Industrie 4.0 im Lager Robotergesteuerte Flurförderzeuge

Redakteur: Silvano Böni

Neue technologische Entwicklungen rücken fahrerlose, robotergesteuerte Flurförderzeuge in den Blickpunkt eines noch effizienteren innerbetrieblichen Materialflusses. Diesen Trend hat auch Linde erkannt und zusammen mit Balyo zwei erste Modelle auf den Markt gebracht.

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Zusammen mit Balyo will Linde den Markt für fahrerlose Flur­förderzeuge aufmischen.
Zusammen mit Balyo will Linde den Markt für fahrerlose Flur­förderzeuge aufmischen.
(Bild: Linde)

Zusammen mit Balyo möchte Linde Material Handling Komplettanbieter für robotergesteuerte Flurförderzeuge werden. Mit dem automatisierten Hochhubwagen Linde L-MATIC L HP und dem automatisierten Schlepper Linde P-MATIC sind jetzt die ersten Modelle der Kooperation auf dem Markt. Die Fahrzeuge empfehlen sich für verschiedenste Lager- und Transportanwendungen und lassen sich mit Warehouse-Management- und ERP-Systemen verknüpfen. Damit bewegen sich die Flurförderzeuge ein gutes Stück in Richtung Industrie 4.0, wo sich Maschinen zukünftig weitgehend selbst organisieren und miteinander kommunizieren sollen.

Für wen sind Robotik-Flurförderzeuge interessant?

Über Automatisierung im Lager lohnt es sich insbesondere für Betreiber nachzudenken, deren Lasthandling-Prozesse eine geringe Wertschöpfung aufweisen, sich häufig wiederholen und längere Wegstrecken umfassen. Laufen die Geräte zudem mindestens im Zwei-Schicht-Betrieb, sind alle wesentlichen Voraussetzungen erfüllt, um von den Vorteilen einer robotergesteuerten Logistik zu profitieren. Dazu zählen beispielsweise eine höhere Transparenz der Abläufe und damit verbundene Produktivitätssteigerungen. Weiteres Einsparpotenzial liegt in der Optimierung betrieblicher Ressourcen.

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Intelligente Standardgeräte

Der automatisierte Hochhubwagen Linde L-MATIC L HP verfügt über eine Tragfähigkeit von 1,2 Tonnen und beschleunigt auf maximal 1,6 m/s mit und ohne Last. Der Schlepper Linde P-MATIC verzieht eine Anhängelast von 5 Tonnen, seine maximale Fahrgeschwindigkeit liegt bei 2 m/s.

Basis der automatisierten Modelle ist das jeweilige Linde-Standardgerät mit drehmomentstarkem, wartungsfreiem 3-kW-Drehstrom-Fahrmotor, automatisch einfallenden Bremsen an Steigungen, seitlichem Batteriewechsel und einfachem Servicezugang sowie zahlreichen Zusatzoptionen wie dem Linde BlueSpot. Zusätzlich verfügen die Linde-MATIC-Versionen über Navigationslaser, Sicherheitsscanner vorn und hinten, 3-D-Kamera oder Sicherheitslaser, Computereinheit mit 7-Zoll-LCD-Bildschirm sowie visuelle und akustische Warneinrichtungen plus einen Notausschalter an beiden Seiten. Aufgrund dieser innovativen Merkmale können die Geräte zusammen mit Personen oder anderen Fahrzeugen in derselben Umgebung arbeiten. Hindernisse werden in Echtzeit erkannt und das Roboterverhalten dynamisch angepasst.

Orientierung an vorhandenen Strukturen

Im Gegensatz zu traditionellen fahrerlosen Transportsystemen (FTS) oder automatisierten Geräten mit Laser-Reflektoren kommen die Linde-Robotikgeräte ohne Infrastruktur aus. Sie orientieren sich vielmehr an vorhandenen Strukturen wie Wänden, Regalen oder Säulen. Diese Lösung ist wirtschaftlicher, einfacher zu installieren und lässt sich leicht an Änderungen der Umgebung anpassen. Gleichzeitig fügen sich die Fahrzeuge unkompliziert in bestehende Flotten oder Lagerlayouts ein und erlauben einen schrittweisen Ausbau.

Unter dem Dach von «Linde Robotics» wird es in diesem und im nächsten Jahr weitere automatisierte Modelle geben. Auf die Hochhubwagen und Schlepper sollen bald Niederhubwagen, Hochhubwagen mit höherer Tragfähigkeit sowie Gegengewicht-Hochhubwagen, Schubmaststapler und Schmalganggeräte folgen. In ersten Einsätzen bei Kunden aus der Chemie- und Automobilindustrie haben sich Geräte der Linde-MATIC-Baureihe bereits erfolgreich bewährt. <<

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