Trendsetter mit hoher Innovationskraft

Stein Automation feiert 50-jähriges Bestehen

| Redakteur: Silvano Böni

Werkstückträger-Transportsystem von Stein im Einsatz bei SBS Drivetech Inc. im kanadischen Barrie.
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Werkstückträger-Transportsystem von Stein im Einsatz bei SBS Drivetech Inc. im kanadischen Barrie. (Bild: Stein)

Die Stein Automation GmbH & Co. KG, Anbieterin von Werkstückträger-Transportsystemen, feiert ihr 50-jähriges Bestehen und kann mit Stolz auf die vergangenen Jahre zurückschauen. Um aber auch für die Zukunft gewappnet zu sein, setzt das Familienunternehmen auf Innovationskraft, Lösungskompetenz und partnerschaftliche Kundenbeziehungen.

Im Jahr 1969 durch Josef Stein im schwäbischen Schwenningen gegründet, stand für Stein Automation zunächst die Fertigung von Werkzeugen für Drehmaschinen im Mittelpunkt. Bereits 1973 folgte aber der Bau der ersten Be- und Entladegeräte für Bearbeitungsmaschinen, welcher die zukünftige Ausrichtung von Stein bereits ein wenig voraussagte. Zwölf Jahre später steigt Peter Stein, Sohn des Firmengründers, in die Geschäftsführung ein. Einen Meilenstein in der Firmengeschichte markiert das Jahr 1990 – es war der Entwicklungsstart des Werkstückträger-Transportsystems (WTS) Stein 300, das zwei Jahre später am Markt eingeführt wurde und den Montageprozess massgeblich beeinflusst hat.

Vordenker in Sachen Industrie 4.0

Peter Stein hat sich bereits früh mit der Produktion von morgen auseinandergesetzt und das Thema Modularität in das Stein 300 einfliessen lassen – damit war er Vordenker von Industrie 4.0, lange bevor der Begriff geprägt wurde. Denn Stein ging bei der Versorgung von Fertigungsplätzen einen völlig neuen Weg. «Die Steuerung der Systeme sollte mit den einzelnen Montagestationen kommunizieren, damit der Anwender alle Produktions- und Qualitätsdaten zur Verfügung hat. Wir wollten weg vom Sondermaschinenbau und Lieferant von Standardelementen sein», skizziert er die Marschrichtung. Nicht hunderte verschiedener Schaltungen waren zu verbauen, sondern aufeinander abgestimmte Lösungen.

Anfangs von mancher Seite belächelt, trug die unternehmerische Pionierarbeit Früchte. Bereits 1991 waren 1500 Anlagen weltweit in Betrieb. Vier Jahre später kümmerten sich die Ingenieure um schwerere Brocken: Das Stein 500 wurde am Markt eingeführt, um Bauteile mit Gewichten bis 80 Kilogramm zu transportieren. Im Jahr 2006 stieg die Ehefrau von Peter Stein, Monika, in die Geschäftsführung ein. Fünf Jahre später waren bereits 3000 Stein-Anlagen aus vier Steuerungsgenerationen weltweit im Einsatz. 2015 trat Jürgen Noailles in die Geschäftsleitung ein und führt bis heute die Geschicke des Unternehmens gemeinsam mit Monika Stein. Peter Stein fungiert als Gesellschafter gemeinsam mit seinen beiden Töchtern Yvonne Stein und Jeanette Bucher-Stein.

Verstärkte vertikale Vernetzung

Auf die Montagetechnik wartet aus Sicht von Jürgen Noailles in Zukunft eine ganze Reihe von Herausforderungen. «Nach unserer Beobachtung kommt es zu einer verstärkten vertikalen Vernetzung von Anlagen. Dies betrifft beispielsweise eine vorausschauende Instandhaltung. Aber auch andere Themen aus dem Bereich Industrie 4.0, die die Prozesskontrolle verbessern, werden uns auch künftig beschäftigen und das Portfolio von Stein prägen», skizziert Noailles und macht einen weiteren Trend aus: «Unsere Kunden streben zunehmend danach, bei Transportsystemen auf elektrische statt auf pneumatische Lösungen zu setzen, etwa um den Aufwand für Verschlauchungen zu vermeiden.» Stein gehe deswegen konsequent in diese Richtung und präsentierte auf der Automationsmesse Motek 2018 erste pneumatikfreie Lösungen.

Ungebrochen ist aus Sicht von Jürgen Noailles der Trend zur Automatisierung – mit entsprechenden Konsequenzen: «Die international steigenden Lohnkosten drängen gerade Länder wie China, Mexiko oder Malaysia dazu, in Automationslösungen zu denken. Dies gilt weiterhin auch für Europa. Zusätzlich wird dieser Trend durch Fachkräftemangel und steigende Fertigungsstückzahlen gepuscht. Automationskomponenten oder -lösungen sind am Markt weiterhin mit langen Lieferzeiten belegt», schildert Noailles. Stein steuert hier strategisch dagegen. «Für uns ist es wichtig, schon frühzeitig mit den Zulieferern in Kontakt zu treten. So können wir durch unterschiedliche konzeptionelle Ansätze Verzögerungen minimieren», sagt er. Detaillierte Angebote für die Kunden werden in ein bis zwei Tagen unterbreitet. Einzelne Komponenten für die Transportsysteme sind in zwei bis vier Wochen lieferbar, und die von Stein gesteuerten Gesamtsysteme stehen in zehn bis zwölf Wochen komplett zur Verfügung. Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung spielt die kompetente Kundenberatung eine wichtige Rolle. Nicht immer ist ein hoher Industrie-4.0-Standard erforderlich. «Es geht darum, welche Lösung für die jeweilige Anwendung geeignet ist», meint Noailles.

Im Visier: globale Präsenz

Stein will künftig noch stärker international agieren. «Wir bauen unsere globale Präsenz durch zusätzliche Partner weiter aus», erklärt Jürgen Noailles. «Für uns ist es wichtig, den besten Support für unsere Kunden zu bieten. Dies schaffen wir bereits seit vielen Jahren durch ausgereifte und bewährte Technik. Schritt für Schritt ziehen wir nun zusätzlich das Thema Local to Local nach.»

In die Zukunft blickt Stein optimistisch. «Wir verzeichnen weiterhin eine grosse Nachfrage nach unseren Transportsystemen.» Auch dem Fachkräftemangel sieht das Unternehmen aufgrund hoher Ausbildungsrate entspannt entgegen. Jürgen Noailles: «Als Familienunternehmen ist uns weiterhin bewusst, dass wir seit nunmehr 50 Jahren mit hochmotivierten und kompetenten Mitarbeitern erfolgreich sind.» SMM

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