Branchenverband Ucimu-Sistemi Per Produrre meldet Italien: Signifikanter Rückgang bei WZM-Aufträgen

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Im vierten Quartal 2025 verzeichnete der vom Centro Studi & Cultura di Impresa des Branchenverbandes Ucimu-Sistemi Per Produrre erarbeitete Auftragsindex für Werkzeugmaschinen einen Rückgang von 13,6 Prozent im Vergleich zum Zeitraum Oktober-Dezember 2024; der absolute Indexwert pendelte sich bei 68 (Basis 100 im Jahr 2021) ein.

(Maks Lab - stock.adobe.com)
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Auf Jahresbasis bleibt der Auftragsindex im Inland mit einem absoluten Wert von 67,6 positiv. Dies ist auf ein positives Vorzeichen in den ersten drei Quartalen (+3,1 Prozent) im Vergleich zum Jahr 2024 zurückzuführen. Während die Inlandsaufträge um 38,9 Prozent stiegen (absoluter Wert 55,1), gingen die Auslandsaufträge um 9,4 Prozent zurück (absoluter Wert 76,4).

Statement von Ucimu-Präsident Riccardo Rosa

«Das Gesamtergebnis der Auftragseingänge im Jahr 2025 liegt auf dem Niveau der letzten zwei Jahre und ist damit erneut enttäuschend. Besonders im Hinblick auf das letzte Quartal zeigt sich deutlich, dass der Abschwächung der Aktivitäten auf den Auslandsmärkten keine nennenswerte Erholung auf dem Inlandsmarkt gegenüberstand.

Auf dem Inlandsmarkt zeigen die Ergebnisse, dass der Plan 5.0 nicht so funktioniert hat, wie es vorgesehen war. Zwar hat die Massnahme zusammen mit 4.0 die Nachfrage teilweise angeregt, doch die zahlreichen Unterbrechungen und Neustarts haben den Prozess bis zu seinem Abschluss im Dezember wenig reibungslos gemacht.

Nun warten wir auf die Durchführungsverordnungen der neuen Massnahme, welche die Investitionen in neue Technologien bis 2028 begleiten sollen. Die italienischen Unternehmen setzen grosse Erwartungen in diese Initiative, insbesondere aufgrund ihrer Laufzeit, die eine bessere Investitionsplanung seitens der Anwender und damit auch eine wirksamere und effizientere Verteilung der Produktionsaktivitäten unserer Unternehmen ermöglicht. Wir halten es jedoch für entscheidend, dass die Verordnungen in kürzester Zeit erlassen werden, um sofort mit klaren Rahmenbedingungen arbeiten und die Nachfrage in einer Phase unterstützen zu können, in der das internationale Szenario die Industriesysteme der traditionellen Wirtschaften stark belastet.

Mit Blick über die Landesgrenzen hinaus stellt das von geopolitischer Instabilität geprägte Klima grosser Unsicherheit einen Faktor dar, der die Ergebnisse unserer Unternehmen erheblich beeinträchtigt, denen heutzutage viele Geschäftsmöglichkeiten im Ausland nicht ermöglicht werden. Offene Konflikte, die Handelspolitik von Trump mit ständigen Kurswechseln in der Zollfrage, die Krise der Automobilindustrie und Deutschlands, sowie die Schliessung und Unzugänglichkeit einiger Märkte wie Russland und China schränken stark ein, was seit jeher eine unserer Stärken war, nämlich die Exporttätigkeit.

In diesem Zusammenhang begrüssen wir die Unterzeichnung des soeben geschlossenen Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien, einem Land mit enormem Entwicklungs- und Wachstumspotenzial, das die italienischen Hersteller von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen sicherlich bestmöglich zu nutzen wissen. Andererseits ist Indien mit einem Exportvolumen von 135 Millionen Euro (in den ersten neun Monaten des Jahres 2025, letzter verfügbarer Wert) heute unser viertwichtigster Absatzmarkt. Wir sind überzeugt, dass das kürzlich unterzeichnete Abkommen sowie die Aufhebung der sogenannten ‹Omnibus›-Anordnung durch das Ministerium für Schwerindustrie – die Anfang 2026 hätte in Kraft treten sollen und die Einfuhr von Maschinen an den Erhalt einer BIS-Lizenz gebunden hätte – unserer Tätigkeit in dieser Region zusätzlichen Schwung verleihen werden.

Im Gegensatz dazu betrachten wir die Entscheidung, das EU-Mercosur-Abkommen einer Prüfung durch den Gerichtshof zu unterziehen und somit zu vertagen, als einen schweren Schlag für die verarbeitende Industrie und insbesondere für die italienische Werkzeugmaschinenindustrie, die seit jeher auch ein starkes Interesse an aufstrebenden oder konjunkturell schwankenden Märkten in dieser Region hat. Viele dieser Länder, allen voran Brasilien, stellen potenziell sehr interessante Märkte für unsere Unternehmen dar, deren hohe Qualität und die Individualisierung des Angebots von den lokalen Anwendern geschätzt werden. Daher ist es notwendig, so rasch wie möglich Massnahmen zu ergreifen, um das Abkommen umzusetzen, das unsere Verkäufe zudem von zahlreichen derzeit geltenden Zollabgaben befreien würde.

Auch im Hinblick auf dieses Abkommen hat der Verband in den letzten zwei Jahren seine Initiativen für die Länder Lateinamerikas verstärkt. Neben Erkundungsmissionen in Brasilien mit dem Ziel Partnerschaften mit dem Lokalsystem bestehend aus Institutionen, Unternehmen und Vertreterorganisationen zu stärken, hat Ucimu einen intensiven Dialog mit den Industrieverbänden Argentiniens aufgenommen, der neuen Kooperationen zwischen den Industrien beider Länder den Weg bereiten soll. Darüber hinaus haben wir auch die sogenannten ‹assoziierten Länder› und ‹Beobachterstaaten› des Abkommens nicht ausser Acht gelassen, da wir überzeugt sind, dass auch sie interessante Chancen für die italienischen Hersteller bieten können. Unter den assoziierten Mercosur-Ländern haben wir unseren Fokus auf Chile gerichtet, wo nach einer Erkundungsmission ein Projekt zur Entwicklung eines Technologiezentrums geprüft wird. Unter den Beobachterstaaten dieses Abkommens wiederum gilt unser besonderes Augenmerk Mexiko, wo seit Anfang 2025 die Oficina Italiana de Promoción Mexico tätig ist – ein Desk zur Unterstützung italienischer Unternehmen bei der Markterschliessung, der auch für Mittel- und Nordamerika von strategischer Bedeutung ist.

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Wir können es uns nicht leisten, dass das grosses Potenzial der Unternehmen und die Arbeit von Organisationen wie der unseren durch eine absolut unvernünftige Entscheidung zunichtegemacht werden. Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen verarbeitenden Gewerbes.»

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