Springmann SA: Oberflächenbearbeitung von XXL-Werkstücken

Redakteur: Anne Richter

>> Oberflächen von grossen Werkstücken konnten bisher nur manuell bearbeitet werden – was immer auch eine bestimmte Prozessunsicherheit bedeutet. Die Firma Otec hat eine Maschine zur Oberflächenbearbeitung entwickelt, mit der grosse Werkstücke in einem Arbeitsgang maschinell bearbeitet werden können. Die Schleppfinish-Maschine bietet die Möglichkeit, vier Werkstücke gleichzeitig zu bearbeiten.

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Die neue DF-H für horizontal eingespannte Werkstücke. (Bild: Otec)
Die neue DF-H für horizontal eingespannte Werkstücke. (Bild: Otec)

ari. Auf der Airtech, die im November in Frankfurt stattfinden wird, wird das süddeutsche Maschinenbauunternehmen Otec zum ersten Mal eine Maschine vorstellen, die es ermöglicht, die Oberfläche von grossen Werkstücken in einem Arbeitsgang maschinell zu bearbeiten. Gross bedeutet in diesem Fall 1000 mm in der Länge und ca. 500 mm im Durchmesser. Die Maschine DF-H funktioniert nach dem bekannten Schleppfinish-Verfahren.

Schleifen, Entgraten und Polieren im Grossformat

Bisher konnten solch grosse Oberflächen nur manuell bearbeitet werden. Die komplexe manuelle Bearbeitung ist hierbei nur einer der bisher unumgänglichen Nachteile. Viel gravierender war die fehlende Prozesssicherheit der manuellen Bearbeitung. Gerade in Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt, der Herstellung von Turbinen und Turbomotoren, aber auch im klassischen Maschinen- und Anlagenbau ist die verlässliche und immer wieder gleiche Präzision der Werkstückoberflächen ein wichtiges Qualitätskriterium.

Eine neue Generation von Schleppfinish-Maschinen

Vollautomatisch wird dann das jeweilige Werkstück in die Wanne abgesenkt. Dabei rotiert es oszillierend mit einer definierten Bewegung. Eine alternierende Schwenkbewegung der Werkstückaufnahme sorgt für eine homogene und schnelle Bearbeitung. Durch die horizontale Aufspannung der Werkstücke wird der Einfluss der Eintauchtiefe bei langen Werkstücken eliminiert.

Unterschiedliche Haltervorrichtungen ermöglichen es, vier Werkstücke gleichzeitig zu bearbeiten. Auch in Sachen Handling unterscheidet sich die DF-H von den sonst üblichen Schleppfinish-Maschinen. Um immer wiederkehrende Bearbeitungsroutinen effizient und gleich bleibend durchführen zu können, ist es möglich, bis zu 200 Bearbeitungsprogramme abzuspeichern.

Schleppfinishing – was ist das eigentlich?

Das Schleppfinish-Verfahren (Werkstücke werden kontrolliert durch einen Behälter mit Schleif- oder Poliergranulat ge-schleppt) ist ein Verfahren zur Bearbeitung von Werkzeug- oder Werkstückoberflächen. Ursprünglich entwickelt für die Schmuckindustrie, um schwere Ringe auf Hochglanz zu bringen, ist dieses Verfahren heute auch in anderen Industriezweigen etabliert. Vor allem wegen seiner Wirtschaftlichkeit und der hohen Bearbeitungspräzision gegenüber den herkömmlichen Schleif- und Polierverfahren.

Die Otec Präzisionsfinish GmbH

Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und hat sich mit neuen Maschinenkonzepten, Erfindungen und Verbesserungen schnell als Technologieführer im Markt des Oberflächenfinishing etabliert. Otec bietet für die einzelnen Branchen exakt zugeschnittene und entwickelte Maschinenkonzepte, welche in Wirtschaftlichkeit, Handling und Bearbeitungspräzision überzeugen – und den traditionellen Verfahren überlegen sind. Rund 60 Mitarbeiter am süddeutschen Stammsitz und ein weltweit verzweigtes Vertriebsnetz garantieren jederzeit hohe Beratungs- und Verfahrensqualität. <<

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