Werktage Prozesssicherheit mit 5-Achs-Kompetenz

Redakteur: Anne Richter

Lösungen mit Präzision und Kompetenz bei der 5-Achs-Bearbeitung sowie eine ganzheitliche Betrachtung der Prozesskette, dies waren die Themen, die bei den 7. Heller Werktagen vom 14. bis 16. Mai 2014 im Mittelpunkt standen. An insgesamt sieben Bearbeitungszentren unter Span zeigten die Nürtinger Maschinenbauer, wie sich tägliche Herausforderungen hier wirtschaftlich lösen lassen. Daneben zeigten moderierte Podiumsdiskussionen Anregungen und Potenziale, die in der Praxis bereits erfolgreich umgesetzt werden.

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Auch in diesem Jahr gab es auf den Heller Werktagen die Möglichkeit, die Werke 1 und 2 zu besichtigen.
Auch in diesem Jahr gab es auf den Heller Werktagen die Möglichkeit, die Werke 1 und 2 zu besichtigen.
(Bild: Heller)

Mehr als 800 Gäste aus insgesamt 20 Ländern folgten der Einladung zu den Heller Werktagen nach Nürtingen vom 14. bis 16. Mai 2014. Bestimmend war hier zwar nach wie vor Deutschland mit über 60 Prozent der Besucher, doch danach folgten gleich die Besucher aus der Schweiz sowie aus Portugal und Spanien und den USA. So zahlreich die Nationalitäten, so unterschiedlich gestalteten sich auch die Branchen der Besucher, die in Nürtingen nach wirtschaftlichen Fertigungslösungen suchten: angefangen von der Automobilindustrie und den Zulieferern, dem allgemeinen Maschinenbau, dem Werkzeug- und Formenbau bis hin zu Aerospace.

Produktivität in der Prozesskette

Lösungen mit Präzision und Kompetenz in 4 und 5 Achsen sowie die ganzheitliche Betrachtung der Prozesskette, unter diesen Aspekten sollten den Besuchern der 7. Heller Werktage die Trends von morgen nähergebracht werden. Wie man bei Heller Produktivität in voller Bandbreite definiert, demonstrierte das Unternehmen dann auch auf sieben Bearbeitungszentren mit den unterschiedlichsten Werkstücken und Anforderungen. So wurden auf drei 4-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe H eine Planzug-Lösung und das Trochoidalfräsen, der universelle Einsatz mit überlangen Werkzeugen oder auch das Bohren in allen erdenklichen Ausprägungen präsentiert. Die Schwerpunkte der 5-Achs-Bearbeitung setzte man in Nürtingen mit drei 5-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe F. Auf der FP 4000 ging es um die Genauigkeit im messgesteuerten Prozess und die 5-Achs-Bearbeitung auf 6 Seiten, auf einer FT 4000 stand die strategische 5-Achs-Simultanbearbeitung im Vordergrund. Auf dem 5-Achs-Bearbeitungszentrum CP 8000 dagegen wurden Heller-Zyklen und die kombinierte Fräs-Drehbearbeitung verdeutlicht. Diese Live-Zerspanung wurde zudem mit insgesamt drei Neuentwicklungen und zahlreichen Weiterentwicklungen ergänzt. Dazu zählte unter anderem auch die Erweiterung der Prozesskette ausserhalb der Zerspanung bei der Kurbelgehäusefertigung mit Heller CBC (CylinderBoreCoating).

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Praxisbeispiele in moderierter Podiumsdiskussion

Ergänzt wurden die praktischen Maschinenvorführungen in diesem Jahr erstmals auch mit moderierten Podiumsdiskussionen. Podiumsdiskussion deshalb, weil man so entscheidende Fragen gezielt auf den Punkt bringen konnte: Das war einerseits der Bezug zur Praxis oder warum, wann und welche Lösungen gewählt wurden, und wie sich derartige Strategien übertragen lassen. So zeigte Volker Schmitt, Head of Industrial Engineering Manufacturing bei der Linde Hydraulics GmbH in Aschaffenburg, unter anderem auf, wie mit dem Einsatz eines 5-Achs-BAZ spezielle Zylinderblöcke von Axialkolbenpumpen wirtschaftlich herzustellen sind. Diese Bauteile wurden demnach bislang mit vier Achsen und einer zusätzlichen Aufbauachse auf der Palette gefertigt. Bei einem Typ an Zylinderblöcken war die Bearbeitung allerdings nur in zwei Aufspannungen möglich. Ein Prozess, der sich sehr aufwendig gestaltete und zudem mit Verlusten in Qualität und Wiederholgenauigkeit verbunden war. Um hier schräge Bohrungen in einer Aufspannung zu realisieren, musste man auf fünf Achsen setzen.

