BAK Herbstprognose 2017 Schweizer MEM-Motor springt an

Redakteur: Sergio Caré

Gute Ausssichten an der BAK Herbsttagung in Basel: Die Schweiz soll nächstes Jahr 2.3 Prozent wachsen. Insbesondere die MEM-Industrie profitiert von den besseren Export-Kondistionen.

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Impressionen aus der BAK Economics Herbsttagung 2017
Impressionen aus der BAK Economics Herbsttagung 2017
(Bild: sergio caré / VBM)

Basel- Angesichts der guten Stimmung unter den Schweizer Wirtschaftsakteuren und dem Aufwärtstrend in der Industrie ist mit einer wieder anziehenden Binnenkonjunktur zu rechnen. Insbesondere die Eurozone, der wichtigste Schweizer Handelspartner, stehen die Zeichen auf Wachstum. Zusätzlich wirkt sich die jüngste Abwertung des Frankens gegenüber dem Euro positiv auf den Schweizer Exportsektor und die Investitionstätigkeit der Unternehmen aus. BAK Economics prognostiziert für 2017 daher ein BIP-Anstieg von 1.0 Prozent. Mehr ist aber 2018 zu rechnen: 2.3 Prozent.

Steigende Güterexporte

Die erfreuliche Entwicklung der Güterexporte im Jahr 2016 setzt sich also weiter fort. Dank der steigenden Investitionstätigkeiten im Inland sowie der verbesserten Weltwirtschaftslage mit wachsenden Märkten dürfte im laufenden Jahr die Investitionsgüterindustriewirtschaft die Schweizer Wirtschaft stützen. Im Jahr 2018 zeichnet sich eine branchenweite Erholung ab. Vor allem die MEM-Industrie wird positiv herausstechen und zu einer stärkeren Produktionsauslastung führen.

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Krise überwunden, aber...

Trotz des optimistischen Ausblicks bleiben mittelfristige Unsicherheitsfaktoren. Einer davon ist China, die weiter auf Pump wächst. Laut Tobias Straumann, Redner an der BAK Herbsttagung und Uni Zürich Professor, droht dem chinesischen Drachen einen Sinkflug, gar eine Japanisierung. Das Kredit/BIP-Verhältnis wuchs in den letzten zehn Jahren von 120 auf 225 Prozent. Straumann der den anwesenden Zuhörern die 'Finanzkrise - Zehn Jahre danach' erklärte, sagt für die nächsten 30 Jahren eine Finanzrepression voraus, so wie nach dem zweiten Weltkrieg die 35 Jahre dauerte. Mit Finanzrepression bezeichnet die Wirtschaftswissenschaft das Senken der Staatsschulden durch eine Inflation (Geldentwertung). Damit dies gelingt, ist gleichzeitig ein niedriges Zinsniveau nötig, das unterhalb der Inflation liegt. Somit wird die EZB laut Straumann die Zinsen die nächsten Monate, wenn nicht gar Jahre weiterhin tief halten. Der SNB bleibt dadurch ebenfalls nichts anderes übrig.

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