Occasionen Schwingförderer: Worauf kommt es beim Kauf an?

Redakteur: Anne Richter

In der modernen Industrie spielen Schwingförderer weiterhin eine grosse Rolle. Sie stellen sicher, dass Materialien in der gewünschten Position in die Anlagen gelangen. Aber worauf muss ein Unternehmen achten, wenn es einen Schwingförderer kauft? Gibt es bei gebrauchten Geräten besondere Aspekte, die beachtet werden müssen? Dieser Artikel geht der Sache auf den Grund.

Firmen zum Thema

Schwingförderer kommen in vielen Bereichen zum Einsatz
Schwingförderer kommen in vielen Bereichen zum Einsatz
(Bild: sandid / Pixabay.com)

Grundqualität: Schwingförderer zählen zu den Schwingungsmaschinen. Dieser Begriff lässt bereits erahnen, weshalb eine hohe Grundqualität notwendig ist. Durch die Schwingungen wird das Material stark belastet, zugleich werden die Maschinen zu den unterschiedlichsten Zwecken eingesetzt:

  • Industrie - ob Kunststoffteile, Schrauben, Muttern oder andere Werkstücke, der Schwingförderer sichert ab, dass die Teile in der gewünschten Position durch den Ausgang gehen.
  • Baubranche – hier werden Schwingforderer sowohl dazu genutzt, Geröll zu sortieren, aber natürlich auch, um feine Materialien von groben Verschmutzungen zu reinigen.

Das sind nur zwei Beispiele. Natürlich unterscheiden sich die Maschinen je nach Nutzung voneinander. Aber worauf kommt es bei der Grundqualität an?

  • Material – es muss robust und haltbar sein. Je nach Werkstätte darf das Material keinen Schaden nehmen, wenn es mit Feuchtigkeit in Berührung kommt.
  • Motor – er muss leistungsfähig und wartungsarm sein. In der Praxis kommen wahlweise Umwuchtantriebe oder Magnetantriebe zum Einsatz. Umwuchtmotoren haben zwei Antriebe, die gegenläufig zueinander arbeiten. So entstehen die linearen Schwingungen. Beim Magnetantrieb wird nur ein Motor genutzt, der einen federnden Anker in Bewegung versetzt. Diese Geräte sind in ihrer Grösse begrenzt. Sie besitzen dafür ein Leistungsspektrum von 0 bis 100 Prozent und bieten somit eine stufenlose Einstellung. Umwuchtschwingförderer hingegen können nur in einem geringeren Wirkungskreis genutzt werden, sodass sie sich eher zum Weitertransport von Stückgut eignen.
  • Lagerung – die Lagerung bewirkt, dass die Maschine sauber und korrekt läuft. In der Maschine sollten hochwertige Lagerungen besitzen, die natürlich zu dem jeweiligen System passen müssen. Die Rosta AG hat sich auf Lagerungen für die Schwingfördertechnologie spezialisiert.

Die Grundqualität bestimmt die Haltbarkeit der Anlage. Gerade bei gebrauchten Modellen sollte sie begutachtet werden.

Zustand der Maschine

Der Zustand ist bei einer gebrauchten Maschine natürlich das A und O. Doch nicht allein bei Gebrauchtschwingförderern entscheidet der Zustand, auch bei neuen Modellen gibt es Kennziffern, die zu beachten sind:

  • Gebrauchsdauer – gibt es hier Einschränkungen? Nicht alle Maschinen können über diverse Stunden oder auch pausenlos genutzt werden.
  • Leistungseinstellung – sie bestimmt die Leistung am eigentlichen Aufstellungsort. Wer eine stufenlose Regulierung benötigt, der wählt Magnetschwingförderanlagen. Der Nachteil ist hier allerdings, dass nur eine begrenzte Breite vorliegt.
  • Verbrauch – wie hoch ist der Verbrauch der Maschine im Regelbetrieb? Welche Voraussetzungen sind gegeben? Insbesondere bei Maschinen, die auf dem Bau eingesetzt werden, muss die Antriebsverfügbarkeit natürlich ständig sichergestellt werden.

