Export Schweizer Fernost-Maschinenexporte geben Comeback

Redakteur: Susanne Reinshagen

Trotz abnehmender Dynamik befindet sich China immer noch auf Wachstumskurs. Davon profitiert auch die Schweizer Industrie. Im ersten Quartal 2014 konnten Schweizer Unternehmen ihre Exporte nach China und Hongkong um gute 13 Prozent steigern.

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Greift den Schweizer KMU in Fernost unter die Arme: Das Swiss Center Shanghai hat kürzlich das “SCS Machinery, Trading and Business Center“ in der Freihandelszone Shanghai eröffnet.
Greift den Schweizer KMU in Fernost unter die Arme: Das Swiss Center Shanghai hat kürzlich das “SCS Machinery, Trading and Business Center“ in der Freihandelszone Shanghai eröffnet.
(Bild: swisscenters.org)

Die Ausfuhren der Schweizer Maschinenindustrie nach China und Hongkong geben ein Comeback. Im ersten Quartal 2014 verkauften Schweizer Maschinen-Unternehmen Waren im Wert von 650 Millionen Schweizer Franken nach China und Hongkong. Das ist ein absolutes Wachstum von 89 Millionen Schweizer Franken (+13.7%) im Jahresvergleich, wie Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung belegen. «In Fernost erwirtschafteten sich Schweizer Unternehmen der Maschinenbranche damit dreimal so viel Wachstum wie in den USA (29,5 Mio. CHF) und ungefähr gleich viel wie im wichtigsten Markt Deutschland (90,5 Mio. CHF, +4.7%)», analysiert Nicolas Musy, Managing Director der Nonprofit-Organisation Swiss Center Shanghai (SCS), der grösste Cluster von Schweizer Firmen in Asien.

Während die Maschinenexporte nach China im Vorjahr noch stagnierten, zieht die Nachfrage nun wieder an. Und zwar nicht nur in der Maschinen-Industrie: Die gesamten Schweizer Exporte nach China und Hongkong wuchsen im ersten Quartal im Jahresvergleich um zwölf Prozent. Waren im Wert von 3,7 Milliarden Schweizer Franken wurden exportiert – ein Plus von 444 Millionen Schweizer Franken. Im gleichen Zeitraum wuchsen nur die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich (+25.2%) und nach Deutschland (5.5%) stärker, wenn man die absoluten Zahlen betrachtet.

China weiterhin auf Wachstumskurs

Musy macht drei Faktoren für diese positive Entwicklung verantwortlich: «Ein Grund ist das Wachstum Chinas. Viele Medien haben über die Verlangsamung des relativen BIP-Wachstums der chinesischen Wirtschaft berichtet. In absoluten Zahlen wächst China aber schneller als je zuvor.» Zwischen 2011 und 2015 wird China in nur fünf Jahren mehr als fünf Billionen US-Dollar zum BIP hinzufügen. Im Jahrzehnt von 2001 bis 2010 waren es 4,7 Billionen. Musy: «Wenn man die Geschäftschancen und das Wachstum in US-Dollar betrachtet, wächst China heute im Durchschnitt doppelt so schnell als im vorigen Jahrzehnt.»

Automation und Qualität gefragt

Die anderen zwei Gründe hängen direkt mit der Transformation der chinesischen Produktionslandschaft zusammen. «Viele chinesischen Produzenten haben bislang mit einfachen, billigen, vor Ort entwickelten Maschinen und mit zahlreichen Arbeitskräften produziert. Da die Lohnkosten steigen, braucht es zunehmend Automation, um konkurrenzfähig zu bleiben», erklärt Musy. Dazu kommt, dass chinesische Unternehmen ihre Margen erhöhen und die Wertschöpfungskette empor klettern wollen. Sie versuchen, immer bessere Erzeugnisse zu verkaufen – für den Heimmarkt und den Export. «Deswegen brauchen sie nicht nur Automation, sondern auch Maschinen, mit denen qualitativ hochwertige Produkte hergestellt werden können. Betrachtet man die hohe Zahl an Produktionsstätten, die immer noch auf sehr viele Arbeitskräfte setzen, wird klar: Dieser Automatisierungs-Trend hat gerade erst begonnen. China wird ein hochinteressanter und schnell wachsender Markt für die Schweizer Maschinenindustrie und auch für andere Branchen bleiben. Für Jahre, wenn nicht für Jahrzehnte.»

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