Europa Forum Luzern «Sich auf lokale Begeben­heiten einlassen»

Redakteur: Susanne Reinshagen

Für viele Firmen bietet das Freihandelsabkommen mit China neue Exportchancen. Aber nicht alle können davon bereits profitieren. Dennoch investieren die Unternehmen in die Wachstumsmärkte Asiens. Am Europa Forum Luzern im November 2014 wird das Thema «Offene globale Märkte» mit Experten analysiert und diskutiert. Laut Erwin Stoller, Verwaltungsratspräsident des Textilmaschinenherstellers Rieter, kann das Unternehmen zurzeit noch nicht davon profitieren. Lesen Sie dazu seinen Beitrag.

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Das 27. internat. Europa Forum Luzern widmet sich dem Thema «Offene globale Märkte» und findet vom 10. bis 11. November 2014 im KKL in Luzern statt.
Das 27. internat. Europa Forum Luzern widmet sich dem Thema «Offene globale Märkte» und findet vom 10. bis 11. November 2014 im KKL in Luzern statt.
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Für viele Firmen bietet das Freihandelsabkommen mit China neue Exportchancen. Doch laut Erwin Stoller, Verwaltungsratspräsident des Textilmaschinenherstellers Rieter, kann das Unternehmen zurzeit noch nicht davon profitieren, da die Zollbegünstigungen für Textilmaschinen über viele Jahre hinausgestreckt sind. Nichtsdestotrotz investiert Rieter in die Wachstumsmärkte Asiens. Stoller spricht am Europa Forum Luzern vom 10./11. November zur Bedeutung der offenen Märkte. «Die Globalisierung bringt eine ständig zunehmende Wettbewerbsintensität und einen permanenten Anpassungsdruck. Rieter ist davon besonders betroffen, weil die Textilbranche schon immer eine sich um den Globus bewegende Industrie war», hält Erwin Stoller, Verwaltungsratspräsident der Rieter Holding, fest. Aus seiner Sicht ist es besonders wichtig, dass mit Agilität und Flexibilität die Chancen kompromisslos genutzt werden, die das volatile Wirtschaftsumfeld bietet.

Rieter investiert in neue Standorte in China und in Indien – nicht ohne Grund. «Wir gehen davon aus, dass die weltweite Nachfrage nach Kurzstapelfasern bis im Jahr 2030 durchschnittlich pro Jahr um 2,3% wächst. Die somit benötigten zusätzlichen Spinnereikapazitäten, der Ersatzbeschaffungsbedarf und der Trend zu höherer Automatisierung, insbesondere auch in den Märkten China und Indien, werden die Nachfrage nach hochwertigen Spinnereimaschinen und deren Komponenten beeinflussen», ist Stoller überzeugt. Dazu komme, dass die asiatischen Märkte ausserhalb der beiden Länder über eine Kapazität von knapp 55 Millionen installierten Spindeln verfügen. Die Nachfrage nach Rieters Produkten sei entsprechend im Jahr 2013 in verschiedenen Ländern Asiens gut gewesen und halte an.

Schulung des lokalen Managements

Was ist Unternehmern zu empfehlen, die neu nach Asien exportieren wollen? «Es ist sehr wichtig, sich auf die lokalen Gegebenheiten einzulassen, sie zu verstehen und entsprechend zu handeln. Dazu muss man beim Markteintritt vor Ort präsent sein und gleichzeitig früh damit beginnen, das lokale Management zu schulen und gut einzuführen», betont Stoller. Rieter sei es auch wichtig, an seinen Standorten auch ein Good Corporate Citizen zu sein. Dies trage dazu bei, Akzeptanz im Markt zu schaffen.

Europa Forum 2014

Der Werk- und Denkplatz Schweiz floriert dank starkem Export-Volumen. Ein möglichst freier Zugang zu Wachstumsmärkten ist eine der Grundlagen dafür. Unternehmer stehen in Asien oder Südamerika aber noch vor weiteren Herausforderungen. Welche Strategien verfolgen sie in einem Umfeld voll neuer Dynamik, damit das Export-Geschäft nicht zum Hochrisiko wird? Am Europa Forum Luzern erläutern Unternehmer, Politiker und Analysten, welche Rolle die spezifischen Marktanforderungen bezüglich gesetzlicher, regulatorischer und kultureller Hinsicht spielen. Hintergrundinformationen und Best-Practice-Beispiele vermitteln unter anderen Johann Schneider-Ammann, UBS-Präsident Axel Weber, Unternehmenschefs wie Frank Ziemer (Ziemer Group), Erwin Stoller (Rieter Holding), Hariolf Kottmann (Clariant), Josef Maushart (Fraisa), Karl-Ernst Brauner, Vize-Generalsekretär der WTO, Sony Kapoor, Direktor von Re-Define, einem internationalen Think-Tank oder China-Experte Felix Sutter, PwC Schweiz.

In zwei Export-Workshops teilen Experten von PwC, UBS und SERV ihr Wissen. Sie widmen sich den Themen „Erfolgreich geschäften in China“ und „Exportieren – Liquidität sichern, Zahlungsausfälle vermeiden“.<<

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