Covid 19

Schnell, flexibel, präzise: Ventilkörper zur Beatmung

| Autor / Redakteur: Lea Grossmann / Anne Richter

Die erste Serie der Ventilkörper lieferte Samuel Werder noch vor Ostern aus. Jetzt produzieren sieben Mitarbeiter auf drei Maschinen rund um die Uhr an sechs Tagen die Woche.
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Die erste Serie der Ventilkörper lieferte Samuel Werder noch vor Ostern aus. Jetzt produzieren sieben Mitarbeiter auf drei Maschinen rund um die Uhr an sechs Tagen die Woche. (Bild: Werder Feinwerktechnik)

Die Firma Samuel Werder AG Feinwerktechnik in Veltheim stellt Präzisionsteile für Industrie und Medizin her. Das Unternehmen hat es geschafft, innerhalb kürzester Zeit eine Serienfertigung von Ventilkörpern für Beatmungsgeräte aufzubauen, die dringend zur Beatmung von Covid-19-Patienten benötigt werden.

«So etwas habe ich noch nie erlebt», Samuel Werder, Firmengründer der Samuel Werder AG, versteht die Welt nicht mehr. Mit seinen 88 Jahren will das etwas heissen. «Selbst die Ölpreiskrise in den 1970er-Jahren ist mit den Herausforderungen in der Corona-Krise nicht zu vergleichen!» Was taten Sie gerade, als der Bundesrat am 16. März 2020 den schweizweiten «Lockdown» verordnete? – Die Geschäftsleitung der Firma Samuel Werder AG sass im Grossraumbüro, schaute sich die Pressekonferenz auf einem Monitor an und war – trotz der vorausgegangenen Anzeichen auf die tiefgreifenden Massnahmen – wie paralysiert. Man fragte sich, wie das alles weitergehen solle und was das alles für Auswirkungen auf die Mitarbeiter, auf die Firma, die Schweiz und die gesamte Weltwirtschaft hat. Die Köpfe rauchten vor lauter ungeklärten Fragen. Dann galt es tief durchzuatmen, alle Massnahmen zum Schutz der Mitarbeiter zu ergreifen und die Produktion aufrechtzuerhalten. Die Auftragsbücher waren schliesslich bis dato gut gefüllt, wenngleich der Bestellungseingang unmittelbar nachliess.

Die optimalen Werkzeuge für optimale Fertigungsergebnisse

Wirtschaftlich fertigen

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15.04.19 - Das Produktspektrum der Samuel Werder Feinwerktechnik ist sehr verschieden mit sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Werkzeuge. Um in allen Bereichen wirtschaftlich zu fertigen, setzt man auf das Produktportfolio und Know-how von Vischer & Bolli. lesen

Ventilkörper für Beatmungsgeräte gesucht, Liefertermin: gestern

Manchmal kündigt sich aus dem Nichts etwas Grosses an. So geschehen am 31. März 2020: «Wir brauchen dringend Ventilkörper für Beatmungsgeräte. Am liebsten bereits gestern geliefert», war der ungefähre Wortlaut eines Kunden am Telefon. Der Kunde, Schweizer KMU und Zwischenhändler, benötigte die Ventilkörper für einen Hersteller von Beatmungsgeräten im europäischen Ausland, der seine Produktionskapazitäten aufgrund der extrem erhöhten Nachfrage nach Beatmungsgeräten zur Behandlung von Covid-19-Patienten extrem steigern musste. Pläne der herzustellenden Teile wurden gemailt, und der Vertrieb erarbeitete sofort ein Angebot. Die Zusage erfolgte nur gerade 24 Stunden später. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurden die notwendigen Werkzeuge beim Lieferanten des Vertrauens bestellt und im Eiltempo zugestellt. Nach einer Video-Konferenz mit dem Kunden und dessen endgültigem «Go» wurde die Produktion angefahren – gerade mal drei Tage nach dem Telefonanruf. Nun kommen laufend neue Anforderungen an die Teile hinzu, die in kürzester Zeit umgesetzt werden müssen. Bis Ostern lieferte die Samuel Werder AG die erste Serie aus. Danach ging es richtig los. Sieben Mitarbeiter produzieren mit drei Maschinen hunderte von Teilen – rund um die Uhr, sechs Tage die Woche über mehrere Wochen hinweg. Der Ende März eingeweihte Sauberraum erfuhr sogleich seine Generalprobe. Dort werden die Teile nach der Reinigung verpackt.

Wachstum durch Effizienz und Produktivität

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15.12.15 - Der starke Franken ist eine Herausforderung für viele Fertigungsunternehmen in der Schweiz. Die Samuel Werder AG setzt trotzdem auf den Werkplatz Schweiz: Durch verbesserte Prozesse und Investitionen in effizientere Produktionsmittel will das Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben. Mit dem Nakamura-Tome-Dreh-/Fräszentrum WY-250L kann Werder zudem sein Produktportfolio erweitern. lesen

Systemrelevanter Betrieb

Die Firma Samuel Werder AG hat verschiedene Kunden, die im Medizinalbereich tätig sind. Deren Aufträge, die eigentlich auf einen späteren Zeitpunkt geplant waren, mussten aufgrund des dringenden Bedarfs vorgezogen werden. So werden nun parallel zum Ventilkörper für Beatmungsgeräte verschiedene andere Medizinalteile produziert, z.B. Klemm­elemente für Spitalbetten, diverse Dreh- und Frästeile für ein Gerät, das die Lungenfunktion testet, Distanzhülsen für Beatmungsgeräte und Frästeile für ein Diagnosesystem für das Atemwegsmanagement. Da erstaunt es nicht, dass das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL der Firma Samuel Werder AG am 7. April 2020 die «Bestätigung der Versorgungsrelevanz» ausstellte. Das bedeutet nichts anderes, als dass es sich bei der Firma Samuel Werder AG um einen zur Versorgung des Landes mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen systemrelevanten Betrieb handelt.

Erfolgsrezept: Präzision, hohe Lieferbereitschaft und Einsatzwille der Mitarbeiter

Samuel Werder hatte damals mit seiner Firma die Ölpreiskrise gemeistert. Wie sich die Corona-Krise auf die Weltwirtschaft und die Gesellschaft insgesamt auswirken wird, weiss noch niemand. Gewiss und beständig ist jedoch Samuel Werders Erfolgsrezept: präzis hergestellte Produkte, hohe Lieferbereitschaft sowie Flexibilität und Einsatzwille der Mitarbeitenden. An diesem wird festgehalten – komme, was wolle, ist die Geschäftsführung überzeugt. SMM

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