Oerlikon: Jahresergebnis 2024 und personelle Wechsel Starke operative Profitabilität in einem anspruchsvollen Umfeld

Quelle: Pressemitteilung 7 min Lesedauer

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Michael Süss, Executive Chairman von Oerlikon: «Im Jahr 2024 konnten wir uns Dank Innovationskraft und Kosteneffizienz erfolgreich in einem schwierigen Marktumfeld behaupten. Dank dieser Bemühungen sind wir gut für eine Markterholung aufgestellt. Beide Divisionen haben zu dieser stabilen Performance beigetragen. Unser künftiges Kerngeschäft Surface Solutions verbesserte abermals die Profitabilität und konnte den Umsatz stabil halten. Polymer Processing Solutions erzielte trotz 25 Prozent weniger Umsatz als 2023 eine hohe Profitabilität, während sich der Bestellungsbestand im Laufe des Jahres stabilisierte.»

Wichtige Kennzahlen für den Oerlikon Konzern per 31. Dezember 2024 (in CHF Mio.)(Bild:  OC Oerlikon Management AG)
Wichtige Kennzahlen für den Oerlikon Konzern per 31. Dezember 2024 (in CHF Mio.)
(Bild: OC Oerlikon Management AG)

«Unsere Pureplay-Strategie hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Mit Wirkung zum 1. Januar 2025 ist Oerlikon ein Markführer für Oberflächentechnologien mit einer Tochtergesellschaft für Chemiefaserlösungen unter dem Traditionsnamen Barmag. Für die endgültige Abspaltung machen wir gute Fortschritte bei der Evaluierung verschiedener Optionen in den nächsten 12 bis 24 Monaten. Unser oberstes Ziel bleibt es, einen maximalen Mehrwert für alle Stakeholder zu schaffen.

Zusätzlich möchten wir Dirk Linzmeier als Chief Operating Officer (COO) und Mitglied der Konzernleitung willkommen heissen. Mit diesem Schritt treiben wir den Generationswechsel in der operativen Unternehmensführung voran. Wir danken Markus Tacke für seine herausragende Führung und sein Engagement. Er steht für ein markant höheres profitables Wachstum, die Erschliessung neuer Märkte und die Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit und Innovation», so Süss weiter.

Generationenwechsel bei der operativen Unternehmensführung

Mit Wirkung zum 1. April 2025 ernennt Oerlikon Dirk Linzmeier, 48, zum Chief Operating Officer (COO) und neuen Mitglied der Konzernleitung. Im Rahmen unserer strategischen Transformation zu einem Pureplay-Unternehmen wird er in der neu geschaffenen Rolle des COO den Bereich Oberflächenlösungen unter dem Namen Oerlikon leiten und dem Executive Chairman Michael Süss unterstellt sein.

Linzmeier bringt die nötigen Voraussetzungen für diese Aufgabe mit: Er kann eine starke Erfolgsbilanz bei der Erzielung eines profitablen Wachstums in führenden Technologieunternehmen vorweisen und verfügt über ein ausgeprägtes Verständnis unserer wichtigsten Endmärkte. Er wird sein umfassendes Know-how in den Bereichen Transformation, Digitalisierung und Software für die Transformation der Oerlikon von einem Industriekonglomerat zu einem Hochtechnologieunternehmen für Oberflächenlösungen und moderne Werkstoffe einbringen. Linzmeier ist derzeit CEO von «TTTech Auto», einem österreichischen «Unicorn» und führenden Anbieter von Systemlösungen für sichere softwaredefinierte Fahrzeuge.

Linzmeier tritt die Nachfolge von Markus Tacke an, der das Geschäft seit mehr als fünf Jahren erfolgreich leitet und in eine neue Phase des profitablen Wachstums geführt hat. Tacke wird bis Ende 2025 als strategischer Berater an Bord bleiben, um einen nahtlosen Übergang in der operativen Führung sicherzustellen.

Änderungen im Verwaltungsrat

Im Rahmen seiner langfristigen Nachfolgeplanung hat der Verwaltungsrat von Oerlikon für die Generalversammlung (GV) am 1. April 2025 Dr. Stefan Brupbacher, Marco Musetti und Dr. Eveline Steinberger für die Wahl als neue Mitglieder nominiert.