Das Erfolgsrezept: Betrieb rund um die Uhr

Für Walter Kreidler, Geschäftsführer der Kreidler GmbH & Co. KG in Horb, dagegen sind das Zerspanvolumen, die Dynamik, die Präzision und die Zuverlässigkeit bei Heller-Maschinen das Mass aller Dinge. Mit einem Werkstückprogramm, unter anderem von führenden deutschen Getriebeherstellern, sind die Anforderungen in Sachen Präzision und Verfügbarkeit in Horb demnach meist extrem hoch und äusserst komplex. Dazu Walter Kreidler: «Ich kenne die Maschinen von Heller seit dem ersten Tag und wir wissen, was wir damit machen. Heller mag zwar preislich höher liegen als so manch anderer Hersteller, aber die Lebensdauer der Maschinen macht das alles wett. Für einen zuverlässigen Betrieb müssen die Maschinen einfach nur laufen. Rund um die Uhr, weil das Ein- und Ausschalten, das Hoch- und Herunterfahren, die Temperaturschwankungen also, meines Erachtens zulasten der Lebensdauer gehen. Hat man konstante Temperaturen, gibt es so gut wie keine Probleme.»

Die erforderliche Präzision erreicht man in Horb dagegen durch die Komplettbearbeitung in einer Aufspannung. Unterschiede zwischen Schruppen und Schlichten werden dabei keine gemacht, denn die Maschinen leiden dadurch nach Auskunft von Walter Kreidler keineswegs: «Wir haben Maschinen seit 15 Jahren mit den ersten Führungen, und wir haben sogar bei Heller eine elf Jahre alte Maschine vom Typ MC 16 gekauft. Die wurde aufgestellt, die Maschine ist gelaufen und ist so präzise wie eine neue. Da sind noch nie eine Spindel oder Führungsleisten gewechselt worden. Die Teile kommen runter und stimmen. Auf dieser Maschine fertigen wir derzeit aktuelle Getriebegehäuse.»

Hohe Vorschübe und Präzision im Vordergrund

Eine derartige Vorgehensweise mag da auf Karl Semmelmann, Leiter Technik und Entwicklung bei der MDS Abele GmbH & Co. KG, befremdlich wirken. Denn in Mühlacker muss man Cm/Cmk 1,67 prozessfähig nachweisen. Bei täglichen Losgrössen von 50, 220 und 500 Stück geht es darum, die Präzision in Verbindung mit Prozessfähigkeit über einen langen Zeitraum prozesssicher nachzuweisen. In Mühlacker setzt man deshalb auf zwei 4-Achs-Bearbeitungszentren H 4000 von Heller. Die Maschinen wurden 2013 in Betrieb genommen und haben sofort mit der Fertigung begonnen. Obwohl man mit einer gewissen Anlaufzeit gerechnet hatte, ist man ohne Automation bereits bei einer Verfügbarkeit von 95 bis 96 Prozent angelangt. Einen wesentlichen Anteil an dieser hohen Verfügbarkeit hat nach Auskunft von Karl Semmelmann, Leiter Technik und Entwicklung, die Stabilität der Maschinen. Einerseits sichert diese eine hohe Wiederholgenauigkeit, andererseits kommt es zu keinen Schwankungen bei Steifigkeit und Wärmegang. Statt Zerspanungsleistung stehen bei MDS Abele hohe Geschwindigkeiten, hohe Vorschübe und Präzision im Vordergrund. Attribute also, die man nicht unbedingt mit horizontalen Bearbeitungszentren verbindet.

Wie bei allen Heller Werktagen gab es 2014 wieder die Gelegenheit, die Werke 1 und 2 zu besichtigen. Neben den Einblicken in die Fertigung, die Baugruppen- und Endmontage oder die Ausbildung konnten sich die Besucher so auch über die Montage der Kurbelwellenmaschinen, die Grossteilefertigung oder das Retrofitting «Made by Heller» informieren. <<

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