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Besonderheit des Spritzen- handlings
Jede Spritzenverpackungslinie benötigt eine spezielle Zuführung, denn Spritzen haben keinen Boden, auf dem sie stehen können. Deshalb werden sie an der Fingerauflage, dem «Finger Flange», hängend transportiert und gelagert, wozu besondere Träger notwendig sind. Die zwei gängigsten sind normierte Kämme und Nester, die jeweils 160 Spritzen fassen. Zum Verpacken müssen die Spritzen aus den Kämmen oder Nestern entnommen und in die Verpackungsanlage gegeben werden. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn die gläsernen Spritzen sind leicht zerbrechlich. Mike Weber erklärt: «Entsprechende Handlingmaschinen gibt es schon lange am Markt. Was die MRTs von Robotronic einzigartig macht, ist ihre kompakte Bauweise. Eine ähnliche Maschine von einem anderen Hersteller braucht in etwa drei- bis viermal so viel Platz. Und gerade daran mangelt es in der Regel in der Produktion, was die verfügbare Fläche extrem teuer macht.»
In der Spritzenhandlinglösung kommen zwei Mitsubishi-Electric-Roboter vom Typ MELFA RV-4FLM-Q1-S15 zum Einsatz, kompakte Überkopf-Knickarmroboter mit sechs Achsen. Es sind keine weiteren mechanischen Elemente wie Hub- oder Drehkomponenten nötig. Weber dazu: «Wir legen Wert darauf, möglichst ausschliesslich Roboter einzusetzen und nur in Ausnahmefällen zusätzliche mechanische Elemente zu verwenden, die potenziell störanfällig sind. Ein Roboter läuft in der Regel jahrelang ohne Zwischenfälle. So können wir einen hohen Output unserer MRTs sicherstellen.»
Zuführung per Drehturm
Bestandteil der Lösung ist eine Zuführung für die Tubs, also die tiefgezogenen Kunststoffbehälter, in denen sich die Kämme oder Nester zum Transport befinden. Normalerweise kommen hierbei Förderbänder ins Spiel, die einen vergleichsweise hohen Platzbedarf haben. Robotronic hingegen setzt einen eigens entwickelten Drehturm ein, der auf dem gleichen Grundgerüst wie die Roboterzelle basiert, mit der er verbunden ist. Auf der Aussenseite wird der Turm von Hand mit bis zu zehn vollen Tubs beladen, bevor er sich um 180 Grad dreht und per Roboter entleert wird. «Durch die Stapelung der Tubs im Drehturm können wir den Platzbedarf im Vergleich zu einer Förderstrecke stark reduzieren», erklärt Mike Weber. «Wir verarbeiten zweieinhalb Tubs beziehungsweise 400 Spritzen pro Minute. Der Turm fasst insgesamt zehn Tubs. Er muss also alle vier Minuten nachgeladen werden. Optional ist auch ein Drehturm für 20 Tubs erhältlich. Um diese gleiche Autonomie mit einem Förderband zu erzielen, müsste das Band vier Meter lang sein. Mit dem MRT schaffen wir die gleiche Leistung mit einem Meter.»
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