Additive Fertigung

Reduzierte Kosten mit Zahnspangen aus dem 3D-Drucker

| Redakteur: Anne Richter

Die Behandlungskosten werden mit den additiv gefertigten Zahnspangen um bis zu 20 Prozent reduziert.
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Die Behandlungskosten werden mit den additiv gefertigten Zahnspangen um bis zu 20 Prozent reduziert. (Bild: Nivellmedical)

Das Start-up-Unternehmen Nivellmedical nützt seit einigen Monaten die 3D-Drucktechnik von HP, um herausnehmbare, transparente Zahnspangen herzustellen. Dadurch reduzieren sich die Behandlungskosten für Zahnkorrekturen um rund 10 bis 20 Prozent gegenüber der klassischen Methode.

In der Schweiz gehört die Zahnspange zur Pubertät wie Pickel. Rund die Hälfte aller Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren trägt hierzulande eine Spange. Fest auf die Zähne geklebte Metallspangen sind die gängigste und gleichzeitig sichtbarste Behandlungsmethode. Doch es geht auch anders. Das Start-up-Unternehmen Nivellmedical setzt dabei auf herausnehmbare, transparente Spangen (Aligner) – 100 Prozent made in Härkingen in der Schweiz. Für den Erfolg dieser Methode spielt die Präzision des 3D-Drucks eine entscheidende Rolle.

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Digital zur perfekten Zahnstellung

Auch die neue Behandlungsmethode startet mit einem Gebissabdruck, den der Zahnarzt macht. Nivellmedical erstellt anhand dieses Abdrucks ein digitales Zahnmodell. Mithilfe einer eigenen Software berechnen die Spezialisten von Nivellmedical die perfekte Zahnstellung nach medizinisch-physiologischen Grundsätzen. In mehreren Zwischenschritten bewegen sie die Zähne am Computer von der Ist- zur Soll-Position.

Transparent und biologisch abbaubar

Eine durchschnittliche Behandlung erfordert sechs bis neun solcher Zwischenschritte und dauert rund 18 bis 27 Wochen. Während jedes Zwischenschritts trägt der Patient rund um die Uhr drei Wochen lang Spangen mit unterschiedlichen Stärken; einen weichen, einen mittelharten und einen harten Aligner. So ziehen und drücken die Spangen die Zähne in die richtige Position. Nivellmedical produziert diese Spangen im sogenannten Tiefziehverfahren.

Genauigkeit von 50 bis 100 Mikrometer

Um diese individuellen Spangen herzustellen, braucht es ein hochpräzises, physisches Negativ – ein sogenanntes Zahnstellungsmodell. Diese Modelle druckt Nivellmedical seit wenigen Monaten mit der HP Jet Fusion Technology. «Mit dem neuen HP-3D-Drucker drucken wir unsere physischen Zahnstellungsmodelle mit einer Genauigkeit von 50 bis 100 μm – das entspricht einem Viertel der Dicke eines menschlichen Haares», sagt Milan Stojanovic, Zahnarzt und Co-Gründer von Nivellmedical.

Billiger und gleichzeitig ökologisch

Mit dem HP-Drucker Multi Jet Fusion 4200 produziert Nivellmedical zwischen 350 und 500 Zahnstellungsmodelle pro Charge. «So konnten wir unsere Kosten für die Zahnstellungsmodelle massiv senken und die Produktionsgeschwindigkeit erhöhen», sagt Stojanovic. Deshalb sind die Behandlungskosten mit den herausnehmbaren Spangen rund 10 bis 20 Prozent tiefer gegenüber der klassischen Behandlungsmethode mit festgeklebten Spangen. Zudem ist der Herstellungsprozess der Modelle sehr ressourcenschonend. Das beim Druck der Zahnstellungsmodelle nicht verwendete Material kann vollständig wiederverwendet werden.

Chance für Erwachsene

Für Kinder und Jugendliche sind dies gute Neuigkeiten. Sie können ihre Zähne korrigieren, ohne dass sie damit auf den ersten Blick auffallen. Doch auch für ihre Eltern bietet diese Methode eine Chance. Denn noch immer trauen sich nur 25 Prozent der Erwachsenen, ihre Zahnstellung zu korrigieren. Der Hauptgrund ist die Scham, mit einer Zahnspange herumzulaufen. -ari- SMM

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