Bei gebrauchten Maschinen geht es mitunter nicht allein um den offensichtlichen Zustand, sondern um die bisherigen Wartungen:

  • Pflege – wie wurde die Maschine gepflegt? Wurden regelmässige Reinigungen vorgenommen?
  • Bisheriger Einsatz – er kann bei Industriemaschinen entscheidend sein. Schwingförderer kommen in der Industrie teils mit beschichteten oder anderweitig chemisch aufbereiteten Materialien in Verbindung. Eine solche Anlage kann natürlich erst nach einer ausgiebigen Reinigung anderweitig genutzt werden.
  • Wartungen – wie und wie häufig wurde die Maschine offiziell und professionell gewartet? Gibt es ein Wartungsheft und Unterlagen über bisherige Ersatzteile oder Reparaturen?

Gerade bei älteren gebrauchten Maschinen ist der Ist-Zustand natürlich sehr entscheidend, doch sollten potenzielle Käufer vorab prüfen, wie die Ersatzteilbeschaffung aussieht. Nicht immer werden Ersatzteile dauerhaft hergestellt, sodass es geschehen kann, dass eigentlich gängige Teile nicht mehr oder nur noch unter hohem Aufwand getauscht werden können. Müssen die Teile plötzlich aus dem Ausland beschafft werden, steht die Anlage mitunter tagelang still.

Weitere wichtige Punkte

Bei Schwingförderern können Unternehmen zwischen neuen Anlagen und gebrauchten Geräten wählen. Beide Optionen können sich empfehlen, es kommt schlichtweg auf den Zweck und die eigenen Möglichkeiten an.

  • Neue Anlagen – sie können mitunter auf den angedachten Zweck abgestimmt werden, sodass es eine perfekte Lösung für den Betrieb gibt. Dafür sind diese Modelle natürlich wesentlich teurer. Wartungen und Reparaturleistungen lassen sich über den Hersteller durchführen. Zumeist können Betriebe solche Anlagen heute auch leasen oder mieten. Mit ein wenig Glück, dafür ohne Anpassungsfähigkeit, können Unternehmen auch Ausstellungsstücke günstig erhalten.
  • Gebrauchte Anlagen – der Markt ist gross und divers. Auf speziellen Portalen werden Schwingförderer von Unternehmen verkauft. Zudem gibt es die Geräte aus Versteigerungen oder Unternehmensschliessungen. Diese Geräte sind selten aufbereitet, wobei es durchaus Anbieter gibt, die Anlagen vor der Veräusserung einer Reinigung und Wartung unterziehen. Die Nachteile sind geringere Gewährleistungen und natürlich, je nach Alter des Schwingförderers, eine erschwerte Ersatzteilbeschaffung. Dafür sind die Maschinen deutlich preisgünstiger.

Bei gebrauchten Schwingförderern kommt stets der Transportaspekt dazu. In der Regel werden sie gebraucht nur gegen Selbstabholung oder dem selbst geplanten Transport veräussert, während Hersteller die Geräte liefern. Je nach Standort des Schwingförderers, dessen Art und Grösse und der zurückzulegenden Wegstrecke ist der Transport ein weiterer Kostenfaktor, der nicht missachtet werden darf. Mitunter kann es sogar zu einem Schwertransport kommen.

Das Transportproblem besteht natürlich nur bei grossen Modellen. Kleinere Baustellengeräte lassen sich recht kostengünstig transportieren und bewegen. Grosse Schwingförderer mit Schüttrohr oder auch Produktionsanlagen hingegen sind transporttechnisch heikel.

Fazit - auf gute Geräte achten

Auch bei Schwingförderern entscheidet die Qualität über gute und schlechte Anlagen. Welche Leistung die Maschine bringen muss, hängt vom späteren Nutzen ab. Industrielle Anlagen erfordern natürlich ganz andere Leistungsmerkmale als Geräte, die im Garten- und Landschaftsbau hier und da eingesetzt werden. Der Kauf von gebrauchten Maschinen ist dann sinnvoll, wenn sichergestellt werden kann, dass die Maschine ausreichend gewartet wurde und weiterhin Ersatzteile wie Lagerungen oder Motorbestandteile vorrätig sind. Zugleich ist die bisherige Nutzung teilweise interessant und notwendig zu wissen. Sollten bislang chemische Stoffe oder chemisch beschichtete Stücke mit der Maschine sortiert werden sein, könnte ein Einsatz im Landwirtschaftsbereich ohne eine professionelle Reinigung nicht in Betracht kommen. <<

(ID:47031923)