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Konjunktur Schweizer Konjunktur zeigt sich robust

| Redakteur: lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

Die Schweizer Konjunktur behauptet sich trotz schwierigem und risikobehaftetem Umfeld gut.

Die Schweizer Konjunktur zeigt sich roobuster als erwartet. Auch die Exportwirtschaft schlug sich dank der Pharma- und Uhrenindustrie relativ gut.
Die Schweizer Konjunktur zeigt sich roobuster als erwartet. Auch die Exportwirtschaft schlug sich dank der Pharma- und Uhrenindustrie relativ gut.
(Bild: Seco)

Die Schweizer Wirtschaft behauptet sich dank robuster Binnenkonjunktur und relativ widerstandfähiger Exportwirtschaft besser als dies angesichts des starken Frankens und der rezessiven Wirtschaftslage in vielen EU-Ländern zu erwarten war, berichtet die Expertengruppe des Bundes in ihren Konjunkturprognosen für den Sommer 2012.

Für verschiedene Sektoren und viele Exportfirmen bleibt die Situation jedoch angespannt und der Margendruck hoch. Wegen der guten Konjunkturentwicklung im Winterhalbjahr erhöht die Expertengruppe die Wachstumsprognose für 2012 von bislang 0,8% auf neu 1,4%. Diese Anpassung dürfe jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass sich das europäische Wirtschaftsumfeld in jüngster Zeit weiter verschlechtertet habe, warnt die Expertengruppe.

Für 2013 wird mit einem BIP-Wachstum von 1,5% eine leicht schwächere Konjunkturdynamik als bisher (1,8%) erwartet. Entscheidende Voraussetzung für eine weiterhin positive Konjunkturentwicklung ist, dass eine Eskalation der Staatsschuldenkrise im Euroraum verhindert werden kann.

Konjunkturprognose Schweiz

Die Schweizer Wirtschaft verzeichnete im 1. Quartal 2012 ein deutlich positives Wirtschaftswachstum und ist wesentlich besser als befürchtet durch den Winter 2011/2012 gekommen. Diese bemerkenswerte Krisenresistenz ist zu einem erheblichen Teil der anhaltend robusten Konjunktur im Inland zu verdanken. So werden die Bauinvestitionen und die private Konsumnachfrage durch die historisch tiefen Zinsen, die rückläufige Inflation und die wachsende Bevölkerung (infolge der stetigen Zuwanderung) gestützt. Aber auch die Exportwirtschaft schlug sich trotz starkem Franken und rezessiver Wirtschaftslage in vielen EU-Ländern noch verhältnismässig gut, wobei grosse Branchenunterschiede bestehen.

Während sich die Uhren- und Pharmaexporte (beide Kategorien zusammen machen mehr als die Hälfte der Warenexporte aus) bislang robust entwickelten, sind die Schwächetendenzen etwa im Tourismus und in der Maschinenindustrie ausgeprägter. Eine Schlüsselrolle spielt die Wechselkursuntergrenze zum Euro, weil dadurch die Währungssituation stabilisiert und für die Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit geschaffen wurde.

Gleichwohl geht das schwierige aussenwirtschaftliche Umfeld nicht spurlos an der Schweizer Wirtschaft vorüber. Viele (Export)-Firmen mussten im Zuge der Währungsturbulenzen seit 2010 ihre Verkaufspreise zulasten der Margen senken, um trotz Frankenstärke international konkurrenzfähig bleiben zu können. Damit verringern sich die Polster für die Abfederung weiterer negativer Entwicklungen.

Arbeitsmarkt robust

Die konjunkturelle Widerstandsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft zeigt sich auch am Arbeitsmarkt, der sich nach wie vor in robuster Verfassung präsentiert. Die Beschäftigung nahm über den Winter weiter zu, und die Arbeitslosigkeit stieg in den vergangenen Monaten nur leicht an. Nach Einschätzung der Expertengruppe könnte die Arbeitslosigkeit allerdings im weiteren Jahresverlauf noch leicht steigen, wobei es insbesondere in Wirtschaftsbereichen mit konjunkturellen oder strukturellen Problemen noch zu weiteren Entlassungen kommen dürfte. Im Jahresdurchschnitt bedeutet dies Arbeitslosenquoten von 3,2% für 2012 sowie 3,4% für 2013.<<

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