekten Zusammenspiel mit der Palettenfördertechnik die Gitterboxen zum richtigen Kommissionierplatz und wieder zurück ins Lager. Der Mitarbeitende kann nach dem Kommissionieren im gleichen Zug Einlagerungen tätigen.

Höchste Flexibilität dank moderner Technik

Die neue Lagerverwaltungssoftware wurde genau nach den Bedürfnissen der Emil Frey AG konzipiert und kommt in allen Lagern der Emil-Frey-Gruppe zum Einsatz. Dazu Roland Huber, Logistikleiter bei Emil Frey: «Uns ist wichtig, dass das Lagerverwaltungssystem perfekt und flexibel auf unsere Bedürfnisse abgestimmt ist.»

Die Mitarbeiter des Siemens-Solution-Partners Bürge-Fischer sind Steuerungsspezialisten. Neben dem versierten Umgang mit der Hochsprachenprogrammierung SCL im TIA-Portal, ist das Erstellen von Schnittstellen zu fremden Softwaresystemen eine ihrer Stärken. Seit 2017 setzt Bürge-Fischer für Regalbediengeräte durchgängig auf Antriebssysteme von Siemens, mit Frequenzumrichtern S120 und Siemens-Servomotoren mit fehlersicheren Absolutwertgebern. Damit können in Kombination mit den fehlersicheren Simatic-S7-1500F-Steuerungen sämtliche Sicherheitsfunktionen wie sicherer Halt, sichere Geschwindigkeitsüberwachungen und weitere effizient nach heutigem Stand der Technik realisiert werden.

Die Zweifel sind verflogen

Der Umbau des Lagers dauerte rund 15 Monate bei laufendem Betrieb. Roland Huber erinnert sich an die beengenden Verhältnisse während dieser Zeit. Vom Resultat ist er aber begeistert: «Heute haben wir einen kontinuierlichen Warenfluss und ein Mitarbeiter kann bis zu 43 Warenein- wie Warenausgänge pro Stunde verarbeiten – das sind über 50 Prozent mehr als früher.» Eingelagert wird nach der Kommissionierung oder in den ruhigeren Zeiten dazwischen; rund 150 Artikel täglich. Huber zieht Bilanz: «Diese Lösung – Grossteile zu automatisieren – kostete uns einiges an Mut. Umso mehr freut es mich, dass sich das neue Lager für unsere Bedürfnisse als ideal erweist.» SMM

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