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Getriebeschnecken Schnecken hochproduktiv, flexibel und genau fräsen

Redakteur: Matthias Vogel

>> Für die Herstellung von Getriebeschnecken hat Gleason eine neue Fräsanlage für die erste Stufe der Fertigungskette Fräsen, Härten und Schleifenentwickelt. Die neue Maschine eignet sich insbesondere für Dienstleister, die flexibel auf unterschiedlichste Kundenanforderungen in einem weitenBereich von Bauformen und Abmessungen reagieren müssen. Sie kann sowohl mit HSS- als auch mit Hartmetallwerkzeugen betrieben werden.

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«Die P 90 WM zeichnet sich durch grosse Einsatzflexibilität sowie geringen Investitionsbedarf für die Werkzeuge aus» Dr. Claus Kobialka, Global Product Manager Hobbing and Shaping der Gleason Corporation in Ludwigsburg.
«Die P 90 WM zeichnet sich durch grosse Einsatzflexibilität sowie geringen Investitionsbedarf für die Werkzeuge aus» Dr. Claus Kobialka, Global Product Manager Hobbing and Shaping der Gleason Corporation in Ludwigsburg.
(Bild: Gleason)

«Unsere neue Schnecken-Fräsmaschine P 90 WM zeichnet sich durch grosse Einsatzflexibilität sowie geringen Investitionsbedarf für die Werkzeuge aus», sagt Dr. Claus Kobialka, Global Product Manager Hobbing and Shaping der Gleason Corporation in Ludwigsburg. Damit komme man insbesondere den zahlreichen Dienstleistern entgegen, die in diesem Bereich eine Vielzahl von Kunden mit ständig wechselnden Abmessungen und Stückzahlen bei oft kurzen Lieferfristen bedienen müssen. Schneckengetriebe kommen in der Industrie in zahlreichen Einsatzgebieten des Maschinen- und Werkzeugmaschinenbaus, der Medizin- und Röntgentechnik sowie des Anlagenbaus zum Einsatz. Zu ihren wichtigsten Vorteilen gehören ein oft hohes Untersetzungsverhältnis, Geräuscharmut, das hohe übertragbare Drehmoment sowie die bei den meisten Ausführungen immanente Selbsthemmung unter Last, die einen wichtigen Sicherheitsaspekt darstellen kann.

Fräsen – ein besonders effizientes Fertigungsverfahren

«Für die Herstellung von Schnecken kommen je nach Anforderungen und Stückzahlen unterschiedliche Fertigungsverfahren zum Einsatz», ergänzt C. Kobialka. Die Herstellung auf Drehbänken erfordert zwar den geringsten Investitionsbedarf, ist jedoch zugleich sehr unwirtschaftlich. Bei geringen Ansprüchen an die Qualität können Schnecken auch – ähnlich wie Schraubgewinde – spanlos durch Rollen hergestellt werden. Weitere Verfahren sind das Wälzschälen und das Wirbeln, die jedoch neben aufwendiger Anlagentechnologie auch den Einsatz von teuren, speziell auf die jeweilige Werkstückgeometrie abgestellte Werkzeuge erfordern. Bei der neuen Maschine P 90 WM setzt Gleason dagegen auf das besonders effiziente Fräsen als erste Stufe der Fertigungskette (Weich) Fräsen, Härten und Schleifen. Durch besonders präzises Fräsen bis herab zu einem Schleifaufmass von lediglich noch 60 µm – beim Rollen können es beispielsweise bis zu 2 mm sein – wird der Zeit- und Kostenaufwand für das Schleifen auf ein Minimum reduziert.

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Flexibles Werkzeugkonzept

«Wichtigster Vorteil des Fräsens mit der P 90 WM ist die grosse Werkzeugflexibilität bei zugleich geringem Investitionsbedarf», weiss Dr. Kobialka. Der neuentwickelte Fräskopf ist für Werkzeuge mit Durchmessern zwischen 160 bis 250 mm ausgelegt. Die hohe Antriebsleistung von 18 kW mit einem entsprechenden Drehmoment ermöglicht den Einsatz von HSS- als auch von Hartmetall-Wendeplattenfräsern. Der grosse Schwenkbereich des Kopfs gestattet die Fertigung von bis zu 7-gängigen Schnecken bei einem Maximalmodul von 8 mm. Der Schneckenfräskopf verfügt über einen stufenlos zwischen 100 und 500 UPM (optional 1000 UPM) regelbaren Hochleistungsantrieb. Die Werkstückspindel ist mit einem wartungsfreien Direktantrieb ausgerüstet, der bis zu 3000 UPM erreicht. Die hohe Genauigkeit dieser Antriebe ermöglicht die Herstellung von Schnecken in Güteklassen bis Stufe 6 nach DIN 3968. Der maximale Aussendurchmesser der Werkstücke liegt bei 90 mm.

Zahlreiche Extras

«Darüber hinaus ist die P 90 WM mit zahlreichen sinnvollen Extras ausgestattet», bilanziert C. Kobialka. Gesteuert wird sie mittels einer Siemens-Steuerung neuester Generation mit farbigem Flachbildschirm. Als weltweit einzige Anlage dieses Typs verfügt sie über eine besondere Funktionalität zur Reduzierung der scharfen Ein- und Auslaufgrate der Schnecken. Die kundenspezifische Zahnkopfhöhenrücknahme im Schneckenauslauf wirkt Verletzungsgefahren beim Handhaben entgegen. Die Programmierung dieser Funktion kann im Dialog direkt an der Steuerung durch Parametrisierung von bis zu vier Stützpunkten erfolgen. Als Sonderausstattung stehen u.a. verschiedene Ladesysteme wie H-Greifer, Rotationslader oder ein NC-gesteuertes Ladeportal für Werkstückgewichte bis 14 kg zur Verfügung. <<

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