In 35 Jahren hat sich die Robert Ott AG zu einem führenden Zulieferunternehmen mit 120 Mitarbeitenden entwickelt. Mit der Investition in ein Ausbildungszentrum in 2019 hat die Robert Ott AG sehr weitsichtig agiert. Demnächst werden 23 Lernende dort ihre Ausbildung absolvieren, ein unternehmerisches Vorzeigeprojekt, das ganz dem Firmen-Motto entspricht: «Wir beginnen dort, wo andere aufhören …»
Unsere Philosophie war, etwas Einzigartiges zu schaffen, wo wir jungen Berufsleuten eine moderne und motivierende Infrastruktur für die Ausbildung zur Verfügung stellen. Dies ist uns absolut gelungen. Robert Ott, CEO der Robert Ott AG
(Bild: RMR)
SMM: Die Robert Ott AG hat sich zu einem bedeutenden Zulieferunternehmen in der Schweiz entwickelt. Können Sie uns einen kurzen Überblick über Ihr Unternehmen geben (Anzahl Mitarbeitende, Maschinenpark, Technologien)?
Robert Ott: Die Robert Ott AG ist seit 35 Jahren ein erfahrenes und innovatives KMU. Wir stehen mit unserem Namen für Schweizer Qualität im Bereich der Industrie- und Medizintechnik. Mit über 120 Mitarbeitenden fertigen wir mit unserer zukunftsweisenden Infrastruktur auf mehr als 80 meist vollautomatisierten Hightech-CNC-Maschinen hochkomplexe Bauteile und Systembaugruppen. Wir bieten unseren Kunden auf über 5000 m2 Produktionsfläche im 24-h-Betrieb komplette Lösungen an, die sich durch höchste Qualität und absolute Zuverlässigkeit auszeichnen. Unser motiviertes Team ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Erfolgsgeschichte.
In welchem Bereich haben Sie Ihre Stärken?
R. Ott: Wir sehen uns als Partner, wenn es um anspruchsvolle Projekte vom Einzelteil bis zur fertigen Systembaugruppe geht. Unser Produktionsangebot reicht von der Beratung und Projektierung, vom Drehen, Fräsen, Schleifen, Erodieren, Laserbeschriften, Laserschweissen bis zur Reinigung im Sauberraum, Montage, Lagerung und Lieferung. Dies vom Kleinteil bis zum Grossteil und vom Einzelstück bis zur Grossserie. Nebst unserer modernen Produktion bieten wir jungen Berufsleuten in unserem Ausbildungszentrum einen interessanten Ausbildungsplatz an. Über 20% unserer Belegschaft sind Lernende für die Berufe Poly- und Produktionsmechaniker/-innen. Es ist unser Ziel, einen wesentlichen Beitrag gegen den Fachkräftemangel zu leisten. Mit Weitsicht und konstruktiven Lösungen stehen wir unseren Kunden zur Seite, ganz nach unserem Motto: «Wir beginnen dort, wo andere aufhören …»
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Sie haben vor wenigen Jahren in ein eigenes Ausbildungszentrum investiert. Warum haben Sie das gemacht, welchen Nutzen bringt es für Sie und die angehenden Fachkräfte?
R. Ott: Im Jahre 2019 haben wir auf einer Fläche von mehr als 600 m2 ein eigenständiges Ausbildungszentrum geschaffen. Das Interessante daran ist, dass das Ausbildungszentrum eine «Firma in der Firma» ist.
Unsere Philosophie war, etwas Einzigartiges zu schaffen, wo wir jungen Berufsleuten eine moderne und motivierende Infrastruktur für die Ausbildung zur Verfügung stellen. Dies ist uns absolut gelungen. Wir haben seither sehr viele Bewerbungen für unsere Ausbildungsplätze. Unser Nutzen daraus ist, dass wir unsere jährliche Personalfluktuation grösstenteils mit den neuen Berufsleuten aus unserem eigenen Ausbildungszentrum abdecken können. Dazu kommt noch, dass diese unsere Firma, unsere Produktionsprozesse und unsere Philosophie von A bis Z kennen. Es braucht also keine Einführungszeit. Also wieso sollen wir jährlich tausende von Franken in die Personalvermittlung investieren? Machen wir dies doch für einen guten Zweck, wo mehrere Parteien profitieren können, und investieren das Geld in die Nachwuchsförderung und deren Technologien.
Wie viele Auszubildende haben Sie aktuell und wie viele stellen Sie pro Jahr ein?
R. Ott: In unserem Ausbildungszentrum arbeiten heute 21 Lernende (ab Sommer 2024 sind es 23 Lernende) mit 3 Ausbildnern. Wir stellen pro Jahr, je nach Qualität der Bewerbenden, 5 bis 7 neue Lernende ein.
Diesbezüglich arbeiten wir aber auch mit Partnerfirmen aus der Region zusammen, indem wir Bewerber, die bei uns keine Lehrstelle bekommen haben, weitervermitteln.
Welche Möglichkeiten haben die Auszubildenden in Ihrem Unternehmen, um sich nach der Ausbildung weiterzuentwickeln?
R. Ott: Da wir unsere Auszubildenden sehr früh schon in unsere Hauptproduktion einbinden, lernen sie unsere vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten kennen und können so vor Ende ihrer Ausbildung entscheiden, in welchem Bereich sie gerne arbeiten möchten. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass in dieser Abteilung eine Stelle frei ist. Nachdem die ehemaligen Lernenden einige Zeit Berufserfahrung sammeln konnten (2 bis 5 Jahre), haben sie bei uns die Möglichkeit, vorausgesetzt die Leistungen stimmen, sich weiterzubilden. Wir haben jährlich 1 bis 3 Mitarbeitende, die eine Weiterbildung starten. Sei dies zum Produktionsfachmann, Dipl. Techniker HF oder Betriebswirtschafter NDS HF.
Wie entwickeln Sie die Qualifizierung von bestehenden Mitarbeitenden weiter?
R. Ott: Wir legen sehr viel Wert auf interne und externe Aus- und Weiterbildung. Nur so können wir den steigenden Anforderungen standhalten und haben die Möglichkeit, unser Wachstum mit bestens ausgebildeten Mitarbeitenden, die das nötige Wissen und die nötige Struktur haben, voranzutreiben.
Welche Stellen sind in Ihrem Segment am schwierigsten zu besetzen und in welchen Bereichen suchen Sie aktuell konkret Mitarbeitende?
R. Ott: Es sind die Bereiche, wo Mitarbeitende einige Jahre Berufserfahrung mitbringen müssen. Sei es als Messtechniker, in administrativen Bereichen oder ganz einfach zuverlässige Schichtmitarbeitende.
Explizit suchen wir derzeit einen versierten Messtechniker mit solider Erfahrung im Programmieren von Messmaschinen sowie AUKOM 1+2 und 1 bis 2 Schichtmitarbeitende im Bereich Drehen.
Wie muss sich ein Unternehmen wie die Robert Ott AG zukünftig positionieren, um für Fachkräfte ein attraktiver Arbeitgeber zu sein?
R. Ott: Wir müssen einen attraktiven und interessanten Arbeitsplatz bieten können mit diversen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Eine moderne Infrastruktur mit topmodernen Produktionsanlagen und einem hohen Automationsgrad steht da sicherlich im Vordergrund. Es ist aber auch wichtig, dass wir uns des Themas I4.0 und der Industrialisierung annehmen. Dies alles unter Berücksichtigung der Generation Z und der Mitarbeiter-Benefits. Also, die Herausforderungen sind da und ich denke, es bleibt spannend …
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Stand vom 30.10.2020
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