Personalie Siemens-Chef Peter Löscher muss gehen

Redakteur: Susanne Reinshagen

Peter Löscher muss seinen Posten als Chef des Siemens-Konzern räumen. Zu viele Rückschläge haben seine sechsjährige Amtszeit begleitet. Nachfolger wird voraussichtlich Finanzvorstand Joe Kaeser.

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Peter Löscher soll als Chef von Siemens abgelöst werden.
Peter Löscher soll als Chef von Siemens abgelöst werden.
(Siemens AG)

Die jüngste Gewinnwarnung war für den Siemens-Chef wohl ein Misserfolg zu viel. Der Österreicher muss seinen Chefsessel räumen. Der Aufsichtsrat hat nach einer Marathonsitzung am Wochenende beschlossen, an der regulären Aufsichtsratsitzung vom kommenden Mittwoch (31.Juli 2013) über das vorzeitige Ausscheiden Löschers zu entscheiden. Gemäss diversen Onlinenachrichten wird der jetzige Finanzvorstand Joe Kaeser zum Nachfolger gewählt. Er soll eine Mehrheit im Aufsichtsrat hinter sich haben.

Löschers Ablösung hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, nachdem Siemens am Donnerstag eine erneute Gewinnwarnung herausgeben musste. Das für 2014 angepeilte operative Gewinnziel von mindestens zwölf Prozent musste Löscher kappen.

Krisen musste Löscher bei Siemens während seiner Amtszeit durchaus meistern und konnte dabei auch Erfolge verbuchen. Allen voran die Bewältigung des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals. Doch in anderen Dingen hatte Löscher weniger Glück: Akquisitionen wie die Übernahme des US-Medizintechnik-Unternehmens Dade Behring oder des israelischen Solarunternehmens Solel entwickelten sich zu teuren Fehlgriffen. Hinzu kam zuletzt mangelnder Rückwind durch die Konjunktur.

Kampfabstimmung am Mittwoch?

Spannend kann es am nächsten Mittwoch dennoch werden, denn Löscher soll sich gemäss der Online-Plattform sueddeutsche.de, gegen seine Entlassung wehren und wittert ein Komplott. Er fordert den gleichzeitigen Rücktritt von Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme, ansonsten wolle es Löscher auf eine Kampfabstimmung in der Aufsichtsratsitzung ankommen lassen. Gerhard Cromme hatte Löscher 2007, mitten im Strudel des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals, an die Konzernspitze geholt. <<

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