Vorbehaltlich der Wahl durch die Aktionäre und der Beschlüsse der anschliessenden konstituierenden Sitzung des Verwaltungsrats lösen sie Irina Matveeva, Gerhard Pegam und Zhenguo Yao ab, die nicht zur Wiederwahl stehen. Die anderen derzeitigen Mitglieder des Verwaltungsrats, Prof. Dr. Michael Süss, Paul Adams, Jürg Fedier, Inka Koljonen und Alexey V. Moskov, werden zur Wiederwahl antreten. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre auf der GV 2025 bleibt die Anzahl der Mitglieder des Verwaltungsrats somit unverändert und der Verwaltungsrat bleibt mehrheitlich unabhängig.

Stefan Brupbacher (geb. 1967, Schweizer und italienischer Staatsbürger) ist Direktor von Swissmem, dem führenden Verband für Unternehmen der Schweizer Technologiebranche, und ist zudem Mitglied des Verwaltungsrats von Orgalim, dem Dachverband der europäischen Technologiebranchen. Brupbacher bekleidete verschiedene hochrangige Positionen im politischen Umfeld in der Schweiz. Er war u. a. Generalsekretär des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) der Schweizer Landesregierung. Es ist vorgesehen, dass er die Funktionen des Lead Independent Director und des Vorsitzenden des Governance-Ausschusses übernehmen wird.

Marco Musetti (geb. 1969, Schweizer und italienischer Staatsbürger) verfügt über umfassende internationale Fachkenntnisse aus verschiedenen Branchen und bringt viel Erfahrung als Unternehmensgründer und Verwaltungsratsmitglied auch in Schweizer Firmen mit. Neben anderen Funktionen ist Musetti derzeit Mitglied des Verwaltungsrats des Sulzer-Spin-offs Medmix AG (CH) sowie der Unternehmen Octo Telematics (I), GEM Capital Ltd (CH) und United Kalahari Minerals (ZA). Es ist vorgesehen, dass Musetti Teil des Audit & Finance Committee (AFC) wird.

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Eveline Steinberger (geb. 1972, österreichische Staatsbürgerin) ist eine erfahrene Unternehmerin, die sich auf neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Big Data, Augmented Reality, 3D und Robotik spezialisiert hat. 2014 gründete sie die The Blue Minds Company GmbH (A) mit den Schwerpunkten globale Energiewende, digitalisierungsgestützte Geschäftsmodelle und Start-up-Investments. Vor ihrem unternehmerischen Engagement war Steinberger 20 Jahre lang in Führungspositionen im Energie- und Infrastrukturbereich tätig, u. a. bei Siemens, beim Klima- und Energiefonds (KLI. EN) der österreichischen Bundesregierung (A) und bei der Verbund AG, dem führenden Energieunternehmen in Österreich. Sie ist Mitglied des Verwaltungsrats der Unicredit Bank Austria AG. Es ist vorgesehen, dass sie sowohl Teil des Governance-Ausschusses als auch des Human Resources Committee (HRC) wird.

Michael Süss kommentierte dies wie folgt: «Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, drei herausragende Persönlichkeiten für unseren Verwaltungsrat zu gewinnen. Mit diesen Kandidaten können wir unseren hohen Standard an hochkarätigen Verwaltungsratsmitgliedern aufrechterhalten. Die regelmässige Erneuerung des Verwaltungsrats ist eine entscheidende Aufgabe, um neue Perspektiven einzubringen und gleichzeitig unsere Werte zu bewahren. Die neuen Verwaltungsratsmitglieder sind ein klarer Ausdruck unseres Engagements für Kontinuität und Exzellenz.»

Wichtiger Pureplay-Meilenstein erreicht

Im Februar 2024 gab Oerlikon bekannt, den letzten Schritt der langfristigen Pureplay-Strategie auszuführen und sich zukünftig auf das Hochtechnologiegeschäft für Oberflächenlösungen und moderne Werkstoffe zu konzentrieren.

Hierzu hat Oerlikon 2024 die organisatorische Trennung des Chemiefasergeschäfts (Polymer Processing Solutions ohne «HRSflow») vorangetrieben. Per 1. Januar 2025 ist dieses Geschäft als eigenständige Tochtergesellschaft tätig und übernimmt den Namen Barmag. Georg Stausberg bleibt in der Konzernleitung und rapportiert weiterhin dem Executive Chairman Michael Süss. «HRSflow» wird per 1. Januar 2025 als Teil von Surface Solutions berichtet.

