Optische Kontrolle für Qualitätssicherung Sitzt der Stopfen?

Redakteur: Silvano Böni

>> In vielen Produktionsbereichen wird heute eine 100-prozentige Kontrolle der gefertigten Teile gefordert. Für die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie gilt es, zusätzlich noch hohe Anforderungen an die Prüfung und deren Dokumentation zu erfüllen. Eine auf erprobten Technologien beruhende berührungslose, optische Kontrolle, die sich einfach an unterschiedliche Produkte anpassen lässt, erfüllt dabei zum einen die Anforderung nach Zuverlässigkeit, aber auch gleichzeitig die Forderungen nach einer flexiblen Produktion. Im folgenden Beispiel arbeitet ein Kamerakontrollsystem an einem Sternrad und prüft die Stopfen von Injektionsfläschchen auf richtigen Sitz.

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Ein robustes, aerodynamisch geformtes Gehäuse aus Edelstahl schliesst die beiden Kameras und die Beleuchtung nach Schutzart IP64 rundum ein.
Ein robustes, aerodynamisch geformtes Gehäuse aus Edelstahl schliesst die beiden Kameras und die Beleuchtung nach Schutzart IP64 rundum ein.
(Bild: ETW)

Die Anforderungen an Kontrollgeräte sind unterschiedlich. Geht es einmal «nur» um die Überprüfung «gut» oder «schlecht», so erfordern andere Einsatzgebiete vom Prüfsystem eine ganze Reihe von Zusatzqualifikationen. Ein auf höchste Anforderungen in der Pharmaindustrie ausgelegtes Kamerakontrollsystem bietet die ETW Wollmershäuser GmbH aus Wolpertshausen. Über zwei skalierbare Kameras werden die zu prüfenden Objekte von zwei Seiten aus betrachtet und bewertet. Um dieses CrossCAM-System möglichst flexibel zu gestalten, arbeiten die süddeutschen Spezialisten mit dem Automatisierungsexperten Omron zusammen. Dessen breites Bildverarbeitungsportfolio erlaubt den Zuschnitt des Kontrollsystems exakt auf die jeweilige Kundenanforderung.

Zusatzqualifikation ist essenziell

In Bereichen, die besondere Anforderungen an Sauberkeit und Hygiene stellen, ist ein einfaches Kontrollsystem überfordert. Bei solchen Anwendungen ist neben der eigentlichen Messaufgabe vor allem dem Anlagenumfeld Rechnung zu tragen. Ist in der Lebensmittelindustrie ein lebensmitteltaugliches Material gefragt, das auch häufigen Reinigungen und Desinfektionsmitteln widersteht, so steigen die Ansprüche beim Einsatz in Sterilräumen der Pharmaindustrie. Die Bildverarbeitungsexperten gingen daher für ihr universell einsetzbares Kontrollsystem gleich von den höchsten Anforderungen aus.

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Das CrossCAM-System besteht aus einem Isolator (ein besonderer Reinraum für pharmazeutische Abfüllungen) tauglichen Edelstahlgehäuse aus 1.4404-Stahl in Schutzart IP65. Die Geometrie des Gehäuses mit robusten, drei Millimeter dicken Glasscheiben berücksichtigt nicht nur die Anforderungen der darin untergebrachten Kameras und der LED-Beleuchtung, sondern erfüllt auch weitere Nebenbedingungen. Die Form entspricht der Forderung nach hygienischem Design, erlaubt also eine einfache Reinigung und Desinfizierung. Für Laminar-Flow-Umgebung, also eine gleichmässige Luftströmung von oben nach unten, die Partikel beziehungsweise Bakterien entfernt, ist ausserdem das Gehäuse so geformt, dass Verwirbelungen im Luftstrom weitgehend ausgeschlossen sind. Ein weit nach unten heruntergezogener Edelstahlspiegel für die Hintergrundbeleuchtung mit Rotlicht ermöglicht Messungen bis knapp über einem Sternrad oder einem linearen Transportband. Damit bleibt der Anwender flexibel bei der Auswahl der eingesetzten Fläschchen, Flakons oder sonstiger Behälter.

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