Schweizer Qualitätszulieferer 2021: Motorex AG Schmierung mit Zukunft: intelligent und automatisiert

Von Anne Richter

Maschine, Werkzeug und – weniger im Blick – das Kühlschmiermittel. Zusammen definieren sie die Qualität eines Werkstücks. Um die Emulsion ideal zu halten und die Maschinen unterbrechungsfrei zu versorgen, hat MOTOREX in einer Kooperation mit der CHIRON Group ein automatisiertes Fluidmanagement entwickelt.

Firmen zum Thema

Bei der Entwicklung eines automatisierten Fluidmanagement kooperiert MOTOREX eng mit der CHIRON Group, die auf CNC-gesteuerte, vertikale Fräs- und Fräs-Dreh-Bearbeitungszentren sowie Turnkey-Fertigungslösungen spezialisiert ist.
Bei der Entwicklung eines automatisierten Fluidmanagement kooperiert MOTOREX eng mit der CHIRON Group, die auf CNC-gesteuerte, vertikale Fräs- und Fräs-Dreh-Bearbeitungszentren sowie Turnkey-Fertigungslösungen spezialisiert ist.
(Bild: Motorex)

Weltweit sind Millionen Werkzeugmaschinen im Einsatz, die in der Regel mit Kühlschmierstoffen betrieben werden. Das bedeutet in den allermeisten Fällen: Die Betreiber mischen Wasser und Additiv zu einer Emulsion, der Tank ist wieder voll, alles wieder gut. Doch so einfach ist es nicht. «Additive bringen ihre beste Performance nur dann, wenn sie richtig betrieben werden», sagt Adrian Schoch, Leiter Applikation bei MOTOREX. Ein Beispiel: Sind in einem 900-Liter-Tank noch 300 Liter drin, dann ist es nicht besonders clever, 600 Liter frische, kalte Emulsion dazuzugeben. «Die Temperatur der gesamten Emulsion verändert sich schlagartig», erklärt Pascal Schröder, Entwicklungskoordination Digitalisierung der CHIRON Group. «Dadurch – das ist Physik – verformt sich jede Werkzeugmaschine geringfügig, was sich wiederum negativ auf Präzision und Bearbeitungsqualität auswirkt.»

Ein weiterer Nachteil: Beim Bearbeitungsprozess entsteht Wärme, der Wasseranteil der Emulsion verdunstet schneller. Je länger das Kühlschmiermittel im Einsatz ist, desto höher die Konzentration und weniger stabil der Prozess. «Im Weiteren führt mangelhafte Pflege des Kühlschmiermittels dazu, dass Anlagerungen in den Prozess gelangen», ergänzt Adrian Schoch. «Werkzeuge können dadurch brechen, Oberflächen passen nicht. Alles umso problematischer, wenn ein Tank nicht nur eine Maschine, sondern viele versorgt.»

Bildergalerie

Das Ziel: «Digitalisieren» der Flüssigkeit

MOTOREX arbeitet seit vielen Jahren an der Entwicklung eines automatisierten Fluidmanagement, um beste Bedingungen bei der Bearbeitung unterschiedlicher Materialien zu schaffen. Dabei kooperiert MOTOREX eng mit der CHIRON Group mit Sitz in Tuttlingen (DE), die auf CNC-gesteuerte, vertikale Fräs- und Fräs-Dreh-Bearbeitungszentren sowie Turnkey-Fertigungslösungen spezialisiert ist. Für Pascal Schröder ist klar: «Eine automatisierte Versorgung, Überwachung und Pflege des Kühlschmiermittels ist ein zentraler Faktor, damit Bearbeitungszentren perfekte Resultate liefern. Insbesondere im Hinblick auf eine vernetzte Fertigung und Industrie 4.0. Es macht wenig Sinn, den Maschinenzustand laufend zu überwachen, umgebende Prozesse aber aussen vor zu lassen.»

Einen günstigen Einstieg in automatisierte Pflege des Kühlschmierstoffs ermöglicht die smartphonebasierte Easy Monitoring App von MOTOREX. Damit lässt sich ein digitales Spiegelbild der Betriebsflüssigkeiten erstellen, alle relevanten Parameter werden sekundenschnell erfasst und für die weitere Analyse und Dokumentation gespeichert. Abweichungen sind früh erkennbar und können rechtzeitig ausgeglichen werden.

Das automatisierte Fluidmanagement von MOTOREX lässt sich einfach in die Maschinensteuerung der Bearbeitungszentren integrieren, wie die Zusammenarbeit mit der CHIRON Group zeigt. Dank der automatischen Zustandsüberwachung ConditionLine aus dem CHIRON Group SmartLine-Portfolio lassen sich relevante Werte wie Konzentration, pH-Wert, Temperatur, Füllstand direkt einsehen und können – natürlich mit Einverständnis des Kunden – an MOTOREX und die CHIRON Group übertragen werden. Das ermöglicht direkten Support durch die Profis. Das System kann intelligent nachfüllen und automatisiert pflegen. Beginnt am Montag die erste Schicht, passt die Emulsion perfekt. Der Tank ist top gepflegt.

MOTOREX im Porträt

Die MOTOREX AG mit Hauptsitz in Langenthal ist ein weltweit führender Hersteller von Schmierstoffen für unterschiedlichste Anwendungen. Pro Jahr verlassen 38.000 Tonnen Schmierstoffe die Produktion. Die über 2.500 Formulierungen werden in Zusammenarbeit mit OEMs, Industriepartnern, Motorsport-Teams und Universitäten laufend weiterentwickelt und mehr und mehr in Richtung Nachhaltigkeit optimiert. Eine der Kernkompetenzen ist Industrie-Schmiertechnik – von wassermischbaren Kühlschmierstoffen über verschiedene Öle bis hin zu Spindelbetriebsmitteln. MOTOREX beschäftigt über 350 Mitarbeitende, ist mit fünf Vertriebsniederlassungen und 130 Vertriebspartnern in 85 Ländern präsent.

(ID:47739606)