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Ihre geographische Lage nahe der französischen Grenze öffnet Ihnen einen einfachen Zugang zu qualifizierten Fachkräften. Beunruhigt Sie die Umsetzung der Initiative gegen die Masseneinwanderung? Was antworten Sie den Schweizer Arbeitnehmern, die sich um ihre Löhne sorgen gegenüber der europäischen Konkurrenz mit Salären auf tieferem Niveau?
P. Haegeli: Ohne Grenzgänger hätten sich die meisten Unternehmen in unserer Region niemals so entwickeln können wie dies in den letzten 10 Jahren der Fall war. Infolgedessen ist es völlig klar, dass die Einstellung von Fachkräften aus dem nahen Ausland entscheidend dazu beigetragen hat, Arbeitsplätze auch für die einheimischen Arbeiter zu halten und zu entwickeln. Was uns betrifft, sind die Stellen für Schweizer und Ausländer ohne jegliche Lohndiskriminierung zugänglich. Was zählt sind einzig die Kompetenzen und die Persönlichkeit der Bewerber. Deshalb betrachten wir das Lohndumping als besonders kontraproduktiv. Es ist immerhin bemerkenswert, dass wir für gewisse Anforderungsprofile in Stelleninseraten ausschliesslich Bewerbungen von Grenzgängern erhalten! Das ist ein wirklich ernstzunehmendes Problem, mit dem wir auch regelmässig bei den zuständigen kantonalen Instanzen vorstellig werden. Das Image der technischen Berufe muss bei den jungen Leuten im Jura unbedingt gefördert werden! Es gilt aber auch, die ökonomischen Realitäten nicht aus den Augen zu verlieren und die Vorteile der Grenzkantone zu sehen, die sich mit dem Angebot an kompetenten Grenzgängern ergeben. Darum gibt die Initiative gegen die Masseneinwanderung Anlass zur Sorge. Vor allem, wenn deren Umsetzung die Rahmenbedingungen verschlechtern sollten, die wir bei uns unter allen Umständen erhalten müssen. Es ist übrigens ganz klar, dass wir Lohndumping bekämpfen. Der Erfolg des Schweizer Wirtschafts- und Industriestandortes basiert auf gesundem Menschenverstand und Vertrauen. Wir sollten sehr aufpassen, dass wir das nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen.
Bei welchem Wechselkurs EUR/CHF denken Sie, dass Sie mit gleichen Voraussetzungen wie Ihre europäischen und japanischen Konkurrenten antreten könnten?
P. Haegeli: Mit einem Wechselkurs EUR/CHF von CHF 1.30 wären wir nahe an der Realität, die auf der Basis der Kaufkraftparität bestimmt wird. Dann könnten wir mit gleich langen Spiessen gegen unsere ausländischen Konkurrenten antreten. Das zeigt sehr gut nicht nur die Schwierigkeiten der Exportindustrie, sondern auch die Risiken einer solchen Situation für die Arbeitsplätze und das damit verbundene Know-how für die Schweiz. <<
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