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Den Verlauf der Erprobung kennzeichnete ein intensiver Entwicklungsprozess: Verbesserungen am Handbrenner, Testen verschiedener Kennlinien und ihrer Auswirkungen, Laboruntersuchungen an Schliffproben hinsichtlich Porosität, Durchschweissen, Flanken- und Wurzelausbildung.
Grenzen von CMT überwinden
Die Grenzen des für das Dünnblechschweis-sen entwickelten CMT-Prozesses hätten es erfordert, die bis zu fünf Millimeter dickeren Teile mit dem MIG-Verfahren zu fügen. Für die Produktion wäre dieser Mix deutlich aufwändiger. So kam ein neues Entwicklungsziel hinzu: Lediglich ein Schweissverfahren für alle Fügestellen des SLS AMG. Eine Alternative bot die Verfahrensvariante «CMT Pulse», eine Kombination von CMT und dem MIG-Impulslichtbogen. Mit ihr kann der Anwender nacheinander folgend beliebige Zahlen von CMT-Pulsen mit ebenso beliebigen des MIG-Impulslichtbogens zusammenführen. Gezielt höhere Abschmelzleistungen als beim reinen CMT-Prozess sind das Ergebnis. Für die Bedingungen beim Aluminiumschweissen entwickelte Fronius eine eigene Kennlinie. Sie berücksichtigt sowohl den speziellen Schweisszusatzwerkstoff als auch die unterschiedlichen Materialdicken. An der jeweiligen Fügestelle variieren die Schweisser bei Bedarf die Stromstärke. Dafür genügt ein Fenster von plus/minus zehn Prozent. Der Schweisser kompensiert die differierenden Spaltmasse mit ein paar Ampere mehr oder weniger. Jedes Ampere steht direkt zum Regeln zur Verfügung. Diese Fertigkeit, situationsspezifisch die Fügestelle, das Schmelzbad und die Brennereinstellung in Einklang zu bringen, trainieren die nach EN287-1 (für das MAG-Schweissen) geprüften Handschweisser systematisch.
Erfahrungswerte und Perspektiven
Mit dem Übergang in die Produktion und dem einwandfreien Funktionieren der 40 CMT-Systeme ist das Projekt für den Versuchsbau positiv abgeschlossen. Werner Karner fasst seine einschlägigen CMT-Erfahrungen zusammen: «Nach meinem Wissen ist CMT manuell für diese Anwendung unschlagbar. Das betrifft sowohl die Nahtoptik wie alle übrigen Ergebnisse.»
Programmmanager Karl Hartl bestätigt nach einem Jahr Produktionserfahrung: «Obwohl wir weltweit das erste Unternehmen sind, das CMT im manuellen Betrieb einsetzt, hat es in der Produktion von Anfang an gut funktioniert. Die Herausforderung, technische Qualität, Optik und eine wirtschaftliche Fertigung zu realisieren, ist für uns voll bestanden.» <<
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