Wie im November 2024 angekündigt, hat Oerlikon begonnen die Funktionen der Gruppe und der vormaligen Division Surface Solutions zu kombinieren, um effizienter und agiler zu arbeiten und die Verwaltungskosten an die Umsatzgrösse des zukünftigen Pureplay-Unternehmens anzupassen. Zur Sicherstellung der Geschäftskontinuität und einer erfolgreichen Umsetzung der Abspaltung während der anspruchsvollen Transformationsphase hat Oerlikon für bestimmte Mitarbeiter, die kritisch für eine erfolgreiche Umsetzung sind, einen Retention Plan eingeführt.

Oerlikon sei auf Kurs bei der Bewertung von Optionen für die Trennung der Barmag (Chemiefasergeschäft) in den kommenden 12 bis 24 Monaten mit dem Ziel, Mehrwert für alle Stakeholder zu schaffen.

Oerlikon hat sich im letzten Jahrzehnt von einem Industriekonglomerat zu einem führenden Anbieter von Oberflächentechnologien entwickelt. Der Konzern hat sich von fünf Divisionen zu aktuell zwei Divisionen verkleinert. Die Erlöse wurden für Dividenden sowie die organische als auch anorganische Entwicklung beider Divisionen genutzt. Surface Solutions sei laut Oerlikon heute ein resilienter Marktführer, diversifiziert über Technologien, Endmärkte und Regionen. Barmag (Chemiefasergeschäft) sei klarer Marktführer für Filamentanlagen in Bezug auf Innovation und Nachhaltigkeit und zeige durch den Zyklus hindurch Wachstum sowie eine attraktive Kapitalrendite.

Oerlikon Konzernlagebericht für 2024

Im Jahr 2024 blieb der organische Bestelleingang des Konzerns trotz des schwierigen Umfelds bei konstanten Wechselkursen gegenüber dem Vorjahr ungefähr stabil (-1,8 Prozent). Der organische Umsatz sank bei konstanten Wechselkursen (-10,1 Prozent) aufgrund des Auftragsrückgangs von Polymer Processing Solutions im Jahr 2023.

Das operative EBITDA betrug CHF 393 Mio. (2023: CHF 444 Mio.) bzw. 16,6 Prozent des Umsatzes (2023: 16,5 Prozent). Diese starke Marge wurde vor dem Hintergrund tieferer Umsätze durch Kosteneffizienz, Innovation und Preisgestaltung unterstützt. Das Nettoergebnis von Oerlikon betrug 72 Mio., was einem Anstieg von 209,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, das durch Einmalbelastungen beeinträchtigt wurde.

Ausblick für 2025

Auf Konzernebene rechnet Oerlikon mit einem stabilen organischen Umsatz oder einer Steigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich, bei konstanten Wechselkursen. Es wird erwartet, dass Innovation, die Preisgestaltung und die Kosteneffizienz bei Surface Solutions durch die vorübergehend geringere Marge bei Barmag (Chemiefasergeschäft) kompensiert werden. Infolgedessen rechnet Oerlikon für den Konzern mit einer operativen EBITDA-Marge von rund 15,5 Prozent.

Oerlikon erwartet bei Surface Solutions, dass der organische Umsatz bei konstanten Wechselkursen trotz schwacher Endmärkte stabil oder um einen niedrigen einstelligen Prozentbereich zunehmen wird. Der Geltungsbereich umfasst «HRSflow», das seit 2025 Teil von Surface Solutions ist. Die operative EBITDA-Marge liegt voraussichtlich im Bereich von 18,5 Prozent bis 19,0 Prozent (2024: 18,6 Prozent inkl. «HRSflow»). Dies ist trotz des anspruchsvollen Umfelds eine stabile Entwicklung gegenüber dem Vorjahr.

Barmag (Chemiefasergeschäft) dürfte bei konstanten Wechselkursen eine stabile oder eine Steigerung im niedrigen einstelligen Prozentbereich des organischen Umsatzes erreichen. Der Bestellungsbestand dürfte im Jahr 2024 einen Tiefpunkt erreicht haben. Die operative EBITDA-Marge wird voraussichtlich bei ca. 7,5 Prozent liegen (2024: 10,3 Prozent). Dies entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von im Jahr 2024 erfolgten Preiskonzessionen zur Aufrechterhaltung des Auftragsvolumens. Über das Jahr 2025 hinaus dürfte die operative EBITDA-Marge der Barmag (Chemiefasergeschäft) durch eine Preiserholung und die anhaltende Optimierung der Fertigungspräsenz positiv beeinflusst werden.

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