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Seit 2015 sind Sie auf dem chinesischen Markt offizieller Vertreter der Maschinenfabrik Reiden. Wie kam es zu dieser Partnerschaft?
P. Haegeli: Willemin-Macodel ist seit über 30 Jahren auf dem chinesischen Markt tätig. Deshalb kennen wir ihn nicht nur sehr gut, sondern haben dort auch zahlreiche Referenzen. Reiden weist ein interessantes Partnerschaftspotenzial auf, weil sich unsere Maschinenreihen ergänzen und die Firmenphilosophien beider Unternehmen sehr ähnlich sind. Qualität, Präzision und Bearbeitungslösungen nach Mass haben bei Reiden und Willemin-Macodel die gleich hohe Priorität. Weil Reiden auf diesem Markt noch nicht eingeführt war, bietet diese Partnerschaft die Möglichkeit, unser Angebot an Maschinen zu erweitern und der Luzerner Maschinenfabrik zugleich einen einfacheren Einstieg ins Reich der Mitte zu ermöglichen. Diese Partnerschaft ist das Ergebnis einer reiflichen Überlegung und die ersten Resultate zeigen klar, dass diese gemeinsame Entscheidung beider Unternehmen richtig war.
Zur Fertigung von Hochpräzisionsmaschinen braucht es bestens qualifizierte Mitarbeiter. Ist es schwierig, solche zu finden?
P. Haegeli: Zum Glück können wir auf unsere treuen und hochqualifizierten Mitarbeiter zählen; die meisten sind absolute Spezialisten in ihrem Fach. Wir legen auch Wert auf die bestmöglichen Arbeitsbedingungen. Dies nicht nur in Bezug auf die Infrastruktur, sondern auch auf die Entwicklungsmöglichkeiten und Unterstützung von Ideen und Initiativen der Mitarbeiter. Dazu bewegen wir uns in einem internationalen Hightech-Umfeld, was wiederum unsern Mitarbeitern sehr interessante Perspektiven eröffnet. Die Rekrutierungsfrage ist nicht ganz einfach zu lösen. Die in unserer Jura-Region typische Industrie der Mikrotechnik hat sich in den letzten Jahren beachtlich entwickelt. Einerseits freut uns das natürlich, andererseits ist aber die Suche nach qualifiziertem Personal klar schwieriger geworden. Wir haben die internen Aus- und Weiterbildungen verstärkt und investieren viel in die technischen Berufsausbildungen. Heute haben wir den Bereich zur Polymechanikerausbildung auf 10 Plätze erweitert und wollen diesen in den nächsten drei Jahren verdoppeln, um schliesslich 20 Lehrplätze in technischen Berufen anzubieten. Die Investitionen in die Ausbildung sind uns sehr wichtig.
Im Vorfeld der Konferenz COP 21 ist die Klimafrage in aller Munde. Welche Massnahmen hat Willemin-Macodel getroffen, um ihre Auswirkung auf die Umwelt zu vermindern?
P. Haegeli: Wir haben 2009 alle unsere Aktivitäten, welche vorher an fünf verschiedenen Orten im ganzen Tal zerstreut waren, in einem modernen Industriebau in Delémont zusammengeführt. Mit dieser Konzentration haben wir einen grossen Schritt in Richtung Verminderung der Umweltbelastung getan. Dabei profitieren wir nicht nur vom erheblichen Kostenrückgang beim Transport, sondern auch von der viel besseren Energieeffizienz am neuen Produktionsstandort. Abgesehen von diesen Erwägungen, spielen Überlegungen zur Umweltbelastung bei der Entwicklung und Verbesserung unserer Maschinen eine wichtige Rolle. Wir benutzen sparsamere Komponenten und achten vor allem auf einen geringeren Energieverbrauch bei der Entwicklung der Maschinen. Das beste Beispiel ist unser neues Bearbeitungszentrum 701S mit Parallelkinematik, welche durch ihre hervorragende Leistungsfähigkeit in Präzision und Dynamik zu den Besten zählt. Dank ihrer Konzeption ist sie sehr viel steifer als eine Standardkonstruktion, aber wesentlich leichter. Die bewegten Massen sind deshalb sehr gering, was wiederum nur kleinere Motoren benötigt, die zwangsläufig weniger Energieverluste aufweisen. Die Kühlsysteme fallen darum auch kleiner aus. Dieses Bearbeitungszentrum ist sicher das ökologischste überhaupt. Zum Vergleich entspricht ihr Verbrauch etwa demjenigen eines Haartrockners. Wir achten ebenfalls darauf, dass die Maschinenkomponenten eine sehr geringe Umweltbelastung aufweisen, was mit dem ganzen Lebenszyklus der Maschine zusammenhängt.
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