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Handling mit Robotern
In der Sonderlösung sind zwei MELFA-Roboter vom Typ RV-4FLM-Q1-S15, die zugehörigen CPUs Q172DRCPUund eine SPS CPU vom Typ Q03UDECPU eingebaut. Der Drehturm wird über einen Mitsubishi-Electric-Servomotor MRJ4 mit Motion CPU Q172DCPU angetrieben. Alle CPUs sind Bestandteil der Multi-CPU-Plattform von Mitsubishi. Die Besonderheit dieser Lösung ist es, die Roboter nicht nur über Kopf hängend, sondern auch zu zweit auf engstem Raum zusammenarbeiten zu lassen.
Die beiden MELFA-Roboter sind für das komplette Handling von Tubs, Trägern – also Nestern oder Kämmen – sowie der verschiedenen Spritzenformate verantwortlich. Dazu sind sie exakt aufeinander abgestimmt. Der Prozessablauf bei Kämmen, in denen die Spritzen hintereinander in mehreren Reihen hängen, sieht wie folgt aus: Roboter A entnimmt zunächst einen Tub aus dem ersten Turmschacht und stellt ihn in die vorgesehene Station. Dort entnimmt Roboter B den Kamm und Roboter A bringt den leeren Tub zurück in den Drehturm. Roboter B fährt mit dem Kamm an die Entleerungsschiene, kippt ihn leicht und taktet die Spritzen durch. Von der Schiene durchlaufen die Spritzen den regulären Verpackungsprozess. Anschliessend legt Roboter B den leeren Kamm in eine separate Station ab, von wo aus ihn Roboter A aufgreift und zum Tub in den zweiten Turmschacht legt.
Dass das MRT sowohl Kämme als auch Nester verarbeiten kann, ist laut Mike Weber eine Besonderheit in der Branche. Die Nester verfügen über eine wabenförmige Struktur, in deren einzelnen Öffnungen die Spritzen hängen. Für das Handling sind hierbei Vakuumgreifer nötig. Die Maschine lässt sich innerhalb weniger Minuten umrüsten. Das Handling selbst unterscheidet sich wie folgt: Auch hier setzt Roboter A zunächst den Tub in die erste Station. Roboter B entnimmt das Nest mittels Vakuum, bewegt es zur zweiten Station und stellt es dort in einen Stufenblock, über den die Spritzen leicht angehoben werden. Mit einem speziellen Greifer fährt Roboter A an die Waben des Nestes, nimmt die Spritzen am Finger Flange auf und fährt mit ihnen an die Entleerungsschiene, wo er, ähnlich wie bei den Kämmen, die Reihen zur Entleerung durchtaktet. Anschliessend stellt Roboter A Nest und Tub als Leergut in den zweiten Turmschacht der Drehstation.
Optionale Leistungserweiterung
Das aktuelle MRT-Modell kann 400 Spritzen pro Minute in die Entleerungsschiene eintakten. Maximal lassen sich mit dieser Lösung bis zu 600 Stück pro Minute verarbeiten. Dazu wird die Anlage um eine Zusatzachse erweitert, angetrieben von einem Mitsubishi-Electric-Servomotor MR-J4. «600 Spritzen pro Minute – das ist so ziemlich das Schnellste, was Sie auf der Welt finden werden!», verdeutlicht Mike Weber.
Die Zusatzachse erlaubt einen schnelleren Entleerungsvorgang: Der Roboter selbst fährt nicht länger an die Entleerungsstation, um die Spritzen in Reihen durchzutakten, sondern alle Spritzen werden in einem Durchgang mit einer 180-Grad-Kippbewegung aus dem Kamm in ein Gegenstück entleert, das sich auf der Servoachse befindet. Statt des Roboters übernimmt die Servoachse mit einer Kippbewegung das Entleeren der Waben. Der ursprüngliche Bewegungsablauf des Roboters verkürzt sich und die Verarbeitung von bis zu 600 Spritzen pro Minute wird möglich.
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