Energieeffizienz SMM-Kongress: Energie-effiziente Produktion

Redakteur: Matthias Böhm

>> Keine Frage, die Zukunft liegt in energieeffizienten Fertigungsprozessen. Nicht zuletzt deshalb, weil Energie teuer wird. Liegt der Kostenblock der elektrischen Energie in produzierenden Unternehmen aktuell bei nur 2–5 % des Umsatzes, wird dies auf 4–10 % steigen. Der 1. SMM-Kongress am 5. Dezember 2012 in Olten beleuchtet das Themenfeld aus unterschiedlichsten Perspektiven: vom Werkzeugmaschinenbau, über den Energieeinkauf bis hin zur energieeffizienten Gebäudetechnik.

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Fred W. Gaegauf (Geschäftsführer, Fritz Studer AG) «Optimierter Ressourceneinsatz beginnt bei der Betrachtung und Analyse der Bearbeitungsprozesskette.»
Fred W. Gaegauf (Geschäftsführer, Fritz Studer AG) «Optimierter Ressourceneinsatz beginnt bei der Betrachtung und Analyse der Bearbeitungsprozesskette.»
(Archiv: Vogel Business Media)

Die Rechnung der Elektrizitätswerke wird ohne Zögern bezahlt. «Man kann doch nichts ändern.» Die meisten Unternehmen machen sich wenig Gedanken über die Stromrechnung. Strom ist nach wie vor zu günstig. Nur 2–5 Prozent machen die elektrischen Energiekosten im produzierenden Gewerbe von den Gesamtkosten aus. Das ist aktuell noch verkraftbar, doch die Energiepreise werden steigen – nicht nur die elektrische, auch die Wärmeenergie.

Strom zu günstigen Tarifen beziehen

Stefan Krummenacher (Inhaber, Enerprice AG) verweist beispielsweise auf die CO2-Abgaben. Die liegen aktuell bei 9 Rp. pro Liter Heizöl und werden auf 30 Rp. steigen. Auch die Steuern auf die «kWh Strom» werden erheblich steigen. Und das ist erst der Anfang. Setzen die Unternehmen nicht konsequent auf eine energieeffiziente Produktion, geraten sie im weltweiten Vergleich in Zukunft ins Hintertreffen. Bevor es so weit kommt, lohnt es sich, bereits heute in Richtung energieeffiziente Prozesse zu setzen.

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CHF 40 000.– Stromkosten pro WZM

Im Werkzeugmaschinenbau und der modernen Produktion ist Lukas Weiss (Inspire/IWF ETH Zürich) der Experte. Am Beispiel einer durchschnittlichen Werkzeugmaschine zeigt er auf, dass der Energieverbrauch über den Lebenszyklus von 10 Jahren bei 250 000 kWh liegt, was CHF 40 000.– entspricht. Seine Schlussfolgerung: Die Energiekosten sind bedeutend, aber nicht entscheidend. Noch ist das so, kann sich aber schnell ändern. Nicht nur deshalb lohnt sich eine energetische Betrachtungsweise, sondern auch aus dem Grund, weil damit auch die gesamte Prozesskette optimiert werden kann.

Energieeffizienz optimiert Fertigung

Doch welche Rolle spielt Energieeffizienz konkret im WZM-Bau? Die StarragHeckert AG, einer der Top-Werkzeugmaschinenhersteller im Weltmarkt, zeigt auf, was es heisst, energieeffizient zu zerspanen. Die WZM des Schweizer Spezialisten werden in vielen Fällen im Integralbau eingesetzt, wo Spanvolumen von 95 Prozent an der Tagesordnung sind.

Die hierfür erforderliche Leistung ergibt sich letztlich aus dem erforderlichen Spindeldrehmoment und der zugehörigen Drehzahl. Multipliziert mit der Zeit ergibt die Energieaufnahme der Spindel. Doch dies ist lediglich ein Teilprozess von vielen, zeigt aber bereits auf, welche Faktoren beim Zerspanen die entscheidende Rolle spielen. Sind im Elektrotechnischen die Wirkungsgrade ausgereizt, kann im zerspanungstechnischen Sektor einiges an Potenzial herausgeholt werden. Es kommt noch besser: Bei gleicher Maschinenleistung kann das Bauteil erheblich schneller gefertigt werden. Somit reduzieren sich nicht nur die eingesparten Energiekosten pro Werkstück, sondern noch dazu ergibt sich eine Optimierung der Maschinenlaufzeiten. Beides zusammen verbessert das Betriebsergebnis erheblich und stärkt letztlich die Wettbewerbsfähigkeit.

Energieeffizienz in der Gebäudetechnik

Doch das ist nur die produktive Seite der Betrachtung. Dr. Jürgen R. Baumann (Experte für energetische Modernisierung und Energiedienstleistungen, Siemens Schweiz AG) wird den gesamten Energiehaushalt von Unternehmen unter die Lupe nehmen. Es wird aufgezeigt, welche Optimierungsmöglichkeiten im produzierenden Gewerbe sich bereits heute realisieren lassen und vor allem sinnvoll sind. Diese Betrachtungsweise geht weit über die rein produktive hinaus, respektive integriert sie, werden doch auch Wärmerückgewinnung, Klimatisierung sowie intelligente Energienutzung thematisiert.

Wie sich zeigt, wird der 1. SMM-Kongress die gesamte Prozesskette vom Kraftwerkbetreiber, Energieberater, Antriebsspezialisten und Werkzeugmaschinenbauer bis hin zum Verbraucher abdecken. Ein Top-Thema, das für viele Unternehmen in Zukunft strategisch angegangen werden muss. Hauptsponsoren des 1. SMM-Kongresses sind Parker Hannifin, Oerlikon Balzers und Swissmem. Interessenten können sich telefonisch oder online direkt unter untenstehender Adresse anmelden. <<

www.smm-kongress.ch

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