Studie zur Innovationskraft Schweizer Industrieunternehmen verlieren an Innovationskraft

Redakteur: Andrea Zimmermann

Laut einer Studie der Akademie der Technischen Wissenschaften der Schweiz (SATW) verlor die Schweiz im Zeitraum von 1997 bis 2014 an Innovationskraft.

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Gemäss Studie von SATW verlieren Schweizer Industrieunternehmen an Innovationskraft.
Gemäss Studie von SATW verlieren Schweizer Industrieunternehmen an Innovationskraft.
(Bild: SATW)

Die Schweiz belegt in internationalen Studien und -Rankings regelmässig Topplatzierungen und zählt zu den innovativsten Ländern weltweit. Diese beurteilen aber die gesamte Volkswirtschaft inklusive aller Rahmenbedingungen und sagen wenig über die Innovationskraft einzelner Industrieklassen aus. Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hat deshalb in einer Studie die Innovationskraft genauer untersucht und dabei Beunruhigendes festgestellt. Schweizer Industrieunternehmen, insbesondere KMU, scheinen zunehmend Innovationskraft und Konkurrenzfähigkeit einzubüssen. Das sind schlechte Nachrichten für ein Land, das auf eine international konkurrenzfähige Exportindustrie angewiesen ist.

Besonders stark betroffen sind die Branchen Chemie, Maschinen, Metallerzeugnisse, Textil und Uhren. Zum Teil ist auch eine Abwanderung der Forschung und Entwicklungs-Aktivitäten ins Ausland erkennbar, etwa bei KMU der Elektrotechnik und Metallherstellung.

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Die Studie basiert auf den Daten der Innovationsumfrage der Konjunkturforschungsstelle KOF, welche aktuell bis und mit ins Jahr 2014 vorliegen. Auffällig ist, dass es immer weniger Schweizer Industrieunternehmen gibt. Diese Entwicklung zeigt auch der Swiss Engineering Index: Die Schweiz verliert seit sechs Jahren jährlich rund 4000 Vollzeitstellen im Industriesektor. Besorgniserregend ist, dass von 1997–2014 viele KMU ihre Innovationen im In- und Ausland reduzierte .

Stärkung der Forschung und Entwicklung

Die öffentliche Hand finanziert in der Schweiz die universitäre Forschung. Industrieunternehmen tragen ihre Forschungsaufwendungen selber. Dieses Modell scheint an seine Grenzen zu stossen. Die Resultate der Studie legen nahe, dass insbesondere KMU der Schweizer Industrie vermehrt Mühe haben, die hohen Kosten für ihre Innovationen zu tragen. Diejenigen, die das Risiko dennoch eingehen, sind immer seltener erfolgreich. Grössere Unternehmen lagern die Forschung in Länder aus, die vermehrt staatliche Anreize dafür bieten.

Diese Entwicklungen müssen nachdenklich stimmen. Angesicht der staatlichen Industrieförderung, welche die Mehrheit der führenden Industrieländer betreibt, muss die politische Debatte geführt werden. Die Studien-Autoren folgern daraus folgende Fragestellung: Muss der Bund die einheimischen Industrieunternehmen in ihren Innovationsanstrengungen stärker unterstützen und entsprechende Förderanreize setzen?

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