Digital Industry Siemens kauft Mentor Graphics für 4,5 Mia. Dollar

Redakteur: Sergio Caré

Siemens möchte bis 2020 zum führenden Industrie-4.0-Anbieter werden. Unter anderem durch die Übernahme von Mentor Graphics für 4,5 Milliarden Dollar. Mentor stellt Automatisierungssoftware her.

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Siemens will Mentor Graphics für 4,5 Milliarden Dollar übernehmen. Hierzulande verzeichnet Siemens Schweiz mehr Aufträge.
Siemens will Mentor Graphics für 4,5 Milliarden Dollar übernehmen. Hierzulande verzeichnet Siemens Schweiz mehr Aufträge.
(Bild: Siemens)

Siemens treibt die Umsetzung seiner Vision 2020 weiter voran, indem es sein industrielles Digital Enterprise weiterentwickelt und sein einzigartiges Portfolio für Industriesoftware erweitert. Dafür übernimmt der deutsche Technologiekonzern Mentor Graphics, einen Hersteller von Softwareprodukten aus den Bereichen «Electronic Design Automation» und «Embedded Software» mit Sitz in Wilsonville im US-Bundesstaat Oregon. Das amerikanische Unternehmen hat Mitarbeiter in 32 Ländern weltweit. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Mentor einen Umsatz von ca. 1,2 Milliarden Dollar. Mentor gilt als globaler Marktführer in strategischen Industriesegmenten wie IC-Design, Test und Fertigung, Entwurf und Analyse von elektronischen Systemen und Emerging Markets einschliesslich der Automobil­elektronik.

Siemens Vision 2020

«Siemens übernimmt Mentor als Teil des Vision-2020-Konzepts und ist damit Benchmark für das neue industrielle Zeitalter. Mentor passt perfekt, um unsere Position in der digitalen Führerschaft auszubauen und das Tempo in der Industrie vorzugeben», sagt Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. In seiner 2014 vorgestellten Vision will sich Siemens künftig entlang der Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aufstellen. Die künftige Fokussierung war das Ergebnis einer tiefgehenden und umfassenden Analyse im Jahr 2013. Siemens hatte dabei die Felder identifiziert, auf denen das Unternehmen in der Zukunft mit seinen Produkten und seinem einzigartigen technischen Know-how langfristig Wachstum und eine hohe Profitabilität erzielen will.

Siemens Schweiz mehr Aufträge

In der Schweiz kann Siemens auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurückblicken. Per Ende September verzeichnete der Konzern hierzulande einen Auftragseingang von 2,16 Mia. Franken (+4 Prozent). Der Umsatz sank leicht um 200 Mio. auf 2,14 Mia. Franken. Der Rückgang ist auf die Ausgliederung der Medizintechnik-Aktivitäten in die eigenständige Siemens Healthcare AG zurückzuführen. «Obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die anhaltende Frankenstärke unser Geschäft weiterhin beeinträchtigen, können wir auf ein sehr gutes Jahr zurückblicken», erklärt CEO Siegfried Gerlach. Der Personalbestand von Siemens in der Schweiz reduzierte sich marginal auf 5332 Vollzeitstellen. Im Vorjahr waren es 5369. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 320 Lernende. -sc-

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