Robotik Roboter mit Aufwälzgreifer für die Lagerlogistik

Redakteur: Hermann Jörg

>> Zum Depalettieren, Palettieren und Kommissionieren von Konsumgütern hat der am Fraunhofer IPA entwickelte Kommissionierroboter mit Aufwälzgreifer seit seiner Premiere auf der Automatica 2010 kräftig dazugelernt. Mit neuen Funktionen und optimierter Sensorik präsentierte sich das System auf der Automatica 2012 flexibler hinsichtlich Grösse, Gewicht und Verpackungsart der zu handhabenden Objekte wie auch bei der Positionserkennung und beim Ablegen der Güter.

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Grösseres Objektspektrum, mehr Funktionen – der IPA-Kommissionierroboter mit Aufwälzgreifer hat seit seiner Premiere kräftig dazugelernt.
Grösseres Objektspektrum, mehr Funktionen – der IPA-Kommissionierroboter mit Aufwälzgreifer hat seit seiner Premiere kräftig dazugelernt.
(Bild: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA)

joe. Industrieroboter sollen Menschen von monotonen und gesundheitsschädigenden Arbeiten entlasten – auch den Lagerarbeiter in der Intralogistik, wo oft bis zu 100 000 verschiedene Artikel zu kommissionieren, zu depalettieren oder zu palettieren sind. Diese enorme Artikelvielfalt war für die Automatisierung und speziell die Greiftechnik bisher immer ein Problem. Der am Fraunhofer IPA entwickelte Kommissionierroboter mit Aufwälzgreifer schafft hier Abhilfe und hat seit seiner Premiere auf der Automatica 2010 kräftig dazugelernt: Mit neuen Funktionen und optimierter Sensorik präsentierte sich das System nun auf der Automatica 2012 flexibler, sowohl was Grösse, Gewicht und Verpackungsart der zu handhabenden Objekte betrifft als auch bei der Positionserkennung und beim Ablegen der Güter. All das schont den Menschen und ermöglicht gleichzeitig eine hochflexible, wirtschaftliche Kommissionierung.

Erweiterte Funktionalität

«Die Automatisierung wird durch bessere Sensorik, Daten- und Bildverarbeitung und schnellere Prozesse immer vielfältiger und leistungsfähiger. Diese Entwicklung machen wir uns konsequent zunutze», sagt Hendrik Mütherich, Projektleiter in der Abteilung Robotersysteme am Fraunhofer IPA. Über integrierte Bildverarbeitung unterschiedliche Objekte und Verpackungen lokalisieren und mit Aufwälztechnik dort zupacken, wo herkömmliche, von oben ansetzende Klemm- oder Sauggreifer bei dicht gestapelten Gebinden nicht mehr weiterkommen – das konnte der IPA-Kommissionierroboter schon vorher. Doch jetzt beherrscht er weitere Handhabungsfunktionen. Neu hinzugekommen ist ausserdem ein Kraft-Momenten-Sensor an der Schnittstelle von Roboterflansch und Greifer, der das Gewicht des Gebindes automatisch überprüft. Das Robotersystem kann Objekte bis zu 40 kg Gewicht und Breiten von 10 bis 150 cm handhaben. Das Spektrum der möglichen Umverpackungen, mit denen der Greifer zurechtkommt, reicht mit den neuen Funktionen von Kartons und Trays über eingeschweisste Gebinde bis hin zu Beuteln und Säcken.

Kommissionierung entlastet

Der Bedarf für den verstärkten Einsatz von Robotern beim Kommissionieren und Palettieren liegt für den Projektleiter auf der Hand. Ein Lagerarbeiter bewegt im Schnitt pro Schicht 7 bis 12 Tonnen Güter in ergonomisch meist ungünstiger Körperhaltung. Ermüdung und körperliche Folgeschäden sind die Folge. Das IPA-Robotersystem hingegen schafft Taktzeiten von 8 bis 10 Sekunden und übertrifft damit auf der Zeitachse die menschliche Leistung. «Der Mensch ist zu wertvoll, um ihn bei Arbeiten zu verschleissen, die ein Roboter besser kann,» fasst Mütherich zusammen. <<

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