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Zylinder ersetzt Zahnstange Sichere Pause für einen Dauerläufer

| Redakteur: Silvano Böni

Seit 1894 liefert das Wasserkraftwerk Aarau umweltgerechten Strom und erreicht dank regelmässigen Wartungen, Umbauten und Optimierungen heutzutage eine mittlere Jahresproduktion von 109 GWh. Speziell für die Wartung der Turbinen müssen Schütze installiert sein, welche die Wassermassen zuverlässig zurückhalten können. Beim Wasserkraftwerk in Aarau wurden diese Schütze über 50 Jahre lang mit Hilfe von Zahnstangen gehoben, heute übernehmen dies Hydraulikzylinder.

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Das Kraftwerk der IB Aarau. Links noch die alte Hebevorrichtung mit Zahnstangen, rechts bereits zwei umgebaute Schütze mit Hydraulikzylindern.
Das Kraftwerk der IB Aarau. Links noch die alte Hebevorrichtung mit Zahnstangen, rechts bereits zwei umgebaute Schütze mit Hydraulikzylindern.
(Bild: Thomas Entzeroth)

Wasserkraftwerke sind keine Wegwerfprodukte, sie müssen jahrzehntelang zuverlässig ihren Dienst verrichten. Entsprechend lange sind auch die Konzessionen solcher Kraftwerke ausgelegt. Beim Kraftwerk in Aarau stammt die letzte aus dem Jahr 1954 und endet im diesem Jahr. Die nächste Konzession für einen Betrieb bis 2082 sollte ohne Probleme zu Stande kommen, da die Betreiberin der Kraftwerke, die IB Aarau, zahlreiche Optimierungen über die nächsten Jahre in Aussicht gestellt hat. Unter anderem einen verbesserten Hochwasserschutz oder eine um 17 Prozent erhöhte Stromproduktion bis 2036. Auch die Wartung darf nicht vernachlässigt werden, insbesondere die der wichtigen Turbinen, welche den grössten Teil der Arbeit verrichten. Um diese gefahrenlos betreten zu können, muss eine zuverlässige Wassersperrung mit Schützen garantiert sein. Diese wurden beim Wasserkraftwerk Aarau die vergangenen 50 Jahre mittels Zahnstangen hoch- und runtergefahren. «Der Antrieb über die Zahnstangen ist zwar sehr robust, wurde aber im Laufe der Zeit immer störungsanfälliger. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, haben wir uns entschlossen, das ganze Prozedere neu mit Hydraulikzylindern zu bewerkstelligen» so Hansjürg Tschannen, Leiter des Kraftwerks Aarau.

Hohe Anforderungen

«Da die IB Aarau ein öffentliches Unternehmen ist, musste der Ersatz der Zahnstangen ausgeschrieben werden», so Tschannen. Den Zuschlag erhielt die Firma Wandfluh aus dem bernischen Frutigen, die bereits viel Erfahrung im Bereich von Kraftwerken gesammelt haben. «Die Anforderungen an die Zylinder waren natürlich extrem hoch», erläutert Christian Gempeler, Head of Division Switzerland bei Wandfluh, «sie müssen bei jeder Witterung zuverlässig funktionieren, die Dichtungen dürfen nicht verkleben, die Bolzen nicht klemmen und es darf sich kein Rost ansetzen. Das System muss schlussendlich über 20 oder 30 Jahre seinen Dienst verrichten. Darum haben wir uns entschieden, dafür die Spezialisten von Schenker Hydraulik mit ins Boot zu holen.» Diese haben ohne zu zögern zugesagt, wie Daniel Sommer, Geschäftsführer von Schenker, bestätigt: «Das ist natürlich ein Prestigeprojekt. Zumal wir zudem auch noch selbst Kunden der IB Aarau sind, fiel der Entscheid natürlich leicht.» Für die gesamte Verrohrung der Anlage vor Ort hat Wandfluh zudem mit der Nobs Hydraulik AG aus Madiswil einen weiteren kompetenten Partner hinzugezogen.

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