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Spritzgiesswerkzeuge Schöttli wird an Husky verkauft

| Redakteur: Peter Königsreuther

Schöttli-Aktionäre gaben am 1. November den Verkauf des weltweit führenden Schweizer Formenbaugruppe für medizinische Teile und Verschlusskappen an Husky Injection Molding Systems Ltd. bekannt. Der Vertragsabschluss ist auf den 1. Dezember terminiert.

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Schöttli präsentierte einen neuartigen Nadelveschluss auf der K 2013. Mit seiner speziellen Funneltechnik sorgt er für viele Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Systemen, wie leichtere Werkzeuge und geringeren Energieverbrauch.
Schöttli präsentierte einen neuartigen Nadelveschluss auf der K 2013. Mit seiner speziellen Funneltechnik sorgt er für viele Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Systemen, wie leichtere Werkzeuge und geringeren Energieverbrauch.
(Bild: Schöttli)

Durch den Zusammenschluss von Husky und Schöttli sollen die Kunden von einem noch höheren Niveau des technischen Know-hows in Sachen Kunststoffteile profitieren, betonen die Verantwortlichen. Außerdem würden so die Kapazitäten erweitert, was die Zeitspanne für die Einführung neuer Produkte verkürze und die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens durch ein weltweit erweitertes Service- und Supportnetzwerk optimiere. Als Folge wird laut Schöttli der bisherige Stammsitz in Diessenhofen (Schweiz) als auch andere Einrichtungen ein Teil von Husky`s globalem Wirkungskreis. „Husky ist die richtige Organisation, um Schöttli weiter nach vorne zu bringen,“ argumentierte Martin Schöttli, Verwaltungsratsmitglied der Gruppe. Schöttli-CEO Thomas Anderergg ergänzte:„Durch das Zusammengehen mit Husky bündelt wir unsere Kräfte und bieten unsere Technologie auf einem weltweit abgestützten Verkaufs- und Servicenetzwerk an.“

Schöttli-Weltpremiere auf der K in Düsseldorf

Unter anderem präsentierte die Schöttli-Gruppe neben einer Reihe interessanter Leistungsbeispiele von realisierten Spritzgiesswerkzeugen eine vierfach-Form zur Herstellung eines dünnwandigen Becherdeckels. Das innovative Werkzeug mit einem neu entwickelten Nadelverschluss der zur K seine Weltpremiere feierte, wurde auf vor Ort auf einer vollelektrischen Arburg-Allrounder Alldrive mit 1500 kN Schliesskraft im 2-s-Zyklus gefahren. Auf dem Stand von Netstal wurde auf einer ELION 4200 Schöttlis neues 96-fach-Cap-Werkzeug präsentiert. Hier wurde ein Cap 29/25 mit einem Gewicht von nur noch 1,2 g in knapp 2 s gefertigt. Mit keinem anderen Verschlussformkonzept geht das schneller und kostengünstiger. Exponate aus dem Bereich der Medizintechnik rundeten das Portfolio der Schweizer Formenbauspezialisten ab.

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Neuartiger Nadelverschluss bringt höhere Performance

Das entscheidende Merkmal des neuen Systems ist laut Schöttli, dass die Verschlussnadel nicht durch den Schmelzeverteiler geht. Dies ermögliche bei Etagenformen kleinere Einbauhöhen und leichtere Formen. Zudem werde die Schmelze an der Nadel vorbei in die Kavität geleitet. Farb- und Materialwechsel sind durch das patentierte Funnelprinzip sehr gut gelöst. Der Schmelzekanal hat keine toten Ecken oder Kanten. Dadurch werden Strömungswirbel vermieden. Eine Aufsplittung des Schmelzeflusses durch ein Umströmen der Nadel im Innern der Düse findet auf diese Weise nicht statt. Seitliche Drücke auf die Nadel wirken nicht mehr, da diese sich während des Einspritzvorgangs aus dem Massestrom zurückzieht.

Ein weiterer Vorteil folgt laut Schöttli-Experten aus den Einbauverhältnissen des neuartigen Nadelverschlusses, der kleinere Formgrössen mit einer grösseren Anzahl an Kavitäten ermöglicht. Durch die geringe Wärmeableitung in die Form werde deutlich weniger Energie für die Beheizung und Kühlung benötigt. Der Energieverbrauch ist dadurch wesentlich geringer als bei herkömmlichen Systemen. Auch der elektrische Antrieb spare gegenüber pneumatischen oder hydraulischen Systemen ein Vielfaches an Energiekosten ein.

Ein weiteres Herausstellungsmerkmal trägt die Steuerung bei: denn die sogenannte Funnelvalve-Steuerung übermittelt während der Fertigung aktuelle Daten an ein Netzwerk. Der Anwender ist so in der Lage, zu jeder Zeit und von jedem Ort aus den Produktionsprozess zu überwachen und sogar aktiv einzugreifen. Das neue Nadelverschlusssystem von Schöttli ist außerdem so ausgelegt, dass es problemlos in bestehende Formkonzepte, beispielsweise mit offenen Heisskanalsystemen integriert werden kann, wie es heißt. Die innovative Neuentwicklung werde zukünftig in allen Produktbereichen MED, CAP und PAC zum Einsatz kommen.

MM

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