Spanntechnik-Baukasten steigert Effizienz

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Werkstück-Spanntechnik oft eine unbekannte Grösse

Dies betrifft vor allem wiederum die Maschine und deren Leistungen sowie auch die Werkzeuge, während die Werkstück-Spanntechnik doch eine eher unbekannte Grösse darstellt und sich «nicht so richtig greifen lässt». Oder doch?

Anhand des hier vorgestellten Praxisbeispiels wird deutlich, dass mit dem Einsatz eines modularen, flexiblen Baukastens an innovativer Präzisions-Werkstückspanntechnik nicht nur der Grossteil an allen relevanten Bearbeitungsaufgaben bewältigt werden kann, sondern dass dies auch eine absolut zukunftssichere sowie sich schnell amortisierende Investition darstellt.

Auf der Suche nach dem idealen Fertigungssystem

Doch der Reihe nach: Das Unternehmen Schubert + Edelmann GmbH, Spezialmaschinenbau, D-73566 Bartholomä, kommt ursprünglich aus der Branche Verpackungsmaschinen und wurde im Jahr 1966 gegründet. Stand zunächst die Fertigung von mechanischen Teilen und ab 1977 die Entwicklung und Herstellung von Verpackungsmaschinen im Vordergrund, erfolgte dann im Jahr 1982 endgültig die Konzentration auf mechanische Bearbeitung und Herstellung von Komponenten und Bauteilen für Verpackungs- und Sondermaschinen. Gesellschafter der heutigen Schubert + Edelmamn GmbH sind die Gerhard Schubert GmbH, Crailsheim, sowie Manfred Grieser, der auch als Geschäftsführer fungiert.

Einzelteile und Kleinserien von Präzisionsteilen

Am Standort Bartholomä werden seit Jahren um die 60 Mitarbeiter beschäftigt, die sich neben der mechanischen Bearbeitung und Herstellung von Einzelteilen und Kleinserien auch mit der Produktion von Schwingförderern und automatischen Zuführsystemen für Verpackungs- und Montageanlagen befassen.

Der Fokus liegt eindeutig auf anspruchsvollen Präzisionsteilen aus Metall und Kunststoff und für die mechanische Bearbeitung stehen moderne Produktionseinrichtungen zur Verfügung. Weil aber nichts so gut ist, dass es nicht noch weiter verbessert werden könnte, und weil sich auch Schubert + Edelmann dem freien Wettbewerb stellen muss, standen und stehen immer wieder Überlegungen an, sich fertigungstechnisch nach vorne zu orientieren und sich bezüglich Technologieangebot, Leistungsfähigkeit, Fertigungseffizienz, Qualität und Wirtschaftlichkeit entsprechend aufzustellen.

Investition in 4-Achs-Hochleistungs-Bearbeitungszentrum

Dies mündete im Jahr 2008 in der Entscheidung, sich ein neues 4-Achs-Hochleistungs-Bearbeitungszentrum anzuschaffen, um mit diesem mehrschichtig komplexere Einzelteile und Kleinserien produzieren zu können.

So weit, so gut, und dem geplanten Einsatzbereich der hochflexiblen Auftragsfertigung Rechnung tragend, wurde das BAZ DMG 65-H auch mit einem Palettenwechsler sowie einem 10fach-Palettenspeicher versehen. Des Weiteren wurde das Werkzeugmagazin für 180 Plätze und die Motorspindel für 18000 1/min ausgelegt, womit man sich für alle Bearbeitungsanforderungen gewappnet fühlt.

Die Frage nach dem Werkstückspannsystem

Blieb allerdings noch die Frage offen, welches Werkstück-Spannsystem eingesetzt werden soll; zumal seitens der Geschäftsleitung die Vorgabe bestand, die Wechselpaletten 500 x 500 so bestücken zu können, dass, unter Berücksichtigung der jeweiligen Bearbeitungszeiten, über einen Zeitraum von etwa acht Stunden autarkes Produzieren gewährleistet ist.

Strategieschwenk in Sachen Werkstück-Spanntechnik

Die Praktiker Manfred Grieser und Bernd Fuchs, Fertigungs- und Ausbildungsmeister, hatten durchaus gute Erfahrungen mit konventionellen Standard-Werkstückspannstöcken gemacht.

Jedoch erwiesen sich diese des Öfteren als zu unflexibel und zu aufwändig bei Umrüstungen, weshalb das jeweilige BAZ dann auch viel zu lange stillstand. Diesen Missstand wollte man nachdrücklich beheben, weshalb die Suche nach Spanntechnik-Alternativen begann. Hierbei kam der Kontakt zum Schweizer Spezialisten für modulare Werkstück-Spanntechnik, Gressel AG aus Aadorf, zustande, in Deutschland durch den Vertriebsleiter Markus Lau und sein Team repräsentiert.

Entscheidung fiel auf modulares Werkstück-Spannsystem

Nach Gesprächen, Analysen und Abklärungen wurden entsprechende technische Spannvorschläge erstellt. Manfred Grieser und Bernd Fuchs waren rundum positiv überrascht und nach weiteren Versuchen sowie Praxistests fiel die Entscheidung zugunsten des modularen Werkstück-Spannsystems der Gressel AG.

Hochinteressant dabei ist, dass die 10 Wechselpaletten 500 x 500 mm mit vier verschiedenen Turmaufbauten und Ausrüstungen versehen sind. Wodurch die Modularität, Kompatibilität und Genauigkeits-Reproduzierbarkeit des hochpräzisen Gressel-Spannsystems eindrucksvoll unterstrichen wird.

Die erwähnten 10 Wechselpaletten teilen sich auf in vier Varianten mit verschiedenen Aufbauten/Ausrüstungen: sechs Paletten mit «Schweizerkreuz»-Spanntürmen, davon vier bestückt mit dem NC-Schnellspannsystem Gripos 125-R mit 192 mm Backenbreite und Adapter- und Pendelplatte, und zwei bestückt mit dem Doppelspanner Duogrip 125 Spezial mit 125 mm Backenbreite; zwei Paletten mit Winkeltürmen, ausgerüstet mit dem Doppelspanner Duogrip 125/570-R Spezial mit Backenbreite 192 mm; einer Palette mit Turmaufbau und bestückt mit dem Mehrfachspannsystem Easygrip mit vier Spannstellen; und schliesslich einer Palette mit Turmaufbau und bestückt mit dem flexiblen Einzel- und Mehrfachspannsystem Multigrip mit vier Spannstellen. Zu den einzelnen Spanntürmen und Spannsystemen lieferte Gressel noch diverse Spannmittel wie 6fach-Wendebacken für Adapter- und Pendelbacken, bewegliche und feste Kombi-Wendebacken, feste und bewegliche Gripos-Backen sowie Backensätze für Duogrip-Spanner.

Durchgängige Zeit- und Kostenersparnis

Damit ist Schubert + Edelmann in der Lage, die jeweiligen Spanntürme für die Einzelteil- und Kleinserienfertigung auftragsorientiert aus- und umzurüsten. Und zwar grundsätzlich parallel zur Hauptzeit und absolut individuell sowie ohne irgendeinen mechanischen Zusatzaufwand, weil die erforderlichen Spannbacken ja in der «Bibliothek» jederzeit zur Verfügung stehen und nur getauscht werden müssen.

Dazu sagte Manfred Grieser: «Wir haben unser Ziel, durch eine neue Bearbeitungsstrategie die Teile noch wirtschaftlicher fertigen zu können, in vollem Umfang erreicht. Daran hat die Werkstück-Spanntechnik von Gressel wesentlichen Anteil. Es wurden unsererseits hohe Anforderungen eingebracht und am Ende stand die erfolgreiche Abnahme mit aufgespannten Werkstücken.»

Gewünschte Flexibilität vorhanden

Manfred Grieser ist mit der Lösung sichtlich zufrieden: «Die Lösung mit den standardisierten Präzisions-Grundspannsystemen und den Präzisions-Zusatzbacken brachte die gewünschte Flexibilität hinsichtlich Auf- und Ausbau sowie schneller Umrüstung, wodurch wir die neue Maschine intensiver nutzen können. Ausgehend vom hinterlegten Maschinenstundensatz der Vorgänger-Maschine und der herkömmlichen Spannstöcke, dürften wir einen Effizienzzuwachs von 50% bis 100% erreicht haben, wobei hier natürlich auch solche Aspekte wie automatischer Wechsel der Paletten, Reduktion der Haupt- und Nebenzeiten der Maschine und dergleichen mehr einfliessen müssen.»

Das ist so oder so ein Wort und unter-streicht die an sich schon straffe, wohlüberlegte Arbeitsorganisation bei Schubert + Edelmann, die sich ausschliesslich um die Zwei- und Dreischicht-Fertigung besagter Einzelteile und Kleinserien handelt.

InformationGressel AGSchützenstrasse 258355 Aadorf TGTel. 052 368 16 16Fax 052 368 16 17info@gressel.ch www.gressel.ch

AnwenderSchubert + Edelmann GmbHD-73566 Bartholomäwww.schubert-und-edelmann.de

